Die Änderungen der Bayerischen Bauordnung 2021

Am 1. Februar 2021 ist die Bayerische Bauordnung mit verschiedenen Neuerungen Kraft getreten. Der Beitrag behandelt die Änderungen zu Abstandsflächen, zusätzlichen Anforderungen an Bauteile, Dachaufbauten sowie zu Außenwandbekleidungen.

Bayerische Bauordnung mit Änderungen 2021
Abb. 1: Die geänderte Bayerische Bauordnung stellt zusätzliche Baustoffanforderungen an Bauteile. Das betrifft vor allem Holzbauten. (Bild: FeuerTrutz Network GmbH)

Von Lutz Battran. Der Bayerische Landtag beschloss am 02.12.2020 in zweiter Lesung den Gesetzentwurf der Bayerischen Staatsregierung zur Vereinfachung baurechtlicher Regelungen und zur Beschleunigung sowie Förderung des Wohnungsbaus. Das im Bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt bekannt gemachte Gesetz vom 23.12.2020 enthält Änderungen mehrerer Gesetze und Verordnungen. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Bayerische Bauordnung, die am 01.02.2021 in Kraft trat.

In diesem ersten Teil werden die Änderungen mit Bezug auf Abstandsflächen, die zusätzlichen Anforderungen an Bauteile zu Dachaufbauten und auf Außenwandbekleidungen thematisiert.
Im zweiten Teil des Beitrags werden die Änderungen bei Rettungswegen, im Dachgeschossbau, Nutzungsänderungen und Typengenehmigungen behandelt.

Dieser Artikel ist als erste Teil des Beitrags zu den Neuerungen der BayBO in Ausgabe 2.2021 des FeuerTrutz Magazins erschienen. Der zweite Teil erscheint in Ausgabe 3.2021 (Juni 2021).

Änderungen der Abstandsflächen (Art. 6 BayBO):

Zunächst entfällt die Sonderregelung für Giebel, aus der sich eine reduzierte rechteckige Abstandsfläche vor dem Giebel ergab. Nach der neuen Regelung wird dieser wie sonstige Wandflächen behandelt.

Daraus ergibt sich eine gestauchte Abstandsfläche in Giebelform. Die Stauchung bzw. Reduzierung der Abstandsflächen wurde auf 0,4 H reduziert. In Gewerbe- und Industriegebieten bleibt der Wert 0,2 H aber bestehen. H bezieht sich, wie bisher, auf die Wandhöhe, wobei das Dach bis einschließlich 70 Grad Neigung zu einem Drittel der Wandhöhe, einer Neigung von mehr als 70 Grad voll der Wandhöhe hinzugerechnet wird. Ebenfalls unverändert bleibt die Mindestabstandsfläche mit 3 m.

Dachgauben und sonstige Dachaufbauten werden nach dem neuen Art. 6 Abs. 5 nun in die Abstandsflächen eingerechnet. Viele Sonderregelungen und Erleichterungen entfielen. Dadurch sollten die Regelungen vereinfacht und an die Vorgaben der Musterbauordnung angepasst werden.

Neu ist eine Differenzierung der Abstandsflächen, abhängig von der Einwohnerzahl einer Kommune. Dazu beschreibt ein neuer Abs. 5a des Art. 6 die Abstandsflächen für Gemeinden mit mehr als 250.000 Einwohnern. Abweichend von Art. 6 Abs. 5 Satz1 BayBO beträgt dort die Abstandsfläche außerhalb von Gewerbe-, Kern- und Industriegebieten sowie festgesetzten urbanen Gebieten 1 H, mindestens jedoch 3 m. In ausführlichen folgenden Regelungen werden dazu Sonderfälle und Erleichterungen beschrieben, die sich, wie die genannten Maße, größtenteils an den früheren bauordnungsrechtlichen Vorgaben orientieren. Auch die Bemessung der Abstandflächen folgt im Wesentlichen der alten Regelung (Rechteckschema). Viele Gemeinden mit bis zu 250.000 Einwohnern haben bereits angekündigt per Ortssatzung, im Rahmen des Art. 81 BayBO wieder alte Verhältnisse herstellen zu wollen. Dies ist jedoch nicht uneingeschränkt möglich, da auch die maßgebliche Rechtsgrundlage geändert wurde. So können im Zuge von Ortssatzungen lediglich die Maße der Abstandsflächen (unter vorgegebenen Voraussetzungen), nicht aber andere Vorgaben geändert werden. Dennoch ist zukünftig damit zu rechnen, dass es vermehrt vielfältige Regelungen auf der Basis von Ortssatzungen geben wird, die bei Planungen zu berücksichtigen sind.

