FeuerTRUTZ 2013: Tradition im deutschen Brandschutz

Bekanntlich haben in Franken wie im Rheinland Veranstaltungen nach der dritten Wiederholung eine Tradition. Daher trafen sich am 20. und 21. Februar traditionell die deutschen Brandschützer in Nürnberg. Architekten, Planer, Brandschutz-/Bauingenieure, Sachverständige, Brandschutzbeauftragte, Behördenvertreter und das verarbeitende Handwerk informierten sich in der Fachmesse und im Kongress über Trends und Produkte im vorbeugenden Brandschutz.

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900 Brandschutzexperten aus dem gesamten Bundesgebiet informierten sich in drei parallelen Kongresszügen über "Neue Regeln, neue Trends, neue Konzepte". (Fotos

Über 3.500 Fachexperten (2012: 3.340) aus 14 Ländern besuchten die dritte Fachmesse mit Kongress. Die Fachmesse bot dabei ein Rekordangebot von 165 Ausstellern (2012: 149). „Mit der erneuten Rekordbeteiligung hat die FeuerTRUTZ ihr Alleinstellungsmerkmal als deutschlandweit einzige, ausschließlich auf den vorbeugenden Brandschutz fokussierte Veranstaltung untermauert“, freuen sich die Projektverantwortlichen, Günter Ruhe vom Feuertrutz Verlag und Stefan Dittrich von der NürnbergMesse und verkündeten zum Abschluss der dritten Ausgabe, dass sie auch langfristig ihre Partnerschaft für das Projekt Fachmesse und Kongress fortsetzen werden.
Die 165 Aussteller der Fachmesse überzeugten dabei mit zahlreichen Neuheiten für die drei Teilbereiche des vorbeugenden Brandschutzes. Hersteller von baulichen Brandschutzmaßnahmen zeigten u.a. neueste feuerfeste Tore, Türen und Fenster. Innovative Sprinklersysteme und den ersten Rauchwarnmelder, der mit dem Internet kommuniziert, gab es im anlagentechnischen Segment zu sehen. Im organisatorischen Brandschutzbereich wurden Softwareprogramme für Flucht- und Rettungspläne sowie Beschilderungen präsentiert.

FeuerTRUTZ Brandschutzkongress

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Über 40 anerkannte Experten referierten zu interessanten Themen im vorbeugenden Brandschutz.

Der dreizügige Kongress fand auch in diesem Jahr wieder parallel zur Fachmesse statt. Mit rund 900 Teilnehmern war der Kongress wie in den Vorjahren frühzeitig ausgebucht. "Neue Regeln, neue Trends, neue Konzepte: Lösungen für den Brandschutz 2013", so lautete das diesjährige Schwerpunktthema.
Teilnehmer Hanno Müller-Schlösser von Reichmann + Partner Ingenieurgesellschaft mbH + Co. KG unterstreicht den großen Informationsbedarf der Branche: „Die Brandschutztechnik ist ständig im Umbruch. Als Diplomingenieur interessiert mich besonders, wie man mit baurechtlichen Abweichungen umgeht, welche Lösungen es neben den Standards gibt und wie neue Richtlinien auch in der Praxis umgesetzt werden? Ich bin beeindruckt von der Kombination von Messe und Kongress. Viele fachlich sehr qualifizierte Sprecher informieren über praxisnahe Themen und im Anschluss bietet sich intensive Gelegenheit zu Gesprächen.“
Den obligatorischen Eröffnungsvortrag hielt auch in diesem Jahr wieder Josef Mayr. Den Schwerpunkt bildeten das Rettungswegekonzept der neuen Musterbauordnung und die Problematik von Dämmsystemen mit brennbaren Baustoffen.

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Fränkische Spezialitäten genossen rund 450 Gäste bei der Abendveranstaltung im „Bratwurst Röslein“.

Insgesamt referierten auch in diesem Jahr über 40 anerkannte Brandschutzexperten zu interessanten Themen, was den Teilnehmern im Vorfeld die Auswahl zwischen den drei Zügen nicht einfach machte. Besonders großen Zulauf hatten die Kongresszüge „Brandschutzplanung“, „Abweichungen“ und „Bauprodukte“. Hier wurde u.a. die neue Bauproduktenverordnung, die ab dem 1. Juli in Kraft tritt, ausführlich behandelt.
Über den deutschen Tellerrand blickte der Kongresszug „Brandschutz in Europa“. So widmete sich Karl Wallasch in seinem Vortrag den Ingenieurmethoden in verschiedenen europäischen Ländern mit Fokus auf Großbritannien. Für spannende Diskussionen sorgten – aus aktuellem Anlass – der Vortrag von Ingolf Kotthoff zum Brandschutz bei Wärmedämmverbund-Systeme und der Vortrag zu Brandschutz in Pflegeeinrichtungen von Anke Löbbert.

Produktneuheiten auf der Fachmesse

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In den Pausen blieb für Kongressteilnehmer genügend Zeit für den fachlichen Austausch untereinander und den Besuch der begleitenden Fachmesse.

