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Nach 60 Jahren fällt auf, dass Gebäude nie Brandschutzgesetzen entsprochen haben

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  • Nach 60 Jahren fällt auf, dass Gebäude nie Brandschutzgesetzen entsprochen haben

    Hallo Forum,

    ich bin Eigentümer von zwei Wohnungen in einer Anlage, die aus zwei Doppelhäusern besteht mit je 6 Stockwerken und 18 Wohnungen. Doppelhäuser weil je zwei Häuser über den Kellerweg miteinander verbunden sind. Die Häuser befinden sich in Im Rehteich in Bad Herrenalb und wurden in den 60er Jahren gebaut. Von der Topografie ist es so, dass die Häuser am Hang gebaut wurden. Wer sich das vielleicht mit Google Maps anschaut wird feststellen, dass nur eine Seite eines Hauses (Nr. 5) von der Straße aus erreichbar ist, alle anderen Häuser und Seiten sind weder mit Drehleiter noch mit Klapp-, Steck- oder Schiebleiter erreichbar weil nirgendwo eine ebene Fläche vorhanden ist. Ohne Drehleiter wären außerdem ohnehin nur die ersten 4 Stockwerke erreichbar. In den Häusern selbst existiert nur ein normales Treppenhaus mit normalen Wänden, Glaskacheln, Aufzug und Kunststofffenster. In den Wänden selbst verlaufen abgesehen von diversen Stromkabel auch Telefonkabel. Eine Feuertreppe gibt es nicht. Viele Wohnungseingangstüren sind normale Wohnungstüren ohne besondere Eigenschaften bzgl. Brandschutz, Rauchabdichtung, usw. in Stahlzargen montiert. Auch die Türen zu den Kellern sind normale Wohnungstüren.

    Ende 2019 fand eine stichprobenartige Brandschau statt über die wir diese Woche unterrichtet wurden. Es wurde uns mitgeteilt, dass der zweite Rettungsweg nicht vorhanden ist und wir wurden über weitere Missstände aufgeklärt (z.B. dass die Kellerräume mit geeigneten Türen vom Treppenhaus zu trennen sind). Für den Austausch der Kellertüren haben wir nun 3 Monate Zeit, dazu sollen noch vernetzte Rauchmelder im Treppenhaus angebracht werden (wir haben keine vernetzten) und ein Konzept erarbeitet werden, wie der zweite Rettungsweg sichergestellt werden kann. Das Konzept muss dann innerhalb von 12 Monaten ab jetzt umgesetzt werden.

    Da die Errichtung von Zufahrtswegen aufgrund der Topologie ausgeschossen ist, wurde über den Austausch der Wohnungstüren laut nachgedacht, sodass das Treppenhaus in Richtung Sicherheitstreppenhaus ausgebaut wird. Dazu oben am Dach noch einen Ventilator, der ggf. Rauch abziehen soll. Das wäre vom Kostenpunkt her gerade so aus den Rücklagen machbar, allerdings halte ich persönlich das für Pfusch und irgendwie merkwürdig, wie das abgesegnet werden kann, da zumindest lt. Wikipedia mehr dazugehört, als nur feuer- und rauchfeste Türen.

    Dazu kommt noch das Problem, dass die Baugenehmigung und die Unterlagen, wer wann die Häuser abgesegnet hat, nicht mehr auffindbar sind, weder in Calw, noch in Bad Herrenalb oder Neuenbürg. Die Möglichkeit die Kosten auch nur teilweise einzuklagen ist somit nicht wirklich gegeben angeblich.

    Ehrlich gesagt habe ich nun etwas Panik (sowohl was die Sicherheit angeht, aber auch das Finanzielle oder gar die Frage, ob wir auf die Straße gesetzt werden können), welche Konsequenzen drohen und welche Möglichkeiten wir als WEG haben.
    Zuletzt geändert von smares; 06.03.2020 13:03.

  • #2
    Guten Tag,

    eine Ferndiagnose ist híer ziemlich schwierig, zumal wir in diesem Forum auch keine Rechtsberatung machen (dürfen).

    Was mir aber an Ihren Schilderungen auffällt, ist, dass keine Baugenehmigung aufzutreiben ist, aber andererseits eine "Brandschau" durchgeführt wurde. Da stellt sich die Frage der Rechtsgrundlage.

    Ich fürchte, Sie werden weder um anwaltliche Hilfe noch um die Unterstützung durch einen anerkannten Sachverständigen für den Vorbeugenden Brandschutz herumkommen.

    Gruß
    C. Lammer

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