Infoblätter des VDMA zum Thema Entrauchung

Der Expertenkreis Entrauchung im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) hat neue Informationsblätter erarbeitet und herausgegeben.

VDMA: Infoblätter zum Thema Entrauchung
Die VDMA-Informationsblätter sind als kostenloser Download verfügbar. (Bild: Infoblätter VDMA)

Juni 2017. Die neuen Informationsblätter behandeln die Themen Wechselwirkung von Löschanlagen und MRA/NRA, Prinzipien zur Rauchableitung, Funktionserhalt von elektrischen Leitungsanlagen – Maschinelle Rauchabzugsanlagen sowie Anforderungen an die Entrauchung in den neuen Muster-Sonderbaurichtlinien/-verordnungen.

Die VDMA-Informationsblätter stehen auf der Webseite des VDMA zum kostenlosen Download zur Verfügung: rauchschutz.vdma.org/viewer/-/article/render/16193869

Informationsblatt 2: Wechselwirkung von Löschanlagen und MRA/NRA

Anlagentechnische Brandschutzsysteme wie Rauchabzugsanlagen und/oder Sprinkleranlagen können so konzipiert werden, dass sie sowohl die bauordnungsrechtlichen Schutzziele als auch die Schutzinteressen des Betreibers einer baulichen Anlage abdecken, je nachdem, ob der Schwerpunkt im Personen- oder Sachschutz liegt.
Negative Auswirkungen beim Einsatz von Wasserlöschanlagen in Verbindung mit maschinellen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen wurden in der Vergangenheit oft befürchtet und häufig kontrovers diskutiert. Dies wurde jedoch durch verschiedene Untersuchungen relativiert, sodass eine Kombination heutzutage als durchaus vorteilhaft angesehen wird. Allerdings werden einer Kombination durch verschiedene Einflussfaktoren Grenzen gesetzt. Aktuelle Tabellen und Erklärungen im Informationsblatt geben Klarheit und schaffen Sicherheit.

Informationsblatt 4: Prinzipien zur Rauchableitung

Bei einem Brandereignis ist die Rauchableitung eine wesentliche Voraussetzung zur effektiven Selbstrettung, zur Fremdrettung sowie zur Brandbekämpfung. Zudem verhindert sie die unkontrollierte Rauchausbreitung und die Ansammlung entzündbarer Rauchgasgemische im Brandraum. Auch der Sachschutz, die Schädigung oder der längerfristige Ausfall der Gebäude nach einem Brandereignis sowie der Umweltschutz werden durch Rauchableitung positiv beeinflusst.
Die Prinzipien der Entrauchung und Rauchableitung umfassen im Allgemeinen vier Bereiche:

  • Rauchabfuhr durch Verdünnung,
  • Rauchableitung durch Schichtung,
  • Rauchabschnittsbildung durch lufttechnische Maßnahmen und
  • Rauchfreihaltung.

In vielen Sonderbauvorschriften schreibt der Gesetzgeber zur Sicherstellung der Selbst- und Fremdrettung sowie des Löschangriffs im Brandfall eine raucharme Schicht (Rauchableitung durch Schichtung) vor. Gerade bei niedrigenergetischen Bränden (Brände von Kunststoffprodukten) ist jedoch ein frühzeitiges Absinken des Rauches in den Rettungsweg zu beobachten. Dieses Phänomen ist bei der Dimensionierung von Entrauchungsanlagen zur „Sicherstellung von Rettungswegen“ zu berücksichtigen.
Weiterhin ist zu beachten, dass die Rettungswege meist gleichzeitig die Angriffswege der Feuerwehr sind. Die Feuerwehrleute können sich zwar durch entsprechende Ausrüstung gegen die giftigen Rauchgase schützen, nicht aber die schlechte und fehlende Sicht durch den Rauch kompensieren.
Damit die Selbst- und Fremdrettung ermöglicht und die Angriffswege der Feuerwehr gesichert werden, ist deshalb eine raucharme Schicht von mindestens 2,5 m notwendig, die durch verschiedene Entrauchungsmaßnahmen erreicht werden kann.
Grundsätzlich benötigen solche Entrauchungssysteme neben einer genauen Abstimmung der Luftströme und des Drucks eine garantierte Brandlastfreiheit des zu schützenden Bereiches. Das Informationsblatt geht auf die grundlegenden Probleme ein und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Es ist eine Zusammenfassung des Expertenpapieres „Grundlagen der Entrauchung“.