165 Aussteller zeigten in der Messehalle 10.1 die gesamte Bandbreite des vorbeugenden Brandschutzes. Ob Melde- und Alarmierungssysteme, Einrichtungen zur Rauchfreihaltung oder Beschichtungen und Abschottungen, das Angebot war in diesem Jahr noch vielfältiger. So konnten sich Brandschützer an zwei Messetagen ganz gezielt über Produkttrends und Dienstleistungen zur Brandverhütung und -eindämmung informieren. Der ein oder andere Aussteller hatte auch Produktinnovationen im Gepäck:

  • Hilti stellte den Brandschutzstein CFS-BL P vor, der durch seine Zulassung für den Längs- und Quereinbau viele verschiedene Abschottungsmöglichkeiten erlaubt.
  • Im Bereich der stationären Anlagen präsentierte TOTAL WALTHER drei effiziente und ressourcensparende wasserbasierte Löschverfahren. S eignen sich zum Beispiel moderne Sprinkleranlagen für den Schutz von Gewerbe- und Industriebauten ebenso wie für Hotels und Krankenhäuser.
  • ASSA ABLOY Sicherheitstechnik stellte ihre intelligenten Lösungen für Rettungswegtechnik vor. Durch aufeinander abgestimmte Komponenten bieten die effeff-Rettungswegsysteme eine hohe Sicherheit für Menschen und Sachwerte. Besonderes Highlight auf der Messe war der ASSA ABLOY Sicherheits-Türschließer® mit integrierter Rettungswegverriegelung.
  • Sherwin-Williams Protective & Marine Coatings zeigte sein neuestes Produkt aus der Reihe FIRETEX® M90.

Rahmenprogramm

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Aussteller-Fachforum: Insgesamt informierten 24 Kurzvorträge über neue Themen und Trends im vorbeugenden Brandschutz.

Den Netzwerkgedanken der FeuerTRUTZ unterstützte auch das begleitende Zusatzprogramm an den zwei Veranstaltungstagen. Eine gut genutzte Anlaufstelle mitten im Messegeschehen war das Aussteller-Fachforum mit praxisorientierten Kurzvorträgen. Auf dem Programm standen insgesamt 24 Fachvorträge.
Über den großen Zuspruch freut sich der Moderator Sebastian Weißenborn: „Der Andrang auf den Kongress und das Aussteller-Fachforum hat sich gesteigert. Trotz größerer Bestuhlung haben wir immer wieder Vorträge, bei denen sich im Hintergrund die Leute auch gerne stehend beteiligen. Von besonderem Interesse sind da natürlich aktuelle Thematiken wie Rauchschutzanlagen, Festellanlagen oder die Entrauchung von Gebäuden.“
Ebenso gut besucht war der Treffpunkt Bildung und Karriere. Hier informierten acht Ausbildungsinstitute über Seminare und Studiengänge rund um den vorbeugenden Brandschutz. Mit dabei war u.a. EIPOS, das Europäisches Institut für postgraduale Bildung. Sabine Schönherr, Leiterin der Produktgruppe Brandschutz, resümierte: „Das Thema Aus- und Weiterbildung boomt, viele Kunden interessieren sich für unseren Masterstudiengang und die berufsbegleitenden Fachfortbildungen. Von dem Publikum auf der FeuerTRUTZ bin ich total begeistert – die Besucher kommen mit konkreten Fragen, man merkt dabei, dass sie sich bereits im Vorfeld sehr intensiv informiert haben.“

Brandschutz des Jahres

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Das Highlight am Vorabend der FeuerTRUTZ war die Verleihung der Auszeichnung „Brandschutz des Jahres“.

Am Vorabend der Messe verlieh der Feuertrutz Verlag im Nürnberger Museum Industriekultur seine Auszeichnung „Brandschutz des Jahres“. Die Fachjury, unter Vorsitz von Brandassessor Peter Hilgers, dem Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Fachplaner und Sachverständigen im vorbeugenden Brandschutz (BFSB), wählte aus den durchweg hochkarätigen Einsendungen die Preisträger.
Zum Gewinner in der Kategorie „Brandschutzkonzept“ kürte die Fachjury das Schlaue Haus in Oldenburg. Das Konzept wurde von Andreas Flock (Technische Prüfgesellschaft mbH Berlin) erstellt. Das Schlaue Haus ist eine lichtdurchflutete Kombination aus der erhaltenen Substanz des wahrscheinlich ältesten Oldenburger Bürgerhauses und seiner modernen Erweiterung durch Behnisch Architekten. Das Siegerkonzept wurde mit einem Preisgeld von 5.000,- Euro dotiert. Mehr Informationen zum Konzept enthält der Beitrag im FeuerTRUTZ Magazin 2.2013.
Bei der Wahl zum Brandschutzprodukt des Jahres – sowohl baulich, gebäudetechnisch als auch organisatorisch – stimmten auch in diesem Jahr wieder die Leser des FeuerTRUTZ Magazins ab. Über 1.500 Lesen nahmen an der Abstimmung teil. Die Produkte mit den meisten Stimmen in ihrer Kategorie erhielten die begehrte Auszeichnung.
In der Kategorie „Baulicher Brandschutz“ gewann der Brandschutzkanal „G+H PYROMENT IK90 Typ BD“, der aus verzinktem Blech bzw. Edelstahlblech mit einem speziellen Dämmschichtbildner und Decklack besteht. In der Kategorie „Gebäudetechnischer Brandschutz“ überzeugte das “VentilatorDiagnoseSystem (VDS)“ für Entrauchungsventilatoren von TROX TLT die Leser. Die TENADO GmbH gewann in der Kategorie „Organisatorischer Brandschutz“ mit der Software „TENADO PROTECT 13“, die u.a. das Erstellen von Flucht- und Rettungsplänen ermöglicht.
Den Ehrenpreis erhielt in diesem Jahr Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wesche, der sich über die Auszeichnung und die Laudatio von Klaus-Dieter Wathling freute.
Auch im nächsten Jahr wird der Feuertrutz Verlag wieder einen innovativen Brandschutz suchen und auszeichnen. Bewerbungsschluss für das Brandschutzkonzept ist der 30.11.2013.

Neben unserem Filmteam war auch retter.tv auf der FeuerTRUTZ 2013 vor Ort. Einen Nachbericht mit Film finden Sie hier.