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Notöffnung von elektrischen Rollläden und Garagentoren

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  • Notöffnung von elektrischen Rollläden und Garagentoren

    Guten Tag,

    bei der Planung des 2. Rettungsweges gibt es in letzter Zeit vermehrt Fragen zur dessen Sicherstellung über Fenster mit Rollläden oder Garagentore, die elektrisch betrieben werden.

    Von der obersten Bauaufsicht des Landes Hessen gibt es hierzu ja eine Positionierung, auch wenn diese sich nach meiner Kenntnis nicht auf einem ofiziellen Dokument wiederfindet:
    Die Regelungen der HBO bezüglich der Führung des 2. Rettungsweges über Rettungsgeräte der Feuerwehr basieren auf der Annahme, dass eine in der Nutzungseinheit „gefangene“ Person bei Ausfall des ersten Rettungsweges in der Regel das anleiterbare Fenster öffnen und auf seine Notlage aufmerksam machen wird. Sind Rettungsfenster durch elektrisch betriebene Rollläden verschlossen, so muss gewährleistet sein, dass auch bei Ausfall des elektrischen Antriebs ein manuelles Hochfahren des Rollladens und damit ein Öffnen des Fluchtfensters von innen möglich ist. Darüber hinaus müssen Fenster, die als Angriffswege für die Feuerwehr dienen, für die Feuerwehr von außen zugänglich sein. Vor diesen Fenstern angebrachte Rollläden oder Sonnenschutzvorrichtungen müssen durch die Feuerwehr leicht überwunden werden können und dürfen einen Feuerwehrangriff nicht wesentlich behindern.
    Nun stellt sich die Frage, welche Anforderungen zu beachten sind, wenn die Nutzbarkeit des 2. Rettungsweges bei Stromausfall über ein batteriebetriebenes System sichergestellt wird. Welchen Anforderungen müssen solche Systeme entsprechen? Gibt es hierzu Normen oder Richtlinien? Reicht die Erklärung des Herstellers zur Übereinstimmung mit der Maschinenrichtlinie? Benötigt man eine Zustimmung im Einzelfall?

    Ich freue mich über Ihre Einschätzung.

    Freundliche Grüße
    SBertsch

  • #2
    ich gehe hier i.d.R. hin und empfehle elektrische Gurtwickler, statt Wellen-Motoren. Bei denen kann man auch bei Stromausfll den Rollladen, wie gewohnt mit dem Gurt öffnen (muss allerdings dann den gezogenen Gurt halten, oder festbinden; geht aber in dem ich einfach einen Knoten rein mache). Das Hochschieben von außen ist auch möglich.
    einfch, pragmatisch und kostengünstig!
    Gruß
    Feuer-Hewi

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    • #3
      Zitat von Feuer-Hewi Beitrag anzeigen
      ich gehe hier i.d.R. hin und empfehle elektrische Gurtwickler, statt Wellen-Motoren. Bei denen kann man auch bei Stromausfall den Rollladen oder das Garagenrolltor, wie gewohnt mit dem Gurt öffnen (muss allerdings dann den gezogenen Gurt halten, oder festbinden; geht aber in dem ich einfach einen Knoten rein mache). Das Hochschieben von außen ist auch möglich.
      einfch, pragmatisch und kostengünstig!
      Gruß
      Feuer-Hewi
      Danke für die super Tipp!
      Zuletzt geändert von Huetti63; 02.10.2018 15:21.

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      • #4
        Es gibt auch Rollläden die gegen hochschieben gesichert sind. Die Rollläden müssen mit Hilfsmitteln der FW zu öffnen sein. Dazu zählt z.B. die Axt oder ähnliches. Am besten wäre es mit VB der zuständigen FW zu sprechen. So habe ich immer Lösungen gefunden, wie die Rollläden geeignet sind.

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        • #5
          Das Thema wird auch bei Rollladen- und Sonnenschutztechnikern kontrovers diskutiert. Häufiger Fehler ist das Verwechseln von Flucht- und Rettungsweg. Das von SBertsch zitierte Dokument erklärt es eigentlich recht gut und ausführlich.

