9. Fachplanertag Friedberg

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|  Die rund 242 Teilnehmer folgten den Fachreferaten, während der Veranstaltung. (Fotos: FeuerTRUTZ Magazin)
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Am 29.04.2011 fand in der Friedberger Stadthalle der 9. Fachplanertag Brandschutz der Ingenieur-Akademie Hessen statt. Der inhaltliche Schwerpunkt der Fachvorträge lag in diesem Jahr bei Brandschutz in Bestandsbauten. 242 Teilnehmer und 14 Fachaussteller ergriffen die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen sowie bestehende Kontakte auszubauen. Prof. Dr.-Ing. Dr-Ing. E.h. Udo F. Meißner begrüßte als Präsident der Ingenieurkammer Hessen vorab die Teilnehmer in der Friedberger Stadthalle.
Neben der informativen Fachausstellung bereicherten verschiedene Brandschutzexperten das Forum mit ihren aufschlussreichen Vorträgen:
Dipl.-Ing. Franz Schächer, Prüfsachverständige Brandschutz, eröffnete die Vortragsreihe mit dem Thema „Warum ist „Bauen im Bestand“ eine Besonderheit? Alte Gesetze, alte Normen, Bruch in der Bau in der Bauteilentwicklung“. Zu Beginn stellte er direkt klar, dass Bauen im Bestand „kein eigenes Studienfach, kein eigener Ausbildungszweig, kein eigenes Berufsbild“ ist. Vielmehr sei Bauen im Bestand „die sachgerechte Anwendung dessen, was über Jahrzehnte, evtl. Jahrhunderte gelehrt, verinnerlicht, gebaut wurde.“ 
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|  In den Pausen nutzten die Besucher die parallele Fachausstellung zu Diskussionen.
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Besondere Beachtung fand das nachfolgende Referat von Prof. Dr.-Ing. Stefan Winter (TU München, MFPA Leipzig GmbH, bauart Konstruktions GmbH, Lauterbach). Er thematisierte die „Sicherheit hölzerner Konstruktionen und haustechnische Anlagen im Holzbau – neu im Bestand“. Dabei ging er auf die wesentlichen Grundsätze sowie baurechtlichen Richtlinien ein und veranschaulichte dies vor allem an Beispielen zur Konstruktion und Haustechnik sowohl im Neubau als auch im Bestand. In seinen vielen Praxisbeispielen stellte er u.a. den 7-geschossigen Holzbau in Berlin am Prenzlauer Berg in der Esmarch-Straße 3. Einen ausführlichen Fachbeitrag zu dem mehrgeschossigen Wohnhaus, können Sie in der Ausgabe 2.2008 des FeuerTRUTZ Magazins auf den Seiten 10 ff nachlesen. Als Ausblick gab er bekannt, ,,dass derzeitig ein neuer Vorschlag für eine M-Holz-R in den beteiligten Kreisen abgestimmt wird und sicherlich noch für Diskussionen sorgen wird“.
Die nachfolgende Mittagspause ermöglichte den Teilnehmern einen Besuch der begleitenden Fachausstellung. Insgesamt stellten 14 Unternehmen aus, darunter Adolf Würth GmbH, Beuth Verlag GmbH, Gfs Gesellschaft für Sicherheitstechnik mbH, LBM Lüftungs- und Brandschutztechnik Möhnesee GmbH, Rigips, Santon GmbH, Stöbich Brandschutz GmbH sowie Wichmann Brandschutzsysteme GmbH & Co. KG.
Prof.-Dr.-Ing. Jürgen Wesche, TU Braunschweig, MPA Braunschweig, sprach anschließend über die „Bewertung von Beton-Bestandsbauteilen: Decken, Riegel, Stützen sowie Stahl, Guss, Eisen, alte Mauerziegel, natürliche Steine“. Dabei ging er zunächst auf besondere Gefahren im Bestand ein und sprach über Nachweismöglichkeiten alter Bauteile. Detailliert ging er dann anhand von Praxisbeispielen auf verschiedene Tragkonstruktionen und deren Bestandsschutz ein. Als besonders wichtig stellte er die einzelnen Verantwortlichkeiten im Bestand heraus. 
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|  Die Referenten des 9. Fachplanertages in Friedberg (v.l.n.r.): Dipl.-Ing. Kay Ahrens, Dipl.-Ing. Franz Schächer, Dr. Jens Leypoldt, MR Erich Allgeier, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wesche, Prof.-Dr. Stefan Winter
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Nach der Mittagspause folgte als Nachtisch rechtliche Kost: Ministerialrat Erich Allgeier, Wirtschaftsministerium Hessen, Oberste Bauaufsicht, sprach über die „Grundsätzlichen Regeln für „Bauen im Bestand“ aus rechtlicher Sicht“. Zu Beginn seines Vortrages stellte er anhand verschiedener Szenarien Fragen, z.B. „Ein Gebäude steht längere Zeit leer. Darf die Nutzung ohne Baugenehmigung wieder aufgenommen werden? Welches Recht gilt für die Aufnahme der Nutzung?“ Er erklärte, dass diese und weitere Fragen in den Regelungen des Bestandsschutzes beantwortet werden. Nach einer anschließenden Definition des aktiven und passiven Bestandsschutzes, thematisierte MR Allgeier auch Regelungen des Bestandsschutzes in der HBO. Im Anschluss an seinen sehr informativen Vortrag, entwickelte sich eine rege Fragestunde mit den Teilnehmern des 9. Fachplanertages. Dabei konnten sie Probleme ihrer aktuellen Projekte schildern.
Als letzten Vortrag konnten die Teilnehmer Dipl.-Ing. Kay Ahrens, DBT, Frankfurt und Dr. Jens Leypoldt, INNIUS GTD GmbH, Dresden folgen, die ein „Praxisbeispiel zur Anwendung einer Brandsimulation zum Nachweis der Entrauchung“ thematisierten. Die Vorträge gliederten sich dabei in Teil A „Erläuterungen zum Brandschutzkonzept“ und in Teil B „Erläuterungen Berechnung“. Insgesamt wurde dabei die komplette Bandbreite deutlich. Dipl.-Ing. Kay Ahrens stellte dabei zunächst das Gebäude und die Vorgaben aus dem Brandschutzkonzept vor. Die Schutzziele sollten hierbei über Brandsimulationsberechnungen erreicht werden. Auf die einzelnen Berechnungen ging im Anschluss Dr. Jens Leypoldt ein.
Alle Skripte stehen unter: www.ingah.de als Download zur Verfügung. Die nächsten Termine stehen auch schon fest: Der 10. Fachplanertag Brandschutz findet am 27.04.2012 (Jubiläum) in Friedberg statt. Am 26.04.2013 folgt der 11. Fachplanertag Brandschutz. 
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