Zeichnung: Neue Standardbemessung von Abstandsflächen in Gemeinden bis zu 250.000 Einwohner
Abb. 2: Neue Standardbemessung von Abstandsflächen in Gemeinden bis zu 250.000 Einwohner (Quelle: FeuerTrutz Brandschutzatlas, Kap. 7.2, Abb. 7-2 / Bd. 4, 42. Lfg)

Neu gefasst wurden auch die Regelungen, welche Gebäudeteile bei der Bemessung der Abstandsflächen außer Betracht bleiben. So können bei Gebäuden an der Grundstücksgrenze die Seitenwände von Vorbauten und Dachaufbauten unberücksichtigt bleiben, auch wenn sie nicht an der Grundstücksgrenze errichtet werden. Zu beachten ist jedoch, dass die brandschutztechnischen Regelungen des Art. 30 Abs. 5 Satz 2 BayBO (Neuregelung siehe weiter unten) darüber hinaus gelten. Ebenfalls neu ist, dass nachträgliche Maßnahmen zum Zwecke der Energieeinsparung nicht zur Verschiebung der Abstandsflächen führen, wenn sie eine Stärke von nicht mehr als 0,30 m aufweisen und mindestens 2,50 m von der Grundstücksgrenze zurückbleiben. Eine weitere Neuregelung betrifft die Grenzbebauung von Garagen. Beispielsweise entfällt die bisherige Regelung für Grundstücke mit besonders langen Grenzen.

Bei den genannten Änderungen handelt es sich um einen gestrafften Auszug der Neuerungen in Art. 6 BayBO. Eine Gesamtübersicht der Abstandsflächenregelungen siehe z.B. auf der Webseite der Bayerischen Architektenkammer .

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Zusätzliche Baustoffanforderungen an Bauteile – Förderung für das Bauen mit Holz (Art. 24 BayBO):

Eine scheinbar kleine Ergänzung des Art. 24 BayBO zieht jedoch, zumindest mittelfristig, gewaltige Änderungen nach sich. Diese betreffen hauptsächlich Konstruktionen mit Holz.

Bevor diese Änderungen beschrieben werden, soll in Kürze auf die bisherigen Inhalte des Art. 24 BayBO eingegangen werden. Darin werden allgemeine Anforderungen an das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen genannt. So mussten hochfeuerhemmende und feuerbeständige Bauteile in den wesentlichen Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Bei den wesentlichen Teilen handelt es sich um die tragenden Teile. Bei raumabschließenden Bauteilen bezieht sich die Anforderung nichtbrennbar auf mind. eine in Bauteilebene durchgehende Schicht. Seit einigen Jahren existiert darüber hinaus eine Sonderregelung für hochfeuerhemmende Bauteile, deren tragende und aussteifende Konstruktionen in Holzbauweise errichtet werden. Bei ihnen ist allseitig eine spezielle Brandschutzbekleidung erforderlich, zudem müssen die Dämmstoffe dieser Bauteile aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Diese Regelung wird in der Bayerischen Technischen Baubestimmung (BayTB) mit Verweis auf die Musterrichtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile in Holzbauweise (M-HFHHolzR) präzisiert. Darin wird z.B. tragenden Bauteilen die Anforderung R 60 + K260 zugeordnet. Gleichzeitig sind Hohlräume mit nichtbrennbaren Dämmstoffen, Schmelzpunkt größer 1.000 °C, zu verfüllen. Weitere Anforderungen betreffen in diesen oder durch diese geführte Installationen. Außerdem enthält die M-HFHHolzR einen Katalog von einzuhaltenden Anschlussdetails, vor allem der Verbindungspunkte verschiedener Bauteile.

