FeuerTRUTZ 2012: Feuer und Flamme in Nürnberg

Vom 22. bis zum 23. Februar war die FeuerTRUTZ im Messezentrum Nürnberg Ziel vieler Brandschutz-Experten. Rund 3.300 Besucher (2011: über 2.300) kamen zur zweiten Fachmesse mit Kongress für vorbeugenden Brandschutz. Die Fachmesse bot dabei ein Rekordangebot von rund 150 Ausstellern (2011: 108). Der parallel stattfindende Brand¬schutzkongress war bereits im Vorfeld wieder ausgebucht und mit 850 Teilnehmern so groß wie nie zuvor.

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Am Aschermittwoch ist alles vorbei – nicht so in diesem Jahr in Nürnberg. An diesem Tag begann die diesjährige FeuerTRUTZ. (Fotos: NuernbergMesse / Thomas Geiger)

Vor allem Fachplaner, Architekten und Sachverständige sowie Mitarbeiter von Behörden und Brandschutzbeauftragte nutzten die zwei Veranstaltungstage zur Fortbildung, zum Erfahrungsaustausch und zur Kontaktpflege. Auf der Fachmesse konnten sie zahlreiche Neuheiten bestaunen – von wasserabweisendem Sand über neueste Warnmeldesysteme und Brandschutztüren bis hin zur innovativen Brandschutzhülse, die im Ernstfall die Ausbreitung von Kabelbränden verhindern kann.

FeuerTRUTZ Brandschutzkongress

Der bereits etablierte FeuerTRUTZ Brandschutzkongress fand auch in diesem Jahr wieder parallel zur Fachmesse statt. Trotz des bereits großen Zuspruchs bei der Premiere im vergangenen Jahr, ist die Zahl mit 850 Teilnehmern weiter gestiegen.
„Brandschutz ohne Standards ?!“ - so lautete das diesjährige Motto. Dieser provokante Titel lockte Ingenieure, Behördenvertreter, Brandschutzbeauftragte sowie Architekten nach Nürnberg. Dabei wurden u.a. die Grenzen schutzzielorientierter Brandschutzkonzepte und Standards für die Nutzung von Erleichterung bzw. Kompensationen und den Einsatz von Ingenieurmethoden erörtert.
38 anerkannte Brandschutzexperten referierten in den einzelnen Kongresszügen. Heiß diskutiert wurden z.B. die neuesten Anforderungen an den betrieblichen Brandschutz sowie die Vereinbarkeit von Brand- und Denkmalschutz. Dabei zeigte sich deutlich: gerade in den Abweichungen von den Standardvorgaben der Bauordnung bzw. Sonderbauvorschriften liegt die Chance für wirtschaftlichen und sicheren Brandschutz.
Am ersten Tagungstag eröffnete Feuertrutz Verlagsleiter Günter Ruhe den Kongress. In ihren Grußworten wünschten Bürgermeister Dr. Klemens Gsell und Rolf Keller von der NürnbergMesse den Tagungsteilnehmer zwei erfolgreiche Tage in Nürnberg.
Mit den Kongresszügen „Brandschutzkonzepte“, „Betrieblicher Brandschutz“ und „Brandschutzplanung“ begann die hochkarätige Vortragsreihe, in deren Verlauf sich die Teilnehmer kaum zwischen den vielen Themen entschieden konnten.

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850 Brandschutzexperten informierten sich in drei parallelen Kongresszügen über Trends und die Anwendung der neuesten Vorschriften.

Den obligatorischen Eröffnungsvortrag zum Thema „Aus Schäden lernen, Standards entwickeln“ im Hauptsaal hielt Josef Mayr. Er zeigte eindrucksvoll, wo die festgelegten Brandschutzanforderungen helfen, wo sie noch fehlen und wo sie vielleicht überflüssig sind.
Nach der Mittagspause wurden die drei Kongresszüge mit den Themen „Brand- und Denkmalschutz“, „Kompensationen“, „Bemessung“ in den Sälen Brüssel, München und Mailand fortgesetzt. Rechtsanwalt Stefan Koch referierte über das heiß diskutierte Thema „Wo endet der Bestandschutz?“. Nach einer kurzen Einführung zur Definition des Bestandsschutzes widmete er sich 4 Fallbeispielen, anhand derer er Grenzen und sein Vorgehen bei der Beratung darstellte. Offene Fragen zum Thema „Bestandschutz und konkrete Gefahr“ wurden im nachfolgenden Gespräch von den Teilnehmern mit den Referenten diskutiert.
Auch am zweiten Tagungstag erwartete die Teilnehmer ein interessantes Vortragsprogramm. Zu den parallel stattfindenden Kongresszügen zählten: „Baulicher Brandschutz“, „Sicherheitssysteme“ sowie „Löschtechnik“. Prof. Jürgen Wesche eröffnete mit seinem Vortrag „Einsatz und Bewertung neuer Bauprodukte und Bauarten am Beispiel von Kabelbandagen und Feuerschutzvorhängen“ den Kongresszug zum Thema „Baulicher Brandschutz“. Auch die nachfolgenden Vorträge in den einzelnen Kongresszügen, widmeten sich weiteren spannenden Themen wie z.B. „Brandschutzkonzept Berliner Schloss“, „Brandschutz bei landwirtschaftlichen Bauten“ oder „Kunst und Kultur - mit Wasser schützen“.