          Die Industrie bietet Lösungen für den Fluchtweg an. Das sind z.B. Raffstoren, die mit Akkuunterstützung innerhalb zwei Sekunde 2 m weit öffnen (https://www.warema.de/Produkte/Ausse...Notraffung.php). Solche Anlagen unterliegen einer Reihe von Vorschriften, müssen gewartet werden und kosten jeweils mehrere tausend EURO Mehrpreis.
          Das ist für den zweiten Rettungsweg gar nicht erforderlich. Auf der R+T, der Fachmesse der Branche, wurden vor einem Jahr mehrere Lösungen vorgestellt. Die bereits erwähnte Verwendung eines elektrischen Gurtwicklers ist eine davon. WIR-Electronic (https://www.wir-elektronik.de/gurtwickler/) bietet einen an, der das Signal von Raumeldern akustisch erkennt und im Alarmfall automatisch öffnet.
          Dann wurde auf der R+T eine Reihe von mechanischen Lösungen für Rollläden gezeigt, solche, wo in die Anlage eine Feder eingebaut ist. Die Notöffnung wird im Brandfall mechanisch ausgelöst und der Rollladen öffnet mehr oder weniger schnell. Ein Hersteller (hat zusätzlich zum Elektroantrieb) einen Gurt, mit dem der Rollladen bei Stromausfall recht schnell und einfach "hochgepumpt" werden kann.
          Schleßlich gibt es noch den Klassiker: Die Nothandkurbel, bei der ich immer sage: Die Betonung liegt auf "Not". Um einen Türrollladen 2 meter hoch zu öffnen sind meist weit über 100 Kurbelumdrehungen erforderlich. Überhaupt haben die letztgenannten Lösungen den Nachteil, dass sie manuell ausgelöst werden müssen. Liegt eine hilflose Person hinter einem geschlossenen Rollladen, muss die Feuerwehr erst mal suchen.

          Rollläden mit Hochschiebesperre - oder wie wir in der Branche sagen: "Zertifiziert einbruchhemmende Rollläden" - dürften für das Rettungsgerät der Feuerwehr kein Problem darstellen, aber auch hier gilt: Die Feuerwehr muss wissen, wo sie angreifen muss. Sind solche Rollläden im Zweiten Rettungsweg verbaut, müssen sie sich daher lt. o.g. Vorschriften auch bei Stromausfall öffnen lassen (vgl. auch Musterbauordnung MBO und div. Landesbauordnungen).

          Schließlich gibt es Rollläden mit 12-Volt Gleichstromantrieb und Akkupufferung. Das trifft z.B. auf Solar-Rollläden zu. Bei diesen kann aber nicht sichergestellt werden, dass im Ernstfall genügend Kapazität im Akku ist und somit sind sie keine geeignete Lösung für den zweiten Rettungsweg. Allerdings gibt es auf dem Markt auch zwei Lösungen für Rollläden mit Akku, die permanent mit den Netz verbunden sind. Mehrere Hersteller bieten ein baugleiches System an, bei dem der Akku nach einem Jahr grundsätzlich getauscht werden soll (die Steuerung macht darauf aufmerksam).
          Die komfortabelste Lösung ist meiner Meinung nach die von OZRoll (für die ich freischaffend tätig bin): https://ozroll.de/zweiter-rettungsweg/. Sie ist vor allem kompakt. Der Akku muss nicht regelmäßig getauscht werden, sondern bei Unterschreiten der Kapazität von 20% lässt sich der Rollladen nicht mehr automatisch oder in Selbsthaltung bedienen, sondern man muss den Finger dauerhaft auf der Taste lassen. Damit wird der fällige Akkutausch angezeigt. Ansonsten reicht eine Akkuladung für 10 bis 20 Zyklen. Auch dieses Gerät erkennt akustisch die Signale eines Raumelders und öffnet im Alarmfall selbstätig, was ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal ist. Integriert ist eine Zeitschaltuhr. Ganz wichtig, und das darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, ist die Möglichkeit der Integration in Smarthome-Installationen dank der Implementierung in mediola. Auch Rollläden im zweiten Rettungsweg sollen nämlich komfortabel gesteuert werden können!

          Ansonsten habe ich bei eingehenden Recherchen keine besonderen Vorschriften zu elektrischen Einrichtungen im zweiten Rettungsweg gefunden. U.a. muss die DIN EN 13659 für Abschlüsse eingehalten werden. Ansonsten gibt es noch diese Broschüre https://ivrsa.de/wp-content/uploads/...tungswegen.pdf des Industrieverband Technische Textilien - Rollladen - Sonnenschutz e.V.
          Aus den Vorschriften für Brandmelder lässt sich allenfalls für akkuabhängige Systeme ableiten, dass die Geräte bei zu geringer Kapazität "auf sich aufmerksam machen" müssen. Das trifft auf die letztgenannten Systeme ja zu.

          me. Wolfgang Löster
          Meister im Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk
          Dozent in Meisterkursen.

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          • #6
            Egänzend zu meinem Beitrag vom 28.02.18 möchte ich noch anmerken, dass ich vermehrt auch auf Rollläden mit Solarantrieb setze. Zum einen sind diese im Unterhalt kostenneutral, da sie autarken Solarstrom nutzen, zum andern sind sie vollkommen Netzunabhängig und haben mit dem eingebauten Akku immer genügend Kapazität im Brandfall, um sicher geöffnet zu werden.
            Der Außenangriff durch die FW ist i.d.R. die Ausnahme beim Wohnbau, da die FW nicht wissen kann, wo die Rettungsfenster gedacht sind. Eine Kennzeichnung von außen ist nicht üblich. "Die FW kommt überall rein!" - so die Aussage eines Kommandenten.
            Klar, es sollte ein schneller und zerstörungsfreier Zugang möglich sein, doch im Erstfall weiß sich die FW zu helfen.
            Gruß aus Oberbayern
            Feuer-Hewi

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