Die genannte Ergänzung, d.h. der neue Art. 24 Abs. 2 Sätze 4 und 5 BayBO, erlaubt, abweichend von der o.g. Regelung, dass Bauteile die feuerbeständig oder hochfeuerhemmend sein müssen, aus brennbaren Baustoffen sein dürfen, „sofern sie den Technischen Baubestimmungen nach Art. 81a entsprechen“. Dieser Bezug zielt, vergleichbar mit der bisherigen Regelung, auf die BayTB, die dann wiederum auf eine neue Muster-Holzbaurichtlinie (M-HolzbauRL) verweisen soll. Die Einführung dieser neuen Richtlinie verzögert sich jedoch, da aufgrund von Änderungen die erforderliche europäische Notifizierung erneut durchzuführen war. Dem Vernehmen nach soll dieser Vorgang im Lauf des Aprils abgeschlossen werden. Dann kann die Bauministerkonferenz das Muster verabschieden. Im Anschluss wird Bayern voraussichtlich eine überarbeitete BayTB, zusammen mit der M-HolzbauRL, bauaufsichtlich einführen.

Aufgrund der geschilderten Zusammenhänge würde die genannte Ergänzung des Art. 24 Abs. 2 BayBO derzeit ins Leere laufen. Um dem übergangsweise Abhilfe zu schaffen, hat das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (BayStMB) in den Vollzugshinweisen vom 26.02.2021 zur aktuellen BayBO folgende Regelung veröffentlicht: Es bestehen „keine Bedenken dagegen, die Anwendung des Entwurfs der Muster-Holzbaurichtlinie in der Fassung vom Oktober 2020 im Rahmen der Entscheidung über eine Abweichung nach Art. 63 Abs. 1 BayBO zuzulassen“. Der Entwurf ist auf der Webseite des BayStMB abgedruckt.

Entwurf der neuen M-HolzbauRL

Der Entwurf der M-HolzbauRL unterscheidet sich deutlich von der bisherigen M-HFHHolzR. Wie an der Bezeichnung sichtbar, beschränkt sich der Regelungsbereich nicht mehr ausschließlich auf Bauteile, die hochfeuerhemmend sein müssen, sondern enthält auch Regelungen für Bauteile aus Holz, die feuerbeständig sein müssen.

Um keine zu frühe Euphorie aufkommen zu lassen, beschränken sich die Möglichkeiten der feuerbeständig gleichgestellten Bauteile vorerst auf Massivholzbauteile (hohlraumfreie Bauteile) mit großteils nichtbrennbaren Bekleidungen der brennbaren Oberflächen bzw. Massivholzbauteile ohne Bekleidung für Gebäude mit Nutzungseinheiten von max. 200 m². Unabhängig davon ist eine Bemessung des Feuerwiderstands erforderlich.

Positiv zu vermerken ist, dass der bisher notwendige Nachweis der Feuerwiderstands- und Kapselklassen (Holzständerbau) über allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse nunmehr durch eine Klassifizierung erfolgen kann, die von Tabellen abgeleitet wird. Dies vereinfacht die Klassifizierung solcher Konstruktionen deutlich, auch ist eine Fertigung an der Baustelle möglich (bisher konnten nur vorgefertigte Bauteile, im Rahmen allgemeiner bauaufsichtlicher Prüfzeugnisse zusammengefügt werden). Außerdem können damit bestehende Bauteil ertüchtigt werden. Hinsichtlich Anschlussdetails und Leitungsführungen ähneln die Ausführungen denen der bisherigen und oben beschriebenen Richtlinie. Auch dürfen die einfacheren Herangehensweisen nicht darüber hinwegtäuschen, dass für bei der Ausbildung der vorgegebenen Konstruktionsdetails nach wie vor hochprofessionelle Anforderungen gefragt sind.