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Neben den Diskussionsrunden blieb in den Pausen für die Kongressteilnehmer Zeit für den fachlichen Austausch untereinander und den Besuch der begleitenden Fachmesse.

Produktneuheiten auf der Fachmesse

In der parallel geöffneten Fachmesse präsentierten rund 150 Aussteller die gesamte Bandbreite des vorbeugenden Brandschutzes. Ob Warnsysteme, Rauchfreihaltung oder Beschichtungen und Abschottungen, das Angebot war in diesem Jahr noch vielfältiger. So konnten sich Brandschützer an zwei Messetagen ganz gezielt über Produkttrends und Dienstleistungen zur Brandverhütung und -eindämmung informieren. Der ein oder andere Aussteller hatte auch Produktinnovationen im Gepäck.
Auf dem Messestand von ZAPP-ZIMMERMANN wurde u.a. der neue Ortschaum „ZZ-Brandschutzschaum 2K NE“ vorgestellt. Das Besondere an dem neuen Brandschutzschaum ist, dass er flexibel bleibt und nicht aushärtet, es können also auch noch nachträglich Kabel und auch Rohre durch den Schaum gesteckt werden. Neu ist auch die Zulassung des Produkts, denn es ist nicht nur für den deutschen sondern für den gesamten europäischen Markt zugelassen.

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Rund 500 Gäste besuchten die Abendveranstaltung im „Bratwurst Röslein“ und nutzen bei fränkischen Spezialitäten die Gelegenheit zum Dialog unter Kollegen/innen.

Stöbich präsentierte mit seinem neuesten textilen Feuerschutzabschluss für große Deckenöffnungen bis 10 x 10 m eine Produktneuheit auf der FeuerTRUTZ 2012. Der neue Fibershield-HC mit der Klassifikation E 120/ EW 60 eignet sich für große Deckenöffnungen und benötigt dabei keine in der Öffnung verlaufenden Zug- und Tragseile, wie sie bislang bei großen Abschlüssen notwendig waren.
Im Aussteller-Fachforum stellten 14 Aussteller in praxisnahen Vorträgen den Besuchern ihre Innovationen vor. Moderiert wurde das Fachforum von Sebastian Weißenborn.
Der Treffpunkt „Bildung und Karriere“ bot einen erstklassigen Überblick über fachspezifische Seminare und Studiengänge rund um den vorbeugenden Brandschutz. Acht Institute informierten über ihre Fortbildungsangebote.

And the winner is...

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And the winner is… Die glücklichen Preisträger bei der diesjährigen Verleihung „Brandschutz des Jahres“.

