Branchenbarometer 2017: Wohin geht die Brandschutz-Reise?

Für das Branchenbarometer Brandschutz 2017 wurden zu Beginn des Jahres die Hauptzielgruppen im vorbeugenden Brandschutz zu einer Onlinebefragung eingeladen. Die Ergebnisse liegen nun komplett vor und sind in gedruckter Form bei FeuerTRUTZ erhältlich.

Branchenbarometer: Wohin geht die Brandschutz-Reise?
Die Befragungsergebnisse lassen erkennen, wohin die Branche in diesem Jahr steuert. (Foto: Jon Flobrant)

Juli 2017 / Von André Gesellchen. Ziel des Branchenbarometer Brandschutz ist das bessere Verständnis des Arbeitsalltags von Anwendern im vorbeugenden Brandschutz.
Befragt wurden Teilnehmer aus den Sparten Planung, Errichtung und Betrieb u.a. nach ihrer Einschätzung zur Branchenkonjunktur der Jahre 2016 und 2017 sowie zu den größten Herausforderungen und Chancen der Branche. Teil der Analyse ist auch das Informationsverhalten der Anwender und deren Sicht auf die Herstellerleitungen.

Transparenz

Das übergeordnete Ziel der Befragung ist die Schaffung von Transparenz. Häufig sind die Beziehungen zwischen Herstellern, Planern und Verarbeitern durch ein hohes Maß an Intransparenz geprägt. Fragen, die sich immer wieder auftun und die im Rahmen des Branchenbarometers beantwortet werden, sind zum Beispiel:

  • Welche Anforderungen stellen die Anwender an Produkthersteller und Dienstleister?
  • Welche Informationskanäle nutzen Planer, Betreiber und ausführende Unternehmen zur Informations- und Produktrecherche?
  • Welche Produktgruppen werden den Trend in der nahen Zukunft bestimmen?

Branchenbarometer Brandschutz 2017
Die Ergebnisse der Befragung werden ausführlich im Branchenbarometer Brandschutz 2017 ausgewertet und kommentiert.
Weitere Informationen zum Branchenbarometer Brandschutz 2017

Ausgewählte Ergebnisse

Herausforderungen und Chancen

Die wichtigste Herausforderung wird wie bereits im Vorjahr klar bei der steigenden Komplexität in der Planung und Ausführung gesehen. Als weitere wichtige Herausforderungen werden die Komplexität von Vorschriften und Verordnungen sowie die Koordination der beteiligten Gewerke und Schnittstellenproblematiken genannt. Erstaunlich ist, dass die Digitalisierung als relativ gesehen untergeordnetes Kriterium gesehen wurde, was vermutlich daran liegt, dass die anderen Herausforderungen für die Branche wesentlich konkreter bereits den jetzigen Arbeitsalltag der Beteiligten betreffen. Eine Übersicht der Ergebnisse, aufgeschlüsselt nach den Segmenten Planen, Bauen und Betreiben, liefert Abbildung 1.

Branchenbarometer: Wohin geht die Brandschutz-Reise?
Abb. 1: Ergebnisse auf die Frage: "Welches sind die aktuell wichtigsten Herausforderungen der Brandschutzbranche?" (Quelle: FeuerTRUTZ)

Zu den größten Chancen, die die Befragten derzeit für den vorbeugenden Brandschutz sehen, gehören viele Einsatzgebiete von Anlagentechnik und Ingenieurmethoden, angeführt wird die Liste aber von einem Klassiker der Branche:

  • Sanierung/Nachrüstung in Bestandsbauten
  • Zunehmende Kompensation mit Brandmeldetechnik
  • Kompensation mit Löschanlagen nimmt zu
  • Bedeutung der Sprachalarmierung wächst
  • Einsatz von Ingenieurmethoden

Branchenbarometer: Wohin geht die Brandschutz-Reise?
Abb. 2: Ergebnisse auf die Frage: „Wie gut fühlen Sie sich in Ihrem Tagesgeschäft unterstützt?“ (Quelle: FeuerTRUTZ)

Sicht auf die Herstellerleistungen

Insgesamt zeigen sich die Befragten, wie auch schon in der letzten Studie 2016, durchaus zufrieden mit der Unterstützung durch die Hersteller (s. Abbildung 2). Verbesserungswürdig ist weiterhin die Unterstützung bei der Beurteilung von Abweichungen und bei Gewährleistungsfällen. Hier sind keine signifikanten Verbesserungen im Vergleich zur letztjährigen Studie erkennbar. Die Gruppe der Errichter bewertet die Unterstützung der Produkthersteller über alle Bereiche signifikant besser. Dies gilt insbesondere im Vergleich zu der Gruppe der Planer. Die Studie liefert in der Detailauswertung auch Antworten auf die Frage, welche Kriterien bei der Entscheidung für einen Hersteller am wichtigsten sind.

Bedeutung von Produkten im Arbeitsalltag

Die Befragten sehen für fast alle Produkte wachsende Zukunftsaussichten. Das Wachstum in der Branche ist somit noch nicht an seinem Scheitelpunkt angelangt.

Für Flucht- und Rettungssysteme sowie Warn-/Meldesysteme sehen die Befragten ein hohes Zukunftspotenzial. Dies kann eine Folge der nahezu flächendeckenden Rauchmelderpflicht sein und mit dem Trend der Kompensation durch Brandmelde- und Alarmierungstechnik zusammenhängen. Den Produkten aus dem anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutz wird im Vergleich zu den klassischen baulichen Systemen ein überwiegend positives Zukunftspotenzial bescheinigt. Mit der Zunahme von komplexeren Bauvorhaben steigen i.d.R. auch die Anforderungen an den anlagentechnischen Brandschutz.

Im baulichen Brandschutz liegen die Abschottungen an erster Stelle, gefolgt von Türen/Tore/Vorhänge. Die Bewertungen sind für fast alle Produktbereiche noch besser als im Vorjahr. Dies zeigt, dass den Produkten im vorbeugenden Brandschutz ein noch anwachsendes Zukunftspotenzial bescheinigt wird.

Konjunkturbarometer

Die Zufriedenheit in der Branche mit der Geschäftsentwicklung ist insgesamt sehr hoch. Die Entwicklung der Geschäfte mit gewerblichen Auftraggebern wird im Vergleich mit privaten und öffentlichen Auftraggebern am positivsten bewertet, wobei auch für diese beiden Segmente positive Einschätzungen vorherrschen. Auffällig ist, dass nur sehr wenige Befragte mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftsentwicklung rechnen – noch mal deutlich weniger als das 2016 der Fall war.

Bezogen auf einzelne Tätigkeitsbereiche wird erwartet, dass in Zukunft vermehrt Prüfungs- und Überwachungsleistungen sowie die Erstellung von Konzepten gefragt sein werden.

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