Neuer Fluchtweg: Sanierung denkmalgeschützte "Rote Schule"

Im Rahmen der Sanierung einer denkmalgeschützten Schule in Grimma musste ein neuer Fluchtweg geschaffen werden. Dabei standen die Fachplaner vor der Herausforderung, das Erscheinungsbild des Gebäudes zu wahren und gleichzeitig die Anforderungen an den baulichen Brandschutz zu erfüllen.

Neuer Fluchtweg: Projektbeispiel denkmalgeschützte Rote Schule
Die "Rote Schule" von Grimma: Der Name rührt von der rötlichen Backsteinfassade des Rechteckbaus her. (Bild: Hoba)

Von Claudia El Ahwany. Den Namen "Rote Schule" hat die unter Denkmalschutz stehende Außenstelle des Beruflichen Schulzentrums in Grimma ihrer rötlichen Backsteinfassade zu verdanken. Schon seit seiner Errichtung im Jahr 1899 dient der gründerzeitliche Rechteckbau als Unterrichtsgebäude. Heute werden dort Einzelhandelskaufleute, Verkäuferinnen und Verkäufer sowie Fachpraktiker Hauswirtschaft ausgebildet. An regulären Wochentagen halten sich bis zu 180 Schülerinnen und Schüler in dem Objekt auf.

Neuer Fluchtweg: Projektbeispiel denkmalgeschützte Rote Schule
Das Erscheinungsbild des Gebäudeinneren wurde gewahrt. (Bild: Hoba)

Update für den Brandschutz

Damit die "Rote Schule" trotz Denkmalschutzauflagen den Anforderungen eines modernen Schulalltags entspricht, wurden 2018 die Brandschutzmaßnahmen auf den neuesten Stand gebracht.

Das zuständige Bauplanungsbüro hatte die Aufgabe, die Treppe brandschutztechnisch vom übrigen Gebäude zu trennen und dadurch einen Fluchtweg zu schaffen – ohne das äußere Erscheinungsbild negativ zu beeinflussen. Die Abstimmung zwischen den Fachplanern, den Bauherren und dem sächsischen Denkmalschutz stellte sich jedoch als Herausforderung dar. Selbst nach zwei Jahren konnten sich die Beteiligten nicht auf eine passende Lösung einigen. Daher wurde der Brandschutzelemente-Hersteller Hoba mit ins Boot geholt. Das Ergebnis: Die Beteiligten verständigten sich darauf, den Brandabschnitt in jedem Stockwerk senkrecht zur Treppenlaufrichtung anzubringen. Dadurch sollte ein optimales Zusammenspiel von Funktion und Design erreicht werden.

Neuer Fluchtweg: Projektbeispiel denkmalgeschützte Rote Schule
Die geradlinige Gestaltung soll die Architektur des Schulbaus unterstreichen. (Bild: Hoba)

Aufmaß und Montage

Nachdem die Entscheidung gefallen war, wurde eine zweiflüglige Tür mit einer Breite von 2,25 m und einer Höhe von 2,50 m montiert. Diese entspricht der Feuerwiderstandsklasse T30 und hat nach DIN 18095 eine Rauchschutzfunktion. Rechts und links davon sahen die Verantwortlichen je ein Glaselement (F30) mit einer Breite von 3,25 m und einer Höhe von 3,90 m vor.

Um die historischen, rotbraunen Säulen in diesem Bereich weiterhin zur Geltung kommen zu lassen, wurde die Brandschutzwand einige Zentimeter dahinter platziert.

Neuer Fluchtweg: Projektbeispiel denkmalgeschützte Rote Schule
Die zuständige Schreinerei benötigte für den Einbau rund fünfeinhalb Wochen. (Bild: Hoba)

Für den Einbau der Türelemente benötigte die zuständige Schreinerei aus Mittelsachsen rund fünfeinhalb Wochen. Die Montage war kein einfaches Unterfangen, denn allein das Brandschutzglas wog fast 3.500 kg und musste zum Teil ohne technische Hilfsmittel an den Einbauort getragen werden.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt – und das sogar in zweifacher Hinsicht: Zum einen konnte die historische Optik erhalten und zum anderen der Brandschutz den neuesten Standards angepasst werden.

Neuer Fluchtweg: Projektbeispiel denkmalgeschützte Rote Schule
Durch eine Platzierung hinter den Säulen kommen diese weiter zur Geltung. (Bild: Hoba)

Autorin

Claudia El Ahwany

Über Hoba: Hoba produziert seit 1968 Brandschutzelemente aus Holz, Glas und Edelstahl. Gleichzeititg investiert das Unternehmen stark in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Die Schwerpunkte liegen in der Entwicklung neuer und der Verbesserung bestehender Produkte sowie in der Erforschung zukunftsträchtiger Technologien.

Der Artikel ist in Ausgabe 2.2021 des FeuerTrutz Magazins (März 2021) erschienen.
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Letzte Aktualisierung: 01.04.2021