Informationsblatt 6: Funktionserhalt von elektrischen Leitungsanlagen – ­Maschinelle Rauchabzugsanlagen

Das Informationsblatt definiert den Begriff des Funktionserhalts und zeigt relevante Normen und deren Anwendung auf. Neben diesen allgemeinen Erläuterungen gibt es zahlreiche praktische Tipps für den Funktionserhalt von Entrauchungsanlagen und Tunnelsystemen. Auch werden die Themen MLAR sowie die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von Funktionserhaltkabeln praktisch erläutert.

Informationsblatt 7: Anforderungen an die Entrauchung in den neuen Muster-Sonderbaurichtlinien/-verordnungen

Maschinelle Entrauchungsanlagen können Rauchgase frühzeitig, schnell und effektiv abführen. Menschen in einem brennenden oder verrauchten Gebäude gewinnen dadurch kostbare Zeit zur Flucht – auch dann, wenn einer der beiden vorgeschriebenen Fluchtwege nicht benutzbar ist.
Eine maschinelle Entrauchungsanlage kann daher im Brandfall einen wichtigen Beitrag zur Selbstrettung der im Gebäude befindlichen Menschen leisten.
Durch die besseren Sichtverhältnisse unterstützen Entrauchungsanlagen zudem den Feuerwehreinsatz. Durch die Brandbegrenzung und die schnelle Abführung von Rauchgasen und Wärme leisten diese Anlagen auch einen entscheidenden Beitrag zum Sachschutz.
Die neuen Sonderbaurichtlinien ermöglichen nun den Einsatz vereinfachter Entrauchungsanlagen. An deren Wirksamkeit werden dabei keine Anforderungen gestellt. Solche Rauchableitungsanlagen dienen nicht dem Personen- und nicht dem Sachschutz. Sie sollen lediglich der Feuerwehr für die Unterstützung der Brandbekämpfung bessere Bedingungen verschaffen.
Sind allerdings Abweichungen zu den in den Verordnungen definierten Anwendungsgrenzen (Rettungsweglängen, Brandabschnittsgröße usw.) vorhanden, sind Kompensationsmaßnahmen auch zur Sicherstellung der Eigenrettung erforderlich. Im Regelfall machen diese eine qualifizierte Entrauchung zur Ausbildung von rauchfreien Schichten und eine qualifizierte Bemessung nach den anerkannten Regeln der Technik erforderlich.
Das Informationsblatt erläutert die neuen Sonderbaurichtlinien und gibt praktische Hinweise zu deren Umsetzung.

Der VDMA bietet außerdem folgende Informationsblätter an:

  • Informationsblatt Nr. 1 "Nachströmung im Brandraum" (04/2002)
  • Informationsblatt Nr. 3 "Entrauchung von Räumen im Brandfall - Notwendige Zeiten für Entfluchtung, Rettung, Löschangriff (03/2005)
  • Informationsblatt Nr. 5 „Stromversorgung in sicherheitstechnischen Anlagen – Maschinelle Rauchabzug-Anlagen" (02/2015)

Info: VDMA-Expertenkreis Entrauchung

Der Expertenkreis Entrauchung im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) informiert unter der Leitung von ­Dipl.-Ing. Udo Jung, TROX GmbH, fachkom­petent über die Bedeutung maschineller Rauch- und Wärmeabzugsanlagen für die schnelle Entrauchung im Brandfall.
Auf der neuen Webseite http://rauchschutz.vdma.org bietet er hilfreiche Informationen rund um die Themenbereiche Rauchschutz, Brandschutz und Entrauchung an.

Der Artikel ist im FeuerTRUTZ Magazin 3.2017 (Mai 2017) erschienen.
Hier finden Sie weitere Informationen zum FeuerTRUTZ Magazin

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