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Braunschweiger Brandschutztage 2010



Die 24. Fachtagung „Brandschutz bei Sonderbauten“ war auch in diesem Jahr von der Brandschutzbranche gut besucht.

Die Braunschweiger Brandschutztage informieren jedes Jahr alle im vorbeugenden Brandschutz tätigen Ingenieure bei Bauaufsichtsbehörden sowie die Feuerwehren, Versicherungen, Ingenieurbüros, Industrie, Materialprüfanstalten und Forschungsinstitute.  Auch 2010 konnte sich der Veranstalter über eine nahezu ausgebuchte Stadthalle freuen.  Das Tagungsprogramm ermöglichte den Teilnehmern, viele hochinteressante Vorträge zahlreicher Experten aus der Branche zu hören.  Nach der Eröffnungsrede von Prof. Dr. Dietmar Hosser, eröffnete Univ.-Prof. Dr. Bahadir als Vizepräsident der TU Braunschweig die Tagung: „Die Braunschweiger Brandschutztage  sind seit 1987 eine Institution in Brandschutzkreisen und ein Aushängeschild für die Technische Universität Braunschweig.“

 


Die Sitzung 1 am ersten Tagungstag befasste sich mit Neuerungen im Brandschutz, wobei diesmal Einflüsse der europäischen Harmonisierung auf die Produktentwicklung und Anwendung in Deutschland im Fokus standen.

 

Dr.-Ing. Gary Blume eröffnete die Sitzung mit seinem Beitrag zum Thema „Einsatz von CE-Bauprodukten zur maschinellen Entrauchung nach DIN 18232-5“. Dabei stellte er die wesentlichen Änderungen vor, die während der Überarbeitung  in dieser Norm aufgenommen wurden.  Sowohl für die natürliche als auch für die maschinelle Entrauchung soll nun derselbe Plume-Ansatz verwendet werden. Die Freigabe der DIN 18232-5 zum Gelbdruck durch den Hauptausschuss DIN NA-005-52-32 AA wird noch für Ende 2010 erwartet.
Im Anschluss daran sprach Manfred Lippe über „Neue Brandschutzlösungen im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung“.  Gleich zu Beginn seines Referates listete er die derzeit häufigsten brandschutztechnischen Mängel in der TGA auf.  Rund 45 % sind Ausführungsmängel (u.a. aufgrund von Planungsmängeln), 35 % Planungsmängel der TGA-Gewerke im Bereich Brandschutz, 15 % nicht ausreichende Vorgaben in den Brandschutzkonzepten und 5 %Produktmängel bzw. mangelhafte Einbauanleitungen.  Manfred Lippe formulierte daraus Ziele für die Zukunft des gebäudetechnischen Brandschutzes: „Alle Fachplaner müssen sich mehr mit den Schnittstellen des Brandschutzes zwischen Hochbau und TGA beschäftigen. Schnittstellenprobleme lassen sich durch Fortbildung und Verständnis zueinander lösen.“

 
Auch in der Sitzung 2 ging es um die nationale Umsetzung europäischer Normen und internationaler Entwicklungen in der Brandschutzpraxis und im bauaufsichtlichen Verfahren.
Thomas Sommer referierte zum Thema „Stand und weitere Entwicklung der Brandschutznormung in Deutschland und Europa“.  Als Änderungen und Ergänzungen zur BPR nannte er u.a. folgende Punkte:
- Eine europäische Verordnung ist direkt auch nationales Recht.
- Keine zusätzlichen Kennzeichen neben dem CE-Kennzeichen (außer, um dem Anwender Hilfestellung zu geben); 
- Lizenznehmer und auch andere Hersteller sollen leichter Ergebnisse von Dritt-Herstellern verwenden dürfen.

 




Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dietmar Hosser begrüßte insgesamt 1.180 Teilnehmer sowie 70 Hersteller der begleitenden Fachausstellung.

Dietmar Hosser referierte über „Was ändert sich mit der Einführung der Eurocode-Brandschutzteile in Deutschland?“ In seinem Beitrag gab er einen Überblick über die 2006 veröffentlichten Weißdrucke der Brandschutzteile der Eurocodes 1 bis 5 und die im Dezember erscheinenden zugehörigen nationalen Anhänge (FeuerTRUTZ Magazin Ausgabe 5.2010, Seite  34 ff.). Seiner Meinung nach wird sich die Bemessung mit vereinfachten Rechenverfahren für Einzelbauteile unter Norm-Brandbeanspruchung bei allen Bauweisen durchsetzen.

