Brandschutzforum 2017

Am 8. und 9. November 2017 fand in Köln das zweitägige Brandschutzforum zum Thema "Brennpunkt Sicherheit" statt. Das Brandschutzforum veranstalteten G+H Isolierung und FeuerTRUTZ Network gemeinsam.

Veranstaltung Brandschutzforum 2017 Brennpunkt Sicherheit
(Bild: Michael Wurzbach, Photographie)

Brandschutzforum 2017: Brennpunkt Sicherheit

am 8. und 9. November 2017 in Köln

Eine gemeinsame Veranstaltung von FeuerTRUTZ Network und G+H Isolierung

Vorträge des Seminars als pdf-Dateien
Exklusiv nur für Teilnehmer des Brandschutzforums 2017 - die Zugangsdaten finden Sie im Tagungsband.

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Beim Brandschutzforum 2017 am 8. und 9. November in Köln konnten die ca. 120 teilnehmenden Brandschützer von einem hochkarätigen Vortragsprogramm und viel Raum zum Networking und Erfahrungsaustausch profitieren.
Das von FeuerTRUTZ Network und G+H ISOLIERUNG gemeinsam organisierte Forum bot den Teilnehmern Fachwissen zu vielen aktuellen und wichtigen Brandschutzthemen, lebendig präsentiert von renommierten Referenten.

Den Auftakt am ersten Tag machte Georg Spennes mit seinem Vortrag zu Brandschutz im Bestand und dem Beispiel "Sanierung der Uniklinik in Aachen". Dabei wurde er durchaus philosophisch und richtete den Blick auf das große Ganze. "Gesellschaftlicher Wandel ist nur möglich, wenn wir ingenieurtechnisch mitziehen", so Spennes. Die Änderungen der Musterrichtlinie Technische Baubestimmungen (MVV TB) und der neuen BauO NRW bezeichnete er als gesellschaftlich unbedingtes Muss, auch wenn gewisse Dinge noch nicht 100%ig gelungen seien. Außerdem betonte Spennes, dass Ingenieurfähigkeiten viele hochkomplexe Brandschutz-Aufgaben jetzt und künftig lösen können. Die Werkzeuge dafür (z.B. die DIN 18009) seien gut entwickelt.
Im Anschluss erläuterte Michael Schleich vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW die für den Brandschutz relevanten Änderungen in der neuen NRW-Landesbauordnung und gab einen Ausblick auf das Verfahren deren verzögerter Einführung.
Josef Mayr referierte in seinem folgenden Vortrag über Brandschutz im Bestand und zeigte sehr unterhaltsam, dass die Bauordnungen immer wieder missverstanden werden – auch von den Behörden. Zudem entwirrte er das begriffliche Durcheinander bei "Rettungswegen" und "Ausgängen", das bei Nutzungseinheiten im Erdgeschoss zu kuriosen Behördenforderungen führe. Weitere Themen seines Vortrags waren der Umgang mit Bestandsgebäuden, die europäische Klassifizierung von Bauteilen und die Neuerungen in der Industriebaurichtlinie (z.B. Bei Einbauten und Ebenen).
FeuerTRUTZ-Verlagsleiter Thomas Krause-Czeranka trug anschließend über Änderungen bei Anforderungen und der Verwendung von Bauprodukten vor und legte den Zuhörern die Lektüre zumindest der wichtigsten Teile der MVV TB ans Herz.
Bevor die Teilnehmer und Referenten den ersten Tag bei der Abendveranstaltung in einem Kölner Brauhaus bei Kölsch und netten Gesprächen ausklingen ließen, stellten Heidi Burow-Strathoff und Michael Wech das Portfolio von G+H ISOLIERUNG vor, das neben Produkten z.B. auch Konzepterstellung, Beratung und Engineering umfasst.

Tag 2 begann mit einem Vortrag von Udo Kirchner zu "Abweichungen, Erleichterungen, Kompensationen – Beispiele einer systematischen Risikoanalyse". Dabei stellte er zur Diskussion, welche Restrisiken die Gesellschaft akzeptieren sollte und zeigte einen systematischen Zugang zur Brandschutzplanung. Eines seiner spannenden Beispielprojekte war ein Evakuierungsmodell für das Reichstagsgebäude in Berlin.
Jürgen Neumann von G+H ISOLIERUNG stellte anschließend ein besonders interessantes Projekt aus dem Ausland vor: Den Brandschutz in dem finnischen Kernkraftwerk Olkiluoto, bei dem zahlreiche z.T. speziell dafür entwickelte Brandschutz-Produktlösungen verbaut werden.
Manfred Lippe setzte die Vortragsreihe mit einem Überblick zu Neuerungen in der Muster-Leitungsanlagenrichtline (MLAR 2016) fort. Zu Beginn ging er kurz auf die Historie der MLAR ein (erstmals wurde das Thema Leitungsanlagen 1988 in der "MRbAaLei" in einer eigenen Richtlinie behandelt). Dabei konnte er zeigen, dass Bauvorschriften nicht, wie oft behauptet, immer nur strenger und strenger werden. Im Weiteren widmete er sich u.a. der Führung von Leitungsanlagen durch Flucht- und Rettungswege, verschiedenen Abschottungslösungen (z.B. unter und über Brandschutztüren) und dem Funktionserhalt von elektrischen Anlagen im Brandfall.
Die Psychologin Dr. Laura Künzer erläuterte dann an einem u.a. mit authentischen Videos plastisch aufbereiteten Beispiel, wie sich Menschen in Gefahrensituationen verhalten. Als im Sommer 2000 am Tag der Love-Parade in Berlin eine brennende U-Bahn in die Station Deutsche Oper einfuhr und der einzige Treppenaufgang durch den Brandrauch unpassierbar wurde, filmte eine russische Besuchergruppe das Geschehen und das Verhalten der ca. 350 anwesenden Personen (der Film ist auf YouTube zu finden). Anhand dieses Fallbeispiels konnte Frau Dr. Künzer zeigen, welche Faktoren beim Verhalten von Menschen in Notfällen eine Rolle spielen und sie konnte Anknüpfungspunkte für die Evakuierungssimulation und Brandschutzplanung aufzeigen.
Der abschließende Vortrag des zweiten Tages hatte die Rauch- und Evakuierungsversuche in der Hamburger Elbphilharmonie zum Thema. Michael Juch, der bisher schon seit zehn Jahren mit dem Projekt betraut ist, stellte die Versuche, die große Logistik dafür und die weiteren besonderen Herausforderungen in diesem Prestigeprojekt vor.
Neben diesen vielfältigen Vorträgen bot das Brandschutzforum 2017 den Teilnehmern ausreichend Möglichkeit zur Diskussion und zum Networking.

