Brandschutz-Konjunkturbarometer 2019/2020: Aussichten auf das kommende Jahr

Der vorbeugende Brandschutz konnte in den vergangenen Jahren vom Bauboom in Deutschland kräftig profitieren. Wie die Branche das vergangene Jahr beurteilt und wie sie auf die Geschäftsentwicklung in 2020 blickt, verrät das FeuerTrutz Brandschutz-Konjunkturbarometer 2019/2020.

Konjunkturbarometer Brandschutz 2019/2020
Abb.1: Die konjunkturelle Lage im vorbeugenden Brandschutz wird von den Befragten als sehr gut bewertet. (Bild: FeuerTrutz Magazin)

Januar 2020/ Von André Gesellchen. Die 258 Befragten der aktuellen Onlineumfrage zur Konjunkturentwicklung im vorbeugenden Brandschutz zeichnen ein zwiespältiges Bild. Zwar beurteilen sie die Lage der Branche zum jetzigen Zeitpunkt als sehr gut (s. Abbildung 1), in der Bewertung der Geschäftsentwicklung 2019 zeigt sich aber über alle abgefragten Bereiche hinweg ein deutlicher Rückgang des Wachstums (s. Abbildung 2).

Deutlich weniger Planer, Errichter, Prüfer und Betreiber konnten 2019 eine Verbesserung bei den Geschäften mit öffentlichen, gewerblichen und privaten Kunden verzeichnen. In allen Bereichen, und damit auch in der Gesamtbetrachtung, liegt das Wachstum im vorbeugenden Brandschutz damit auf dem schlechtesten Wert seit 2014, dem Beginn der regelmäßigen Befragungen. Ein Hinweis zur Darstellung in Abbildung 2: Die Nulllinie spiegelt Stillstand wider, alle Segmente entwickelten sich 2019 also weiter positiv – jedoch deutlich weniger dynamisch als in den Vorjahren.

Damit erfüllte sich die zurückhaltende Prognose der Branche von vor zwölf Monaten.

Konjunkturbarometer Brandschutz 2019/2020
Abb. 2: Das Konjunturbarometer für den vorbeugenden Brandschutz zeigte 2019 deutlich nach unten – das heißt allerdings nur, dass das Wachstum geringer ausgefallen ist als in den Vorjahren, nicht etwa, dass die Branche weniger zu tun hatte. (Bild: FeuerTrutz Network)

Ausblick 2020

Die Befragten erwarten zudem für das begonnene Jahr 2020 eine weitere Dämpfung des Wachstums. Allerdings liegt der erwartete Rückgang des Wachstums kumuliert für den Gesamtmarkt für 2020 mit gut –12 Punkten weit unter dem von 2019 (–21,3 Punkte).

Interessant ist, dass die Hersteller im Brandschutz in der parallel durchgeführten Marktstudie Brandschutz Insights 2020 von einem weiter kräftigen Wachstum im "Gesamtmarkt vorbeugender Brandschutz" berichten konnten. Erst im Forecast auf die kommenden drei Jahre rechnen sie mit einer Eintrübung ihrer Geschäfte – allerdings stets noch mit einem kleinen Wachstum. Zusammengenommen lassen die Ergebnisse der Anwender- und Herstellerbefragungen vermuten, dass die Jahre des starken Wachstums für den vorbeugenden Brandschutz zunächst vorbei sind. Von einem Einbruch der Geschäfte kann jedoch keine Rede sein.

Branchenstudie "Brandschutz Insights"
Die FeuerTrutz Network GmbH und B+L Marktdaten GmbH führen gemeinsam Befragungen von Industrie, Planern, Betreibern und Verarbeitern im Brandschutz durch. Die Ergbnisse sind Inhalt der Branchenstudien "Brandschutz Insights" . Die Studie wurde 2020 aktualisiert und erweitert.

Im Rahmen der Veranstaltung FeuerTrutz Trend am 11. Februar 2020 in Köln werden die Ergebnisse der Studie ausführlich vorgestellt. und mit den Teilnehmern diskutiert.
Die Studie "Brandschutz Insights 2020" kann auch separat erworben werden: Zum Online-Shop

Herausforderungen für den Brandschutz

Im Brandschutz müssen viele Akteure zum Teil komplexe Aufgaben lösen, welche oft von Gesetzen und Verordnungen mitbestimmt werden, die in stetigem Wandel sind – ganz besonders in den letzten Jahren. So verwundert es nicht, dass die "steigende Komplexität durch Gesetze und Verordnungen" bei den Herausforderungen, denen sich die Anwender gegenübersehen, in der jährlichen Abfrage stets einen Spitzenplatz belegt.

Konjunkturbarometer Brandschutz 2019/2020
Abb. 3: Diese Faktoren werden in den kommenden zwei Jahren die größten Herausforderungen für den vorbeugenden Brandschutz sein, meinen die Befragten. (Bild: FeuerTrutz Network)

Nur ein Thema konnte diesem Komplex den Rang ablaufen: Der Fachkräftemangel macht den Brandschützern zurzeit die größten Sorgen. Mehr als 80 % der Befragten sehen darin ein Problem für die Branche.

Demgegenüber fallen z.B. der "Umstieg auf BIM (Building Information Modeling)" oder die "Koordination der beteiligten Gewerke und Schnittstellenproble­matiken" in der Wahrnehmung deutlich ab (s. Abbildung 3).

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Letzte Aktualisierung: 07.02.2020