Sicherheitsanlagen: Neue Norm für Dienstleistungen in Kraft

Die europäische Grundnorm EN 16763 regelt seit April 2017 erstmals ­europaweit einheitlich die Anforderungen an Dienstleister von Sicherheitsanlagen. Die Norm beschreibt die ­Qualifikationen für Dienstleistungsunternehmen sowie deren Beschäftigte und macht Angaben zur notwendigen ­Dokumentation.

Sicherheitsanlagen: Neue Norm für Dienstleistungen in Kraft
Dienstleistungsunternehmen müssen nach DIN EN 16763 für jede Bearbeitungsphase in dem jeweiligen Fachgebiet Beschäftigte mit bestimmten Qualifikationsstufen benennen. (Foto: Schlentzek & Kühn GmbH)

Oktober 2017 / Von Christian Kühn. Für sicherheitstechnische Produkte und Systeme existieren eine Vielzahl europäischer Normen und Regelungen, um ein hohes Sicherheitsniveau sowie einen freien Warenverkehr zu gewährleisten. Für die nicht minder wichtigen Dienstleistungen an Sicherheitsanlagen wie z.B. Montage und Instandhaltung war das bisher nicht der Fall. Nach Meinung vieler Experten führte das jedoch zu Qualitätsverlusten