Programm

Moderation: Gerd Friedel, Thomas Krause-Czeranka

Mittwoch, 8. November 2017

Inhalt der Vorträge beim Brandschutzforum 2017 (pdf)

09:45 Uhr: Begrüßung durch Dipl.-Ing. Stefan Falk, Vorsitzender der Geschäftsführung G+H ISOLIERUNG

10:00 Uhr: Brandschutz im Bestand – Praxisbeispiele der Umsetzung von Brandschutzkonzepten
(Georg Spennes / Andreas Plum, BFT Cognos)

10:45 Uhr: Kaffeepause

11:15 Uhr: Landesbauordnung NRW 2017 - Neue Regelungen zum Brandschutz
(Michael Schleich, Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW, Düsseldorf)

12:15 Uhr: Mittagspause

13:45 Uhr: Brandschutz bei Industriebauten im Bestand – Brandschutz nach MIndBauRL
(Dipl.-Ing. (FH) Josef Mayr)

14:40 Uhr: Bauprodukte im Brandschutz – Änderungen bei Anforderungen und Verwendung
(Dipl.-Ing. Thomas Krause-Czeranka)

15:15 Uhr: Kaffeepause

15:45 Uhr: Brandschutzkonzepte für Sonderbauten und schutzzielorientierte Lösungen / Praxisbeispiele
(Michael Wech, Dipl.-Ing. (FH) Heidi Burow-Strathoff, G+H ISOLIERUNG)

16:30 Uhr: Abschlussdiskussion

16:45 Uhr: Ende

18:30 Uhr: Gemeinsame Abendveranstaltung im Brauhaus "Kölscher Boor"

Donnerstag, 9. November 2017

09:00 Uhr: Begrüßung

09:15 Uhr: Abweichungen, Erleichterungen, Kompensationen – Beispiele einer systematischen Risikoanalyse
(Dipl.-Ing. Udo Kirchner)

10:00 Uhr: Olkiluoto – Brandschutz im ­finnischen Kernkraftwerk
(Dipl.-Ing. Jürgen Neumann, G+H ISOLIERUNG)

10:45 Uhr: Kaffeepause

11:15 Uhr: MLAR 2017 – Neues zum Brandschutz bei Leitungsanlagen
(Dipl.-Ing. Manfred Lippe)

12:15 Uhr: Elevator Pitch: Brandschutzprodukte G+H ISOLIERUNG
(Gerd Friedel, G+H ISOLIERUNG)

12:30 Uhr: Mittagspause

13:30 Uhr: Der Mensch und der Brandschutz – Psychologische Aspekte zu Evakuierung und Rauch
(Dr. Laura Künzer)

14:15 Uhr: Rauch- und Evakuierungsversuche in der Hamburger Elbphilharmonie
(Michael Juch)

15:00 Uhr: Schlussdiskussion mit Referenten

15:15 Uhr: Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsort

NH Collection Köln Mediapark
Am Mediapark 8B
50670 Köln
www.nh-hotels.de

Punktebewertung

Anerkennungen der Architekten- und Ingenieurkammern Brandschutzforum 2017 (pdf)

Teilnahmegebühr

Teilnahmegebühr : € 495,– zzgl. MwSt.
In der Teilnahmegebühr für die zweitägige Veranstaltung sind die Kosten für die Tagungsunterlagen inklusive Tagungsband, Tagungsgetränke, 2 Mittagessen und 1 Abendessen inkl. Getränke bei der Abendveranstaltung am 8. November enthalten.

Stornierung

Die Stornierung (nur schriftlich) ist bis 14 Tage vor Veranstaltungsbeginn kostenlos möglich, danach wird die Hälfte des Teilnahmebetrages erhoben. Bei Nichterscheinen oder Stornierung am Veranstaltungstag wird der gesamte Teilnahmebetrag fällig. Ein Ersatzteilnehmer wird ohne zusätzliche Kosten akzeptiert. Programmänderungen aus dringendem Anlass oder die Absage der Veranstaltung aufgrund zu geringer Teilnehmerzahl behält sich der Veranstalter vor – bereits gezahlte Teilnahmegebühren werden zurückerstattet. Weitergehende Ansprüche bestehen nicht. Gerichtsstand ist Köln.