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28. Juli 2010

  • Neue Normen für den Brandschutz
  • Sprühschaumbeschichtung für Bauteile
  • VPB rät: Bei Fotovoltaik-Dächern unbedingt Brandschutz beachten


Neue Normen für den Brandschutz

In den Monaten Mai bis Juli 2010 sind diese Normen und Normentwürfe für den baulichen Brandschutz veröffentlicht worden:

  • DIN EN 54-23 (6-2010)
    Brandmeldeanlagen – Teil 23: Feueralarmeinrichtungen – Optische Signalgeber
  • DIN EN 1366-5 (6-2010)
    Feuerwiderstandsprüfungen für Installationen – Teil 5: Installationskanäle und -schächte
  • DIN EN 13238 (6-2010)
    Prüfungen zum Brandverhalten von Bauprodukten – Konditionierungsverfahren und allgemeine Regeln für die Auswahl von Trägerplatten
  • DIN EN 15269-1 (7-2010)
    Erweiterter Anwendungsbereich von Prüfergebnissen zur Feuerwiderstandsfähigkeit und/oder Rauchdichtigkeit von Türen, Toren und Fenstern einschließlich ihrer Baubeschläge – Teil 1: Allgemeine Anforderungen

Norm-Entwürfe

  • E DIN 14034-6/A1 (6-2010)
    Graphische Symbole für das Feuerwehrwesen – Teil 6: Bauliche Einrichtungen; Änderung A1
  • E DIN EN 12101-3 (6-2010)
    Rauch- und Wärmefreihaltung – Teil 3: Bestimmungen für maschinelle Rauch- und Wärmeabzugsgeräte

Berichtigungen

  • DIN EN 1999-1-2 Berichtigung 1 (5-2010)
    Eurocode 9: Bemessung und Konstruktion von Aluminiumtragwerken – Teil 1–2: Tragwerksbemessung für den Brandfall; Berichtigung zu DIN EN 1999-1-2:2007-05

VdS und vfdb-Richtlinien

  • vfdb 14-01 (5-2010)
    Rauchwarnmelder, Zusatzanforderungen, Anforderungen und Prüfmethoden
  • VdS 2812 (5-2010)
    Löschanlagen – Hilfe für die Feuerwehr

(Quellen: DIN Deutsches Institut für Normung e. V., VdS Schadenverhütung GmbH, vfdb e.V.)

 

» Zur Übersicht der geänderten Normen im Brandschutz

 




Sprühschaumbeschichtung für Bauteile



Die Sprühschaumbeschichtung aus dem reaktiven zweikomponentigen Polyurethansystem Bayfomox des Spezialchemie-Konzerns LANXESS zeigt gegenüber konventionellen Intumeszenz-Beschichtungen ein besseres Wärmeisolierverhalten sowie schalldämmende Eigenschaften. (Foto: FluidSystems GmbH & Co. KG)

Der Spezialchemie-Konzern LANXESS hat für seinen Baustoff Bayfomox neue Anwendungen erschlossen. Jetzt können Bauteile auch per Sprühschaumbeschichtung damit ausgerüstet werden. So kann die Feuerwiderstandsdauer, die das Material bei einer Vielzahl von Formschaumteilen zeigt, auch in dünnen Schichten auf brennbaren oder feuerempfindlichen Trägermaterialien zum Einsatz kommen. Der Auftrag aus dem reaktiven zweikomponentigen Polyurethansystem zeigt laut Hersteller gegenüber konventionellen Intumeszenz-Beschichtungen ein besseres Wärmeisolierverhalten sowie schalldämmende Eigenschaften.

 

In Zusammenarbeit mit der Haaner Firma FluidSystems GmbH & Co. KG gelang es LANXESS, das in der Baubranche beispielsweise bei Formschaumteilen bewährte Bayfomox-System an die Erfordernisse der Sprühschaumverarbeitung anzupassen. Die Beschichtungen zeichnen sich nach Herstellerangaben durch folgende Vorteile aus:

Geringerer Materialeinsatz, verglichen mit der Formschaumtechnologie, da geringere Schichtdicken realisiert werden können.

