Rauch- und Wärmeabzugsanlagen oft ungenügend gewartet

Eine Erhebung des VdTÜV zeigt, dass viele Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (NRA) nicht korrekt gewartet werden. Der FVLR e.V. hat die wichtigsten Vorgaben zur Wartung von NRA zusammengefasst und gemeinsam mit der VdS Schadenverhütung GmbH in der Richtlinie 3830:2017-09 (01) "Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an natürlichen RWA" veröffentlicht.

FVLR: Rauch und Wärmeabzugsanlagen oft ungenügend gewartet
Laut TÜV-Baurechtsreport 2016 ist nur etwa die Hälfte aller geprüften RWA mängelfrei (Quelle: Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e. V. (FVLR), Detmold)

Oktober 2017. Eine regelmäßige und fachgerechte Wartung Natürlicher Rauch- und Wärmeabzugsanlagen gehört zu den wesentlichen Sorgfaltspflichten des Bauherren oder Betreibers und ist in der jeweiligen Landesbauordnung (LBO) sowie in der DIN 18232-2 festgelegt. Darüber hinaus sind Rauchabzugsanlagen alle drei bzw. sechs Jahre, je nach Ausführung und Bundesland, durch einen Sachverständigen zu überprüfen. Dies setzt eine mindestens jährliche, je nach Umgebungsbedingen auch in kürzeren Abständen, fachgerechte Wartung und Instandhaltung der Anlagen voraus.

Jede fünfte Anlage mangelhaft

Dass diese Sorgfaltspflicht nicht immer ernst genommen wird, zeigt der aktuelle Baurechtsreport vom Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) .
Demnach ist nur etwa die Hälfte aller geprüften Anlagen mängelfrei. Jede fünfte Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA) weist sogar wesentliche Mängel auf, die im Notfall zu einer Einschränkung der Funktionstüchtigkeit führen können. Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Bei unterlassener Wartung drohen Betreibern nicht nur Bußgelder oder eine Betriebsschließung durch die Behörden. Wenn die RWA im Brandfall versagt, können die Verantwortlichen darüber hinaus zivil- oder strafrechtlich belangt werden. Auch der Versicherungsschutz ist in diesem Fall gefährdet. Deshalb hat der Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e.V. (FVLR) die wichtigsten Vorgaben zur Wartung von NRA zusammengefasst und gemeinsam mit der VdS Schadenverhütung GmbH in der neuen Richtlinie 3830:2017-09 (01) "Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an natürlichen RWA" veröffentlicht. Die Broschüre steht unter www.fvlr.de/pub_richtlinien.htm#8 zum kostenlosen Download bereit.

Wartungsvertrag sichert Funktionsfähigkeit

In der Richtlinie führt der FVLR alle Tätigkeiten, die im Rahmen einer fachgerechten Wartung der Anlagen unerlässlich sind, detailliert auf. Darüber hinaus empfiehlt der Fachverband den Abschluss eines Wartungsvertrags. Damit können Bauherren und Betreiber sicherstellen, dass die gesamte Anlage mindestens einmal jährlich durch eine anerkannte Fachfirma geprüft und gegebenenfalls instandgesetzt wird.

Wie wichtig diese Arbeiten für die Betriebsbereitschaft der RWA im Brandfall sind, zeigt auch eine statistische Langzeiterhebung des FVLR bei dafür zertifizierten Wartungsunternehmen: Demnach sind fast 100 Prozent aller kontinuierlich und fachgerecht durch die Mitgliedsunternehmen gewarteten natürlichen Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (NRWG) funktionstüchtig – und damit einsatzbereit.

Über NRA

Natürliche Rauch- und Wärmeabzugsanalagen (NRA) sorgen im Brandfall für eine zuverlässige Rauchableitung aus den betroffenen Bereichen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sie öffnen und dass sie rechtzeitig öffnen. Ohne eine regelmäßige und sachgerechte Pflege und Wartung lässt sich die Funktionsfähigkeit der NRA im Notfall nicht sicherstellen. Darauf verweist der Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e.V. (FVLR).

Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e. V.
www.fvlr.de

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