Noch ein formaler Hinweis: Die in der zukünftigen Muster-Holzbaurichtlinie beschriebenen Systeme sind definitionsgemäß keine hochfeuerhemmenden oder feuerbeständigen Bauteile (deshalb die entsprechenden oben gewählten Formulierungen, z.B. hochfeuerhemend „sein müssen“), weisen jedoch die für hochfeuerhemmende oder feuerbeständige Bauteile charakteristische Feuerwiderstandsfähigkeit auf und erfüllen zusätzlich die Anforderungen einer nach Art. 81a BayBO bekannt gemachten Technischen Baubestimmung.

Sie können deshalb anstelle hochfeuerhemmender oder feuerbeständiger Bauteile verwendet werden. Ausgenommen sind die aus der bisherigen MHFHHolzR übernommenen Systeme. Diese sind im Rahmen des Art. 24 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 BayBO hochfeuerhemmend. Zu beachten ist, dass die neuen Erleichterungen nicht für Brandwände nach Art. 28 Abs. 3 Satz 1 und Wände notwendiger Treppenräume nach Art. 33 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 BayBO gelten. Dies bedeutet, von der Zulässigkeit ausgenommen sind (echte) Brandwände und Wände notwendiger Treppenräume, die nach Art. 33 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 BayBO in der Bauart von Brandwänden ausgeführt werden müssen. Ausgenommen sind jedoch Wände, die nach Art. 28 Abs. 3 Satz 2 BayBO anstelle von Brandwänden zulässig sind. Wände mit der Anforderung Brandwand oder Bauart von Brandwänden sind somit weiterhin nur aus nichtbrennbaren Baustoffen zulässig, um den besonderen Schutzzielen dieser Wände Rechnung zu tragen.

Die genannte Holzbaurichtlinie soll ein wesentlicher und weiterer Schritt zur Anwendung von Holz in den Gebäudeklassen 4 und nun auch 5 sein. Zurzeit laufen Projektgruppen zur Weiterentwicklung der Richtlinie, die von umfangreichen Versuchsprogrammen begleitet werden. Beispielhaft sei das Forschungsprojekt TIMpuls genannt , in dem u.a. das Brandverhalten von Holzbauteilen im Geschossbau untersucht wird. Die Ergebnisse sollen in eine weiter fortgeschriebene Holzbaurichtlinie einfließen, an deren Entwurf bereits gearbeitet wird. Der Grundstein ist also gelegt, und in den nächsten Jahren sind weitere fortgeschriebene Holzbaurichtlinien zu erwarten.

Weitere Hinweise zu der Änderungen der BayBO siehe "Vollzugshinweise zur BayBO 2021" des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr.

Realbrandversuch im Rahmen des Projektes TIMpuls
Abb. 3: Erarbeitung von Grundlagen für die zukünftige Holzbaurichtlinie im Rahmen des Forschungsprojekts TIMpuls. Diese Aufnahme entstand während eines Realbrandversuchs im Rahmen des Projektes TIMpuls. Die Versuche analysierten das Brandverhalten von Holzbauten. (Bild: Dr.-Ing. Michael Merk)

Außenwandbekleidungen (Art. 26 BayBO)