Schnelle Verarbeitung, da kein langwieriges Trocknen nach dem Auftrag der Reaktivbeschichtung erforderlich ist.

Schnellere Einsatzbereitschaft, da die Beschichtung nach wenigen Minuten ausgehärtet und voll funktionstüchtig ist.

Hervorragende Haftung auf unterschiedlichen Substraten, wie z. B. Metall oder Holz.

 

Otto Mauerer, Business Development Phosphorous Chemicals in der Business Unit Functional Chemicals, betont: „Bayfomox ist schneller verarbeitbar und einsatzbereit als die meisten klassischen Intumeszenzanstriche und bietet daher einen wirtschaftlichen Vorteil, insbesondere wenn Bauteile oder Einrichtungen nachträglich geschützt werden müssen.“

Eine Beschichtung ist mit Hilfe kleiner und beweglicher Spritzmaschinen vor Ort möglich. Das Bayfomox-Sprühschaumsystem eignet sich für die nachträgliche Ausrüstung von schutzbedürftigen Bauteilen und Einrichtungen. Die mechanischen und akustischen Eigenschaften sind gut steuerbar und erlauben – je nach Anforderung – Einstellungen von hart bis weich.

 

Flammwidrige Beschichtungen, die im Brandfall eine voluminöse Schutzschicht ausbilden, sind als so genannte Intumeszenz-Beschichtungen seit Jahrzehnten im Einsatz. Diese Beschichtungen blähen sich unter Feuer- oder Hitzeeinwirkung auf und bilden eine flammwidrige, gut isolierende Kohleschicht, die das darunter liegende Material vor Feuereinwirkung schützt.

Bayfomox von LANXESS ist ein im Bauwesen etabliertes 2-K-PUR-Rohstoffsystem, mit dem intumeszierende Formschaumteile mit Feuerwiderstandsdauer für den vorbeugenden Brandschutz hergestellt werden können. Der Baustoff Bayfomox ist vom Deutschen Institut für Bautechnik geprüft und zugelassen. Das Material enthält keine Halogene, Asbest, Fasern, Weichmacher oder Lösemittel.

 

LANXESS Deutschland GmbH

 www.lanxess.de

 




VPB rät: Bei Fotovoltaik-Dächern unbedingt Brandschutz beachten



Fotovoltaikanlagen bereiten im Brandfall erhebliche Probleme. Sie versperren als solide Barriere Feuerwehr und Löschmittel den Weg und beschleunigen durch den auftretenden Wärmestau die Brandentwicklung unter dem Dach. Außerdem produzieren die Module solange es hell ist Strom und stehen unter Spannung. Für Menschen besteht Lebensgefahr. Die Feuerwehr hat keine Chance, an den Brandherd zu kommen.
(Foto: Verband Privater Bauherren VPB)

"Wenn es brennt, dann werden Fotovoltaik-Anlagen für Feuerwehrleute zur tödlichen Gefahr!" warnt Professor Dr. Bernd-Jürgen Vorath, Wissenschaftlicher Beirat des Instituts Privater Bauherren. Wegen der großzügigen staatlichen Förderung haben sich Fotovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren weit verbreitet. Immer mehr Privatleute haben die Stromproduzenten auf dem Dach, ohne zu ahnen, welche Gefahren sie sich damit einhandeln.

 

"Ein Problem liegt paradoxerweise in der hohen Qualität der Module. Sie sind extrem hitzebeständig und verformen sich deshalb auch bei einem Brand im Dachstuhl nicht", erläutert der Professor im Fachgebiet Sicherheitstechnik und Konstruktion der Universität Wuppertal. "Das heißt, sie stürzen nicht ab, sondern bleiben fest auf dem Dach verankert und versperren als solide Barriere Feuerwehr und Löschmittel den Weg zum Brandherd, und beschleunigen die Brandentwicklung durch den auftretenden Wärmestau unter dem Dach."

 

Weit schwerwiegender ist aber das zweite Problem: "Solange es hell ist, produzieren die Module Strom und stehen unter Spannung. Diese Spannung lässt sich auch nicht abschalten. Bis zu 400 Volt liefern die zusammen geschalteten Zellen der Module. Alles über 42 Volt ist aber tödlich für den Menschen", resümiert Professor Vorath. "Die Feuerwehr hat keine Chance. Sie kann weder unter den Modulen löschen, noch kann sie die Module abschalten und vom Dach holen, solange sie Spannung liefern."

 

Die Feuerwehren kennen das Problem und halten sich nach tödlichen Unfällen zu Beginn der Solarepoche inzwischen fern von den lebensgefährlichen Modulen. "Wenn es der Wehr gelingt, die Fotovoltaikanlage mit einem Schaumteppich komplett abzudecken, bricht die Spannung zusammen und es können ohne elektrische Gefährdungen Öffnungen zum Löschen geschaffen werden", erläutert Bernd-Jürgen Vorath einen Weg aus der Misere, fragt aber gleichzeitig besorgt: "Welche Freiwillige Feuerwehr in einer kleinen Gemeinde hat schon die dafür notwendige technische Ausstattung?" Die Wehren sind deshalb inzwischen dazu übergegangen, solche Dächer kontrolliert abbrennen zu lassen. Mehr können sie nicht tun.

 

Kann der private Bauherr vorbeugen? "Ja, er kann! Eine einfache und wirkungsvolle Methode ist die Montage der Module mit jeweils 15 Zentimetern Abstand zueinander", erklärt Bausachverständiger Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). "Dadurch bleibt die Dachfläche partiell offen und die Feuerwehr kann zwischen den Modulen an den Brandherd heran. Leider werden diese "Brandschneisen" so gut wie nie gebaut, denn sie kosten Geld." Zum einen passen bei mehr Abständen weniger Module aufs Dach - das reduziert die Stromausbeute. Zum anderen müssen mehr Halterungen montiert werden – Material und Arbeitsleistung werden also teurer. "Bauherren scheuen diese Mehrausgaben und erhöhen damit unnötig ihr Brandrisiko."

 

"Wer Fotovoltaik-Module aufs Dach setzen will, der sollte sich unbedingt vorher vom unabhängigen Sachverständigen beraten lassen", mahnt Thomas Penningh. "Das gilt besonders auch für den Ausbau des darunter liegenden Dachgeschosses: Denn wenn es brennt, dann wird nicht nur die Dachhaut zerstört, sondern auch Dämmung und Ausbau fangen Feuer. Heimwerker übersehen die schlimmen Folgen kaum: Wenn Schaumstoffdämmplatten brennen, dann schmelzen sie bei hohen Temperaturen und setzen giftige Gase frei. Dachausbau und Fotovoltaik sollten nicht nur unter dem Aspekt der Gewinnmaximierung gesehen werden. Verantwortungsbewusste Bauherren denken auch an die Sicherheit der Bewohner – und der Feuerwehrleute."

 

Tipp: Fotovoltaikanlagen sind zwar fest auf dem Dach montiert und Bestandteil des Daches, aber sie werden von der Wohngebäudeversicherung nur eingeschränkt mitversichert. Für die Anlagen gibt es inzwischen spezielle Versicherungen, die in der Regel eine Elektronik- und Ertragsausfallversicherung sowie eine Montageversicherung und eine Betreiberhaftpflicht umfassen.

 

Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111, E-Mail:  info@vpb.de, Internet:  www.vpb.de.

 


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Landesbauordnung Baden-Württemberg


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Seit 1. März 2010 gilt die neue Landes- bauordnung für Baden-Württemberg. Mit dem neuen Brandschutz- konzept werden für insgesamt fünf Gebäudeklassen die Bauteilanforderungen geregelt. Höhe und Bruttogeschossfläche der Gebäude bzw. Nutzungseinheiten sind darüber hinaus wichtige Kriterien für die Anforderungen an die Flucht- und Rettungswege. » Mehr...

 



  
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