 
Der zweite Tag begann in Sitzung 3 mit Brandschutzkonzepten für neue und bestehende Sonderbauten mit besonderen Brandschutzproblemen.
Dr.-Ing. Eckhard Hagen stellte die Eckpunkte des Brandschutzkonzeptes für das Airrail-Center-Frankfurt vor. Es handelt sich um ein niedriges Hochhaus mit extremen Längenausdehnungen im Grundriss.  Der Vortrag beleuchtete zunächst die Fragestellungen nach der Herstellung der Feuerwiderstandsklasse F 90 mit einer Brandschutzbeschichtung als reaktives Brandschutzsystem. Außerdem ging der Referent auf die Anordnung der Vorräume für die Sicherheitstreppenräume sowie die Entrauchung der Garagen und der Atrien ein.
Harald Niemöller thematisierte die „Brandschutztechnische Ertüchtigung eines bestehenden Hochhauses mit Holzfassade“.  Er stellte das Sanierungsprojekt der Sparkasse Rosenheim-Bad-Aibling vor.  Die Besonderheit bestand in der Fassadengestaltung einerseits aus Holz und andererseits aus einer Glas-Stahl-Konstruktion als zweite Fassadenhülle. Für den Einsatz der Holzfassade, also brennbarer Baustoffe,  war eine umfassende Brandschutzkonzeption erforderlich.




Die Referenten des 1. Sitzungsblocks (v.l.n.r.): Dr.-Ing. Gary Blume, Manfred Lippe, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wesche, Dr.-Ing. Annette Rohling,
Thomas Sommer

Die  abschließende Sitzung 4 am zweiten Tagungstag  thematisierte auch in diesem Jahr wieder ein brisantes Thema: die Prüfung von Brandschutzkonzepten in Verbindung mit der Qualitätssicherung der ausgeführten Brandschutzmaßnahmen.  Dabei präsentierten die Referenten die unterschiedlichen Wege der einzelnen Bundesländer bei der Prüfung des Brandschutzes durch Prüfsachverständige.  Udo Kirchner stellte die Aufgaben und Verfahren aus NRW vor, Dr.-Ing. Marita Kersken äußerte sich zur derzeitigen Situation in Bayern und zuletzt ging Karsten Foth letztlich auf Berliner Prüfungsingenieure ein.

 

Die nächsten Termine und Themen für die Braunschweiger Brandschutztage stehen schon fest:

  • 25. Fachtagung „Brandschutz Forschung und Praxis“
    am 27. und 28.9.2011
  • 26. Fachtagung „Brandschutz bei Sonderbauten“
    am 19. und 20.9.2012 




Kommentar eines Ausstellers zu den Braunschweiger Brandschutztagen


Wir haben vor Ort mit Edwin Stöwesand, Geschäftsführer Hapuflam GmbH, gesprochen.

 

Herr Stöwesand, können Sie ein kurzes Fazit der diesjährigen Braunschweiger Brandschutztage ziehen?
„Die Braunschweiger Brandschutztage sind eine wichtige Einrichtung zur Kontaktaufnahme mit Behörden, Planern und Sachverständigen. Diese Veranstaltung ist schon seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil zur Präsentation unserer Produkte und Leistungen. In den Pausen gab es viele Gespräche, in denen man aufbauend auf Vorträge Kontakt zu uns suchte, um sich über die Eigenschaften unserer Produkte zu informieren.
Hauptaugenmerk war dabei unser Hapuflam-Brandschutzgewebe mit seinen Leistungs-merkmalen und Anwendungsmöglichkeiten. Die Zwangsdurchlüftung durch das netzartige Gewebe war dabei eine besonders gern gesehene Eigenschaft, zusätzlich geprägt durch die einfache Verarbeitung. Auch unser Staudt-Abschottungssystem TROMEX fand großes Interesse.  Die Möglichkeiten, Brandschutzmörtel, Brandschutzkitt und Brandschutzkissen in einer Systemkombination zu verwenden, sprechen für sich. Viele Teilnehmer kamen mit Problemen verschiedenster Projekte zu uns und haben Lösungsvorschläge gemeinsam mit uns erarbeitet.“

 
Konnten Sie gute Kontakte für Hapuflam mitnehmen?
„Durch das hoch qualifizierte Fachpublikum waren, anders als bei anderen Veranstaltungen, auch die damit verbundenen Gespräche von hohem Niveau. Die Kontakte, die bei dieser Veranstaltung geknüpft wurden, sind entscheidend für unsere weitere Arbeit. So gab es auch Anregungen für Neuentwicklungen. Mein Fazit: Die 24. Braunschweiger Brandschutztage waren eine gelungene Veranstaltung zum Knüpfen neuer Kontakte. Den Organisatoren möchte ich hiermit danken.“



Fotos der Braunschweiger Brandschutztage 2010


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