D+H im Interview: Optimierung von RWA-Steuerungen

Der neuentwickelte Advanced Communication Bus (ACB) von D+H revolutioniert die Kommunikation zwischen Steuerungen und Fensterantrieben. In einem Kurzinterview berichten Christian Kluge, Entwicklungsleiter der D+H Mechatronic AG, und Steffen Lanfersiek, Teamleiter Produktmanagement bei der D+H Mechatronic AG, über die neue Lösung.

D+H-Interview: Neue Technologie für Antriebe und Zentralen
Im Gespräch mit Steffen Lanfersiek, Teamleiter Produktmanagement und Christian Kluge, Entwicklungsleiter (v.l.n.r.) bei der D+H Mechatronic AG. (Bild: D+H Mechatronic AG)

Mit dem Advanced Communication Bus entwickelte D+H eine neue Technologie für Antriebe und Zentralen. Welche Motivation führte zur Entwicklung von ACB ?

Lanfersiek: "Unser größter Ansporn war es, mit ACB die Funktionalität, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit von RWA Steuerungen zu optimieren. In enger Zusammenarbeit mit unseren Technikexperten wollten wir die Kommunikation zwischen Antrieben und Zentralen auf ein neues Level heben. Denn der Status quo am Markt war, dass die meisten Anbieter über Systeme verfügten, die die Kommunikation über die Polung der Ausgangsspannung nur in eine Richtung ermöglichten und zwar von Zentrale in Richtung Antriebe. Wir wollten jetzt aber auch die Antriebe mit der Zentrale sprechen lassen. Sie sollten ihr Rückmeldung geben können – und das ohne zusätzliche Verkabelungen!  Es musste eine Technologie geschaffen werden, die auf der einen Seite die Bauform unserer Zentralen deutlich reduziert – kein Gebäudebetreiber freut sich über große Schaltschränke – und auf der anderen Seite noch leistungsstärker ist. ACB sollte kompatibel mit dem herkömmlichen Polwechsel-Standard sein, in Kombination mit D+H Antrieben und Zentralen aber deutliche funktionale Vorteile bieten." 

Was ist aus den Zielen geworden? Seit wann ist ACB am Markt erhältlich und welche Funktionen bildet es konkret ab?

Kluge: "Mit der digitalen, vollmodularen Rauchabzugszentrale CPS-M haben wir 2016 die ACB-Technologie eingeführt. Gegenüber der  Einschubzentralen-Technologie benötigt die CPS-M um weniger als die Hälfte Platz. Zum einen dadurch, dass jedes Modul über zwei statt nur einen Gruppenanschluss verfügt und  alle Module in ihrer Bauform wesentlich kompakter als die Einschübe sind. Zum anderen aber auch dadurch, dass mit dem Advanced Communication Bus mehrere Antriebe nur noch über einen Gruppenanschluss und eine Leitung mit der Zentrale verbunden werden müssen. Antriebsseitig verfügen der Kettenantrieb CDC-ACB und der Zahnstangenantrieb ZA-ACB über die neue Technologie, weitere Antriebsmodelle von D+H befinden sich bereits in der Umsetzung.
Durch die verbesserte Kommunikation erhalten die Fensterantriebe nicht mehr nur Anweisungen von der Zentrale, sondern geben der CPS-M auch Informationen über ihre Zustände, Anschlüsse und Positionen zurück. Außerdem kann jeder einzelne Antrieb nun auf eine individuelle Position fahren. Die sogenannte bidirektionale Kommunikation ermöglicht dem Nutzer aber nicht nur noch mehr Funktionalitäten, sie erleichtert ihm auch die Wartungsarbeiten, da das Auslesen der Antriebe wesentlich einfacher gelingt. Über ACB können diese unkompliziert von der Steuerung aus parametriert werden. Mit der herkömmlichen Technik musste das direkt am Fensterantrieb erfolgen. Dies war oftmals kompliziert, da die Antriebe in Gebäudebereichen verbaut sind, die man nur schwer erreichen kann."

Machen Sie ACB etwas greifbarer – wie sieht es aus? Wie ist es technisch aufgebaut?

Kluge: "Generell bezeichnet man innerhalb der Informationstechnik einen Bus als System zur Datenübertragung zwischen mehreren Teilnehmern eines Netzwerks über einen gemeinsamen Übertragungsweg. Die wichtigsten Teilnehmer eines RWA- und Lüftungsnetzwerks sind zumeist eine Gebäudeleittechnik, Fensterantriebe und Zentralen. Als Übertragungswege werden Protokolle verwendet, um die Anforderungen an eine systeminterne, sichere und stabile Kommunikation zu erfüllen. Beim Advanced Communication Bus basiert dieses auf dem gängigen Modbus RTU Protokoll. Wir haben unseren Befehlssatz in dem ACB-Handbuch offengelegt, so dass jeder Gebäudeautomatisierer und Fachplaner die Antriebe auch direkt ansteuern kann.Nun zum Aufbau von ACB: Wir benötigen ein Kabel mit vier Adern zum Anschluss von ACB-Antrieben. Zwei regeln die Versorgung und zwei die Kommunikation. Wie gewohnt können damit alle Antriebe in einer Reihe durchverdrahtet werden. Ein Vorteil von ACB ist dabei noch hervorzuheben: es wird damit nämlich nicht mehr nur eine einfache Leitungsüberwachung durchgeführt, sondern jeder Antrieb oder jede Antriebsgruppe direkt kontrolliert. Das bringt ein zusätzliches Maß an Sicherheit. So wird nun z.B. auch eine Störung gemeldet, wenn ein Antrieb ein Fenster durch mechanische Probleme nicht öffnen kann und eine Überlast erkannt wird."

D+H Mechatronic AG
www.dh-partner.com

Letzte Aktualisierung: 08.05.2018

  • Newsletter Brandaktuell

    Unser kostenloser Newsletter informiert Sie alle zwei Wochen über Neuigkeiten aus der Brandschutzbranche und Fachthemen im vorbeugenden Brandschutz, die Fachmedienangebote der Rudolf Müller Mediengruppe sowie Produkte unserer Werbekunden. Durch Angabe meiner E-Mail Adresse und Anklicken des Buttons „Absenden“ erkläre ich mich bis zu meinem jederzeit möglichen Widerruf damit einverstanden, dass Sie mir diese Informationen per E-Mail zusenden. Ich kann den Newsletter jederzeit über den im Newsletter befindlichen Abmeldelink abbestellen.

    *Pflichtangaben

    Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.