Ähnlich wie oben beschrieben, wurde auch der Art. 26 für Außenwandbekleidungen aus Holz für die Gebäudeklassen 4 und 5 geöffnet. Auch diese nunmehr möglichen Konstruktionen sind über die zukünftige Holzbaurichtlinie geregelt. Bisher waren in Gebäuden der Gebäudeklassen 4 und 5 nur Außenwandbekleidungen zulässig, die mindestens aus schwerentflammbaren Baustoffen bestanden. Mit klassischen Holzkonstruktionen war hingegen maximal normalentflammbar zu realisieren, da es für die Außenanwendung keine zugelassene bzw. praktikable Ertüchtigungsmöglichkeit für Holz gibt. In der M-HolzbauRL sind nun ergänzende Maßnahmen für Außenwandbekleidungen aus normalentflammbaren Baustoffen beschrieben, die zu einem äquivalenten Brandverhalten zu den in der BayBO beschriebenen Systemen führen. Diese können nun in den Gebäudeklassen 4 und 5 zur Anwendung kommen. Zu beachten sind jedoch die aufgezeigten Randbedingungen, z.B. hinsichtlich Baustoffanforderungen der Unterkonstruktion, sowie der Dämmstoffe. Außerdem sind in definierten Fällen beschriebene Brandsperren anzuordnen. Eine wesentliche Maßnahme in diesem Zusammenhang ist auch die zwingende Ausführung nicht brennbarer Oberflächen der darunterliegendenen Außenwänden. Diese Anforderung übertrifft Art. 26 (3) Satz 1 BayBO, nachdem die Oberflächen nur lediglich schwerentflammbar sein müssen.

Dachaufbauten (Art. 30 BayBO)

Der Art. 30 Abs. 5 BayBO schreibt einen Mindestabstand ungeschützter Dachaufbauten und Dachöffnungen von der Brandwand vor. Die neue Regelung nimmt hier gegenüber dem bisherigen Vorschriftentext Klarstellungen und Differenzierungen vor.

Danach müssen „von Brandwänden und von Wänden, die an Stelle von Brandwänden zulässig sind

mindestens 1,25 m entfernt sein:

a) Dachflächenfenster, Oberlichte, Lichtkuppeln und Öffnungen in der Bedachung, wenn diese Wände nicht mindestens 0,30 m über die Bedachung geführt sind, und

b) Photovoltaikanlagen, Dachgauben und ähnliche Dachaufbauten aus brennbaren Baustoffen, wenn sie nicht durch diese Wände gegen Brandübertragung geschützt sind, und

mindestens 0,50 m entfernt sein:

a) dachparallel installierte Photovoltaikanlagen, deren Außenseiten und Unterkonstruktion aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen, und

b) dachparallel installierte Solarthermieanlagen“.

Somit wird auch die leidige Diskussion beendet, inwieweit PV-Anlagen brennbare Bestandteile im „Innenleben“ aufweisen. Dies war nämlich in den meisten Fällen durch Kabelisolierungen oder ähnliches der Fall, von außen aber schwer erkennbar. Andererseits dürfen nun auch vollständig nichtbrennbare Elemente nicht mehr über die Brandwand hinweggeführt werden. Dies ergab in der Vergangenheit Probleme für die Feuerwehren, einen Brandüberschlag über die Brandwand hinweg zu verhindern, da dieser Punkt wegen der Überdeckung nicht zugänglich war und vom Löschwasser auch nicht erreicht werden konnte.

Ausblick

Weitere Hinweise zu den Änderungen der BayBO siehe „Vollzugshinweise zur BayBO 2021“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr ( www.bauen.bayern.de ).
Im zweiten Teil des Beitrags werden die Änderungen bei Rettungswegen, im Dachgeschossbau, Nutzungsänderungen und Typengenehmigungen behandelt.

Autor

Dipl.-Ing. (FH) Lutz Battran: Brandschutzsachverständiger, Vorsitzender des bayerischen Prüfungsausschusses für den "Prüfsachverständigen für Brandschutz", Mitbegründer der Vereinigung der Brandschutzplaner e.V. (VdBP), Referent, Herausgeber des Brandschutzatlas

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Letzte Aktualisierung: 19.04.2021