Elektronische Sicherheitstechnik 2019 mit deutlichem Umsatzplus

Der Markt für elektronische Sicherheitstechnik wuchs im vergangenen Jahr um 4,6%, so die gemeinsame Statistik von BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. und ZVEI Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. Die Entwicklung in 2020 mit den Auswirkungen der Corona-Krise ist noch nicht absehbar und grundsätzlich bleibt der Fachkräftemangel eine wichtige Herausforderung der Branche.

BHE und ZVEI: Elektronische Sicherheitstechnik 2019 mit deutlichem Umsatzplus
Marktumsatz der elektronischen Sicherheitstechnik: Es ist ein stetiges Wachstum von 2016 – 2019 zu verzeichnen. (Bild: ZVEI/BHE; Juni 2020)

Mit plus 4,6% konnte der Markt für elektronische Sicherheitstechnik in Deutschland auch 2019 ein stabiles Wachstum verzeichnen. Der Umsatz stieg auf knapp über 4,6 Mrd.€. Während die Branche strukturell auch für die Zukunft von einem stetigen Wachstum ausgeht, müssen die Auswirkungen der Corona-Krise zum Teil noch verarbeitet werden.

"Die Sicherheitstechnik schlägt sich noch recht gut", erklärt Dirk Dingfelder, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Sicherheit. So rechnet die Branche laut Umfrage des ZVEI mit Umsatzeinbußen von circa 12% für das laufende Jahr. "Zwar erwarten fast alle Firmen Umsatzrückgänge, aber 77% glauben, diese Verluste zumindest teilweise kompensieren zu können. 13% sind sogar der Überzeugung, diese im Lauf der Zeit wieder vollständig aufholen zu können."

Die Auswirkungen des Fachkräftemangels sind nach wie vor deutlich zu spüren. "Laut einer aktuellen BHE-Umfrage haben in der Corona-Krise nahezu alle Sicherheitsfachfirmen den Personalabbau vermieden", schildert Norbert Schaaf, Vorstandsvorsitzender des BHE, den unvermindert hohen Druck beim Thema Fachkräftemangel.

Als zukünftige Impulsgeber sehen beide Verbände neben Digitalisierung und Vernetzung von Sicherheitssystemen den Fernzugriff. "Remote Services, für die wir gerade eine europäische Norm vorbereiten, werden einen weiteren Aufschwung erleben", erklären Dingfelder und Schaaf. Beide erwarten – ausgelöst durch die Corona-Krise – einen deutlichen Schub für digitale und serviceorientierte Geschäftsmodelle.

Wachstum in allen Segmenten

Die Brandmeldetechnik, die stark von der Baukonjunktur abhängig ist, hat nach wie vor den größten Anteil am Gesamtumsatz der Sicherheitsbranche. 2019 konnten alleine in diesem Bereich rund 2,2 Mrd. € erwirtschaftet werden. Dies bedeutet einen Anstieg um knapp 5%. Den größten Zuwachs verzeichnete die Videosicherheitstechnik mit einem Plus von 5,6% auf 607 Mio. €. Auch die Zutrittssteuerungssysteme konnten mit plus 5,1% auf 370 Mio. € deutlich zulegen. Zudem befinden sich die Überfall- und Einbruchmeldeanlagen (+ 3% auf 886 Mio. €) sowie die Sprachalarmierungstechnologien (+ 2,7% auf 113 Mio. €) weiter auf Wachstumskurs. Die übrigen Gewerke wie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA), Rufanlagen nach DIN VDE 0834, Fluchttürsysteme, Personenhilferuf und sonstige Systeme und Komponenten verzeichneten mit 5,1% ebenfalls einen deutlichen Zuwachs.

BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V.
www.bhe.de

ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.
www.zvei.org

Letzte Aktualisierung: 29.06.2020