Kurzinterview: Brandschutz im Industriebau aus Versicherungssicht

Dr. Jörg Ohlsen (Mitglied der Geschäftsführung bei der HDI Risk Consulting GmbH) spricht in einem Kurzinterview mit der FeuerTrutz Redaktion über den Brandschutz in Industriebauten aus Versicherungssicht und was Unternehmen dabei beachten sollten.

FeuerTrutz Dossier 2020: Kurzinterview Brandschutz im Industriebau aus Versicherungssicht
(Bild Industriebau: Peter H auf Pixabay)

Welche Auswertungen liegen in diesem Bereich zur Großschadensstatistik vor?

Dr. Jörg Ohlsen: Die Großschadenstatistiken vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) und die eigenen Schadenanalysen der Industrieversicherer liefern Hinweise auf negative Entwicklungen in der Risikolandschaft und auffällige Schadenmuster – z.B. Konzentration und Spezialisierung von Produktionsanlagen in der Automobil- oder Lebensmittelindustrie. Daraus lassen sich geeignete Schutzkonzepte und wirksame Schadenverhütungsmaßnahmen ableiten.

Wie können Brandrisiken vorab minimiert werden?

Dr. Jörg Ohlsen: Schutzkonzepte zielen darauf ab, dass ein Brandszenario bestenfalls erst gar nicht entsteht, bzw. der resultierende Schaden auf ein vertretbares Ausmaß begrenzt wird.
Als Messgröße für den vertretbaren Schaden wird üblicherweise das sog. „Normalschadenszenario“ (NLE) herangezogen.

Kostenloser Download: FeuerTrutz Dossier "Brandschutz im Industriebau"

Das Thema Brandschutz im Industriebau ist mit Sicherheit im Wandel, nicht zuletzt wegen der novellierten Muster-Industriebaurichtline. Das Dossier informiert über die Änderungen der Richtlinie und gibt einen Einblick in verschiedene Aspekte des Brandschutzes im Industriebau. Das Themendossier ist als pdf zum Download verfügbar.


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Welche Schutzmaßnahmen (Sprinkleranlage, BMA etc.) helfen nach Ihren Erfahrungen effektiv, existentielle Brand-/Schadensfall in Industrieobjekt zu vermeiden?

Die Wahl der Schutzmaßnahmen muss auf das jeweilige Gefahrenpotenzial abgestimmt sein. Automatische Löschanlagen (Sprinkler) bieten einen wirksamen Schutz, um im Brandfall existenzielle Schäden zu vermeiden. Im Hinblick auf die Bausubstanz muss sichergestellt sein, dass diese nicht aktiv zur Brandausbreitung beiträgt.

Was sind die Folgen, mit denen ein Unternehmen nach dem Brand rechnen muss?

Da nach einem Brandereignis infolge von Wertkonzentration und hochspezialisierten Produktionsanlagen die monetären Folgen eines Ertragsausfalls häufig den reinen Sachschaden übersteigen, liegt bei der Festlegung der Maßnahmen für den Sachwertschutz der Fokus insbesondere auch auf dem Betriebsunterbrechungsrisiko.

Was ist für ein Schutzkonzept unabdingbar?

Für ein wirksames Schutzkonzept ist es außerdem wichtig, dass die Funktionsweise und die Betriebsbereitschaft von Löschanlagen regelmäßig überprüft und festgestellte Mängel unverzüglich beseitigt werden.

Zum Gesprächspartner

Dr. Jörg Ohlsen: Mitglied der Geschäftsführung bei der HDI Risk Consulting GmbH

Letzte Aktualisierung: 30.03.2020

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