Am 22. Februar verlieh der Feuertrutz Verlag seine Auszeichnung „Brandschutz des Jahres“. Die Fachjury, erneut unter Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wesche, wählte Anfang Februar 2012 aus den durchweg hochkarätigen Einsendungen einen Preisträger. Zum Gewinner in der Kategorie „Brandschutzkonzept“ kürte die Fachjury die neue Konzernzentrale HDI Gerling in Hannover. Das Konzept wurde von der BPK Brandschutz Planung Klingsch GmbH aus Düsseldorf erstellt. Den Preis nahm Dipl.-Ing. Stephan Bargel entgegen. Eine ausführliche Vorstellung des Konzeptes lesen Sie in Ausgabe 2.2012 des FeuerTRUTZ Magazins.
Bei der Wahl zum Brandschutzprodukt des Jahres – sowohl baulich, als auch anlagentechnisch – wählten in diesem Jahr erstmalig die Leser des FeuerTRUTZ Magazins. Über 2.000 Online-Voten über die vorgestellten Produkte trafen bis Ende Januar ein. Die beiden Produkte mit den meisten Stimmen in ihrer Kategorie erhielten die begehrte Auszeichnung. Die Online-Abstimmung der Leser zum besten Produkt fiel in beiden Kategorien ausgesprochen knapp aus.
In der Kategorie „Baulicher Brandschutz“ gewann das neue Abschottungssystem von Hilti, die Brandschutzhülse CFS-SL. Dipl.-Ing. Jörg Olschimke, Segmentleiter Gebäudesicherheit & Brandschutz der Hilti Deutschland AG, nahm den Preis mit seinen Kollegen entgegen: „Die Auszeichnung ist eine große Ehre für uns und zeigt uns, dass unsere Ingenieure einen hervorragenden Job gemacht haben, Innovationskraft und Kundenbedürfnisse miteinander zu vereinen.“
In der Kategorie „Anlagentechnischer Brandschutz“ überzeugte „CalanCool“, ein Frostschutzmittel für Sprinkleranlagen, von Calanbau die Leser.
Höhepunkt der Preisverleihung war sicherlich die Vergabe des Ehrenpreises. Die Auszeichnung erhielten in diesem Jahr gleich zwei wichtige Frauen aus dem vorbeugenden Brandschutz: Ministerialrätin a. D. Dipl.-Ing. Gabriele Famers und Dipl.-Ing. Angelika Staimer.

Aussteller- und Besucherstimmen zur FeuerTRUTZ 2012:

Dipl.-Betriebsw. Gerd Friedel, RÜTGERS Organics GmbH, Geschäftsbereichsleiter Coating:
„Nachdem wir letztes Jahr das erste Mal auf der FeuerTRUTZ waren und sehr gute Erfahrungen gemacht haben, können wir auch jetzt bestätigen, dass unsere Teilnahme hier an der FeuerTRUTZ sehr erfolgreich ist. Wir haben glücklicherweise hier auf der FeuerTRUTZ die Gelegenheit, eine Weltneuheit zu präsentieren. Dabei handelt es sich um ein F30-Brandschutzkonzept für Nagelplattenbinderkonstruktionen, häufig eingesetzt bei Discounter-Dächern, aber auch in Kindergärten, Schulen, Viehstallungen und im Wohnbau. Bei unserer Lösung geht es darum, die verbauten Hölzer schwer entflammbar (B1) zu machen und gleichzeitig für die Dachkonstruktionen eine Standfestigkeit über 30 Minuten sicherzustellen. Zum einen kann dadurch die Entstehung eines Vollbrandes und toxischer heißer Gase verhindert werden und zum anderen kann den Einsatzkräften damit die Möglichkeit gegeben werden, wirksame Löscharbeiten eines Entstehungsbrandes vorzunehmen.“

Dipl.-Betriebsw. Holger Nußbeck, DMW Schwarze GmbH & Co. Industrietore KG
„Wir sind sehr zufrieden mit dem Messe Ergebnis, wo wir einem wirklich interessierten Fachpublikum unsere neuen Produkte vorstellen konnten. Insbesondere die Atmosphäre hat uns sehr gut gefallen, weil es immer wieder Rückzugsbereiche gab, wo wir dann auch konzentrierte Einzelgespräche führen konnten.“

Ulrich Resch, Walraven GmbH
„Es war noch besser als letztes Jahr. Es war letztes Jahr schon überragend und heute war es noch zu toppen. Es waren nur Fachleute da, viele Sachverständige, die nicht nur aus Bayern kommen, sondern aus mehreren Bundesländern. Die FeuerTRUTZ ist richtig gut angenommen worden. Die Messe ist eine der stärksten Messn, die wir mitmachen."

Bodo Bleichner, Geschäftsführer, BLEICHNER Brandschutz
„Ich war zum ersten Mal auf der FeuerTRUTZ und wollte mich über die Neuheiten informieren, alte Kontakte pflegen und neue aufbauen. Das Portfolio der Aussteller ist breit gefächert und somit gibt es Informationen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Weil es in der Branche immer wieder neue Innovationen gibt, muss man am Ball bleiben. Und da gehört der Messe-Besuch auf jeden Fall dazu.“

Dipl.-Ing. Dorit Westphal, Gebäudemanagement Schleswig-Holstein
„Ich bin zum zweiten Mal auf der FeuerTRUTZ und kann das Doppel aus Messe und Kongress auf jeden Fall empfehlen. Leider gibt es in Deutschland bisher nicht sehr viele Möglichkeiten, sich auf dem Gebiet Brandschutz fortzubilden.“