ift Brandschutzforum 2011

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|  Knapp 250 Besucher kamen zum diesjährigen ift Brandschutzforum in Nürnberg.
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Für Feuer- und Rauchschutzelemente gelten weltweit besonders strenge Regeln. Nahezu 250 Besucher aus 13 Ländern informierten sich deshalb über neue Regeln und Normen in Europa. In diesem Jahr lag der Fokus auf der europäischen Bauproduktenverordnung und der prEN 16034 „Fenster, Türen und Tore mit Feuer-/Rauchschutzeigenschaften“ sowie den Produktnormen für Innentüren, Fassaden und Natürliche Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (NRWG). Außerdem wurden nationale Zulassungsverfahren aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen und den USA sowie der Umgang mit den EXAPs (erweiterter Anwendungsbereich) im Detail vorgestellt.
Die am 24.4. 2011 in Kraft getretene Bauproduktenverordnung (BPVo) wirft ihre Schatten voraus. Die Übergangsfrist bis zum 1.7.2013 bietet den Herstellern zwar genügend Zeit für die Umstellung, aber der Verordnungscharakter zeigt schon deutlich, dass es der EU-Kommission mit der zügigen und konsequenten Umsetzung ernst ist. Dies wird auch durch klare Forderungen an die nationale Marktüberwachung betont. 
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|  Ulrich Sieberath, Dr. Rainer Mikultis und Andreas Matschi eröffneten im Plenum das Kapitel Bauproduktenverordnung (BPVo) (v.l.n.r)
(Foto: ift Rosenheim GmbH)
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Dr. Rainer Mikultis, Geschäftsführer des Instituts für Bautechnik in Österreich (OIB), wies auf die zentrale Bedeutung der neu eingeführten Leistungserklärung hin. „Das CE-Zeichen zeigt nicht mehr die Konformität mit einer Produktnorm, sondern die Übereinstimmung der deklarierten Kennwerte mit der zugehörigen Leistungserklärung“. Dies erhöht die Verantwortung und Haftung der Hersteller und rückt die richtige Auswahl repräsentativer Probekörper und eine nachvollziehbare werkseigene Produktskontrolle noch stärker in den Vordergrund. Daneben stellte er auch die präzise beschriebenen Rechte und Pflichten bei der CE-Kennzeichnung für Hersteller, Händler, Importeure und Systemgeber vor. Dem bislang recht unterschiedlichen Niveau der Prüfinstitute in Europa wird mit scharfen Auflagen begegnet, die vor allem für nstitute ohne eine Akkreditierung nach EN 17025, Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien, eine große Herausforderung sein dürfte.
Als nächster Referent nahm der Institutsleiter des ift Rosenheim, Ulrich Sieberath, die BPVo aus der Sicht des Fenster- und Fassadenbauer ins Visier, insbesondere die neuen vereinfachten Nachweise. Gemäß Artikel 37 „Anwendung vereinfachter Verfahren durch Kleinstunternehmen“ können Kleinstunternehmen vereinfachte Nachweisverfahren nutzen. Dies klingt zunächst attraktiv, aber im Nachsatz steckt das Problem, indem es heißt „...sowie die Gleichwertigkeit der verwendeten Verfahren mit den in den harmonisierten Normen festgelegten Verfahren nachweisen...“. Das ift Rosenheim will dennoch die Chancen der BPVo nutzen, um weitere sinnvolle Vereinfachungen für Kleinstunternehmen und Handwerksbetriebe zu entwickeln, beispielsweise Tabellenverfahren oder Online Rechentools. Es muss aber auch auf die Risiken hingewiesen werden, wenn bei komplexen Prüfverfahren die Gleichwertigkeit schwierig nachzuweisen ist. Die Auswirkung auf die Normungsarbeit brachte Ulrich Sieberath wie folgt zum Ausdruck „Die Integration der Bauproduktenverordnung in die jeweiligen Produktnormen wird eine Herkulesaufgabe werden, der sich das ift Rosenheim gemäß seiner satzungsmäßigen Ziele aber annehmen wird“. 
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|  Viele Zuschauer hatte die Prüfung einer Musterfassade der Firma Esco-Metallbausysteme auf dem 5x5 m Ofen im ift-
Brandschutzzentrum.
(Foto: ift Rosenheim GmbH)
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Andreas Matschi, Geschäftsbereichsleiter Bauelemente des ift Rosenheim stellte in 10 Schritten vor, wie man auf Basis der zukünftigen Produktnorm prEN 16034, „Fenster, Türen und Tore mit Feuer-/Rauchschutzeigenschaften“ das CE-Zeichen vergeben und damit in Europa die Produkte einfacher handeln kann. Besonders interessant waren die Hinweise, unter welchen Bedingungen die heutigen Prüf- und Klassifizierungsberichte sowie Berichte zum erweiterten Anwendungsbereich (EXAP) für eine spätere CE-Kennzeichnung nutzbar sind. Auch die Chancen im Rahmen des Cascading ITT, bei dem die Prüfergebnisse von Verarbeitern genutzt werden können sowie klare Anforderungen für Wartung und Instandhaltung durch die Gebäudebetreiber waren für die Teilnehmer von Bedeutung. Die Verabschiedung der Norm erwartet Andreas Matschi für den Januar 2013und den Beginn der Koexistenzphase für Juli 2013.
Dr. Gerhard Wackerbauer und Claudia Rieß vom ift-Brandschutzzentrum beschrieben anhand zahlreicher Beispiele wie sich mit Hilfe einer intelligenten Probekörperauswahl und EXAP-Berichten ein breiter Anwendungsbereich der Produkte erreichen lässt und damit die Anzahl der notwendigen Prüfungen reduziert werden kann. Vorraussetzung hierfür ist allerdings eine Prüfstelle mit umfassender Erfahrung und Knowhow, die in den EXAP-Berichten die Erweiterung und Übertragung erklären und verantworten muss. Ergänzt wurde dies durch den Vortrag von Alexander Spreitzer (ift-Produktingenieur Schloss und Beschlag), der detailliert erläuterte unter welchen Bedingungen der Austausch von Schlössern, Bändern, Drückern, Schließern oder Dichtungen zulässig ist – angesichts der Vielfalt von Baubeschlägen ein enorm wichtiges Thema. Im Zentrum stand dabei die Diskussion des „Hardware Performance Sheet (HPS)“, in dem zukünftig alle relevanten Daten und Prüfergebnisse zusammen getragen werden. In Verbindung mit Prüfungen an Kleinproben und der richtigen Auswahl der Probekörper kann so ebenfalls ein größerer Anwendungsbereich abgedeckt werden.
Abgeschlossen wurde das ift Brandschutzforum durch den Vortrag von Prof. Hans Ebert vom Institut für Wirtschaftsforschung & neue Medien, indem er zeigte wie rasant Facebook, Twitter und Co auch den Baubereich erobern und wie selbstverständlich die Generation 16+ diese Medien nutzt. So würde es nicht verwundern, wenn demnächst ein Scheich aus dem nahen Osten bei einer Ausschreibung vom Hersteller die Bedienungsanleitung und die nötigen Nachweisen auf Youtube fordert.
Alle Vorträge mit Tabellen und Abbildungen sind auf über 400 Seiten in deutsch und englisch online verfügbar: www.ift-rosenheim.de/literatur 
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