Brandschutz-Konjunkturbarometer 2018/2019

Wie ist die aktuelle Situation in der Brandschutzbranche? Was erwarten die Leser des FeuerTrutz Magazins in diesem Jahr? Welche Herausforderungen sieht die Branche auf sich zukommen? Das Brandschutz-Konjunkturbarometer 2018/2019 gibt Auskunft und zeichnet insgesamt ein weiterhin optimistisches Bild mit allerdings eingetrübten Aussichten für 2019.

Brandschutz Konjunkturbarometer 2018/2019
Abb. 1: Die Befragten schätzen die aktuelle konjunkturelle Lage im Brandschutz als sehr gut ein. (Quelle: FeuerTrutz)

Februar 2019 / Von André Gesellchen. Die Geschäfte für Planer, Sachverständige, Hersteller und Ausführende im vorbeugenden Brandschutz sind stark von der generellen Baukonjunktur abhängig. In den letzten Jahren konnte die Branche vom anhaltenden Bauboom in Deutschland kräftig profitieren. Die Ergebnisse des Brandschutz-Konjunkturbarometers 2018/2019, die auf einer jährlich durchgeführten Onlinebefragung unter FeuerTrutz-Lesern beruhen, bestätigen das. Gut 63 % der Befragten geben der aktuellen konjunkturellen Lage im vorbeugenden Brandschutz auf einer 10-Punkte-Skala 8 bis 10 Punkte (s. Abbildung 1).

Brandschutz Konjunkturbarometer 2018/2019
Abb. 2: Geschäftsentwicklung nach Auftraggebern für das zurückliegende Jahr 2018 (Quelle: FeuerTrutz)

Die Antworten auf die Frage, wie sich das Geschäft 2018 aufgeschlüsselt nach den Bereichen private, gewerbliche und öffentliche Kunden entwickelt hat, lassen interessante Rückschlüsse zu (s. Abbildungen 2 und 3).
Zwar sind es nach wie vor die gewerblichen Kunden, mit denen das meiste Geschäft gemacht wird, die Geschäftstätigkeit nahm hier aber nach einem Höchststand in 2017 etwas ab (von 94,8 auf 86 Punkte). Auffällig ist 2018 vor allem der deutliche Anstieg im Geschäft mit öffentlichen Kunden. Der Index für diesen Teilbereich stieg im Vergleich zum Vorjahr 2017 von 26,56 auf 44,5 Punkte (fast die Hälfte der Befragten sah hier eine bessere oder viel bessere Entwicklung). Bei den privaten Auftraggebern setzt sich der leichte Rückgang der letzten zwei Jahre sogar etwas beschleunigt fort. Der Index liegt hier bei 26,9 Punkten für 2018 nach 31,3 in 2017 und 35 Punkten in 2016.
Kumuliert ergibt sich dennoch eine kleine Steigerung über alle drei Bereiche hinweg: Mit 52,7 Punkten liegt der Index 2018 sogar auf dem höchsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2014.

Brandschutz Konjunkturbarometer 2018/2019
Abb. 3: Geschäftsentwicklung nach Auftraggebern im Zeitverlauf (Quelle: FeuerTrutz)

Ausblick auf 2019

Für das kommende Jahr 2019 sehen die Befragten deutliche Verschlechterungen bei allen drei Auftraggeberkreisen voraus (s. Abbildung 4). Am deutlichsten zeigt sich das bei den gewerblichen Kunden, für die ein Rückgang um ganze 16 Punkte erwartet wird. Mit 70,3 Punkten würde der Index seinen bisherigen Tiefpunkt erreichen. Wenn die Prognosen zutreffen, dürfte auch der kräftige Aufschwung bei den öffentlichen Kunden zu Ende sein, mit einem Rückgang von ca. 9 Punkten läge der Wert 2019 mit 35,2 aber immer noch über denen von 2016 und 2017.

Brandschutz Konjunkturbarometer 2018/2019
Abb. 4: Auf das kommende Jahr blickt die Branche schon fast traditionell eher mit Sorge. Das gilt auch für die erwartete Geschäftsentwicklung in 2019. (Quelle: FeuerTrutz)

Insgesamt liegt der prognostizierte Index über alle drei Kategorien für 2019 nur noch bei 43 Punkten. Nachdem 2018 ein Rekordjahr war, wäre das der schwächste Wert seit 2014. Allerdings zeigte sich auch in den Vorjahren, dass die Befragten im Ausblick auf das kommende Jahr zu vorsichtig waren und die konjunkturelle Entwicklung schwächer erwarteten, als sie sich dann tatsächlich zeigte.

Download: Zahlen und Daten zum Brandschutz 2019

In Form eines Posters sind hier verschiedene Zahlen und Daten aus Statistiken zusammengestellt, die sich mit Brandschutz beschäftigen.

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Herausforderungen für den Brandschutz

Bei der Frage nach den größten Herausforderungen für den vorbeugenden Brandschutz in den nächsten zwei Jahren ergeben sich interessante Ergebnisse. Als größtes Problem sieht die Branche den Fachkräftemangel, dicht gefolgt von der steigenden Komplexität durch Gesetze und Verordnungen. Die Koordination der beteiligten Gewerke und Schnittstellenproblematiken sowie aufwendige Dokumentationspflichten werden hingegen für etwas weniger problematisch gehalten. Und ein schlechtes Image der Brandschutzbranche, die BIM-Einführung sowie die Digitalisierung haben im Vergleich einen viel geringeren Stellenwert für die befragten Brandschützer.

Der Artikel ist in Ausgabe 1.2019 des FeuerTrutz Magazins (Januar 2019) erschienen.
Hier finden Sie weitere Informationen zum FeuerTrutz Magazin Ausgabe 1.2019

Brandschutz-Statistiken – Zahlen zum Brandschutz
Hier finden Sie eine Übersicht von Statistiken, Branchenanalysen und Umfragen zum Brandschutz aus Deutschland und international.

Letzte Aktualisierung: 04.02.2019

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