Gestiegene Internationalität, eine hohe Investitionsbereitschaft und ein starkes Interesse an Systemlösungen kennzeichneten den Verlauf der 19. SECURITY vom 5. bis 8. Oktober 2010 in der Messe Essen. Rund 42.000 Besucher informierten sich gezielt bei den 1.078 Ausstellern aus 38 Nationen rund um Produkte und Dienstleistungen für Sicherheit und Brandschutz. Dabei war die Messe so international wie nie zuvor: Deutlich mehr Besucher als in den Vorjahren reisten aus dem Ausland nach Essen, sie kamen aus 113 Ländern.
Fire Prevention
Nach dem erfolgreichen Auftakt bei der letzten SECURITY präsentierte sich die Brandschutzbranche auch 2010 kompakt in einer Halle. In der Halle 1 konnten sich Besucher unter dem Titel Fire Prevention über die gesamte Palette des baulichen, anlagentechnischen und mobilen Brandschutzes informieren. Über 100 Unternehmen, Verbände und Institutionen stellten dort ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Das Spektrum reichte von Brandmeldeanlagen, stationären wie mobilen Löschanlagen über Sprinkleranlagen, Löschmittel und Gaswarneinrichtungen bis zu Abschottungsvorrichtungen und Rauchabzügen. Realisiert wurde das Konzept der Brandschutzhalle gemeinsam mit dem Partner der SECURITY, dem Bundesverband Technischer Brandschutz (bvfa).
Zahlreiche Aussteller nutzten die SECURITY als Bühne für die Premiere ihrer neuen Produkte. Besonders zukunftsweisende Innovationen zeichnete die Messe Essen mit dem Security Innovation Award aus. Rund 91 Aussteller bewarben sich in diesem Jahr in den Kategorien Technik & Produkte, Brandschutz, Dienstleistungen & Marketing um die Auszeichnung sowie um einen Sonderpreis.
In der Kategorie Brandschutz erhielt das Unternehmen N2telligence GmbH die Gold-Auszeichnung für sein Produkt Quattro Generation. Das System arbeitet mit einer mit Erdgas betriebenen Brennstoffzelle. Deren Hauptaufgabe ist eigentlich die Energieversorgung in Form von Strom, Wärme und Klimakälte. Jedoch stellt Quattro Generation als Zusatzprodukt ein präventives Brandschutzverfahren zur Verfügung. Dieses produziert durch gezielte Sauerstoffreduzierung eine Abluft, die auf 15 % Sauerstoff reduziert in die zu schützenden Räume geleitet wird und damit für eine dauerhafte Schutzatmosphäre sorgt. Dieser Sauerstoffwert reicht zwar nicht für Dauerarbeitsplätze, aber z.B. für Rechenzentren, Kühlhäuser oder unbemannte Hochregallager.
Die Silber-Auszeichnung erhielt das Unternehmen Project Fire Products für sein Produkt Zonecheck. Dies ist ein Sprinklerüberwachungssystem, das bei den zwingend vorgeschriebenen Funktionstests ohne Wasserdurchfluss auskommt. Alle Weichenstellungen für die Fließprüfungen werden über ein IP-gesteuertes Prüfsystem getestet. Dies kann von einem Punkt aus geschehen – z.B. einer Zentrale – und wird zur Dokumentation entsprechend protokolliert.
Die SimonsVoss Technologies AG erhielt für ihr Produkt Digital SmartHandle 3062 die Bronze-Auszeichnung. Das Produkt löst das Problem der Nachrüstung von Beschlägen auf Brandschutztüren ohne Verlustrisiko der originären Zulassung. Das auf den Markt kommende Beschlagsystem SmartHandle kommt ohne Bohrungen aus und verletzt damit keine Brandschutztüren. Es enthält eine integrierte Lesebaugruppe mit einer Online-Zutrittskontrollzentrale.
Das umfangreiche Angebot der SECURITY stieß bei den Fachbesuchern auf große Zustimmung. Fast ausnahmslos zeigten sie sich mit ihrem Messebesuch, dem Angebot und der Internationalität der Veranstaltung zufrieden. Die 20. SECURITY Essen findet vom 25. bis 28. September 2012 statt.
Kurzinterview: Peter Ohmberger, Geschäftsführer Hekatron
Was erwarten Sie für Hekatron auf der SECURITY 2010? Peter Ohmberger: Zum einen erwarte ich, dass wir das Konzept, das wir 2008 gezeigt haben, konsequent weiterführen können. Der Besucher sollte wahrnehmen, dass bei uns Schritt für Schritt an der Zukunft des Brandschutzes und an der Zukunft der Firma gearbeitet wird. Natürlich präsentieren wir auch wie jedes Jahr Neuheiten auf unserem Stand. Unsere neue Brandschutzentrale Integral IP rückt dabei mit Sicherheit in den Vordergrund. Aber auch die Auswirkungen der Anwendungsnorm DIN 14677 sind ganz wichtig. Dazu werden wir jetzt aktiv den Markt bearbeiten und Seminare zur Instandhaltung von Feststellanlagen anbieten. Nicht zuletzt spielt aber auch die FET-Halbleiter-Gassensorik eine entscheidende Rolle.
Wohin führt denn die Reise in der Zukunft? Peter Ohmberger: Wenn wir uns speziell den Bereich der Sensorik ansehen, dann gibt es viele Dinge, die am Markt einfach noch nicht gelöst sind. Beispielsweise sind die Melder schlichtweg zu groß, nicht ästhetisch genug und auch pro Stück einfach zu teuer. Wenn man dann nicht nur den Melder im Blick hat, sondern auch die Wertschöpfung betrachtet, ist auch das Handling – vom Verkauf, der Montage und Inbetriebnahme bis zur Instandhaltung – einfach viel zu aufwendig.
Wie bewerten sie die diesjährige Security und wie wichtig ist die Messe für Hekatron? Peter Ohmberger: Grundsätzlich ist es DIE Messe. Hier trifft sich - die gesamte Branche. Zudem hat sich in den letzten Jahren eine starke internationale Ausrichtung entwickelt. Für Hekatron mit einem rein deutschen Fokus ist dies zwiespältig zu beurteilen. Sehr oft klafft für unsere Facherrichter Aufwand und Nutzen beim Besuch der Messe hier in Essen zu weit auseinander. Der Besuch bedeutet sehr oft einen ein- oder zweitägigen Betriebsausfall. Dies stellt für uns eine besondere Herausforderung dar.
Fotos der Security 2010
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von Lutz Battran und Thomas Kruszinski
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