Reichen zwei Minuten zur Flucht?

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|  Referenten des AGE-Symposiums: Jürgen Walter, Michael Buschmann, Dr. Horst Fark, Heinrich Stadlbauer, Prof. Dr. Hans-J. Gerhardt, Raimund Pamlitschka, Lutz Eichelberger, Udo Jung (v.l.n.r.)
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Unter diesem Motto veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft Entrauchung (AGE) am 10. November 2009 in Berlin ein Symposium zur Entrauchung im Baurecht. Über 120 Teilnehmer aus Planung, Bauaufsicht und Industrie informierten sich über aktuelle Themen und diskutierten die Auslegung des Grundsatzpapier der ARGEBAU.
Als Moderator des Symposiums begrüßte Dipl.-Ing. Udo Jung, Leiter der AGE, die Teilnehmer und führte in einem kritischen Exkurs in die Thematik der Entrauchung von Gebäuden ein. „Die Erläuterung der ARGEBAU bezieht sich lediglich auf Standardbauten ohne Abweichung. In der Praxis hat aber fast jedes Gebäude Abweichungen. In diesen Fällen ist dann wieder eine Entrauchung im Regelfall erforderlich“. Als erster Referent erläuterte Jürgen Walter, Bezirksleiter im vorbeugenden Brandschutz der Branddirektion Frankfurt/Main, die Sicht der Feuerwehr auf das Positionspapier: „Die wichtigste Aufgabe der Feuerwehr, Personen zu retten, darf nicht erschwert werden“ lautete sein Fazit. 
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|  Über 120 Teilnehmer tauschten sich über aktuelle Fragen zur Entrauchung von Gebäuden aus.
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Prof. Dr.-Ing. Hans-J. Gerhardt vom I.F.I, dem Institut für Industrieaerodynamik in Aachen, demonstrierte die physikalischen Zusammenhänge der Entrauchung: "Das A und O der Entrauchung ist eine gute Zuluftsituation". An mehreren Projektbeispielen erläuterte anschließend Dipl.-Ing. Michael Buschmann, Marketingleiter bei der Novar GmbH, die Möglichkeiten der Selbstrettung von Personen mittels Evakurierungs- und Fluchtleitsystemen. Sein Fazit war zusammenfassend "Zwei Minuten sind unter Berücksichtigung aller Randbedingungen nicht ausreichend für eine sichere Flucht". In der abschließenden Diskussionsrunde machte u.a. Dr. Karl-Heinz Schubert, langjähriger stellv. Branddirektor in Berlin und Gründer von hhp berlin seinen Standpunkt in einem leidenschaftlichen Beitrag deutlich: "Geregelte und gute Rauchabführung ist unabdingbar. Wer daran herumdoktert, gefährdet Menschen." Nach der Pause und dem Besuch der Fachausstellung führte Dr. Horst Fark, Leiter der Prüfstelle der TU München, in einem Vortrag in die Thematik der Prüfung von Komponenten maschineller Entrauchungsanlagen ein, in dem die Komplexität der Zusammenhänge deutlich wurde. Dipl.-Ing. Heinrich Stadlbauer, Leiter Gebäudetechnik des TÜV SÜD, ging anschließend detailliert auf das Grundsatzpapier der ARGEBAU ein. Seiner Darstellung nach ruht das "System Vorbeugender Brandschutz" auf verschiedenen Säulen, bei denen die Entrauchung ein unverzichtbarer Bestandteil ist.
Die Situation des Vorbeugenden Brandschutz in Österreich wurde mit viel Witz vom Geschäftsführer der PBSI Ingenieurgesellschaft aus Wien, Dipl.-Ing. Raimund Pamlitschka, erläutert. In vielen Punkten ist die Gesetzgebung dort weiter als in Deutschland. Lutz Eichelberger, Geschäftsbereichsleiter der Eichelberger GmbH in Berlin, beschäftigte sich in seinem Vortrag anschließend mit dem neuen VDMA-Einheitsblatt „Rauchschutz-Druckanlagen“. Seine Darstellung der Anforderungen und Funktionsweisen von RDA vor dem Hintergrund der neuen Muster-Hochhausrichtlinie war der Abschluss des interessanten Symposiums der AGE.
Unter den vielen Experten, die als Referenten oder Besucher des Symposiums gekommen waren, wurden in vielen Gesprächen die aktuellen Entwicklungen zur Entrauchung thematisiert. Das AGE-Symposium bildete einen gelungenen Baustein zur Meinungsbildung und soll im nächsten Jahr wiederholt werden.
www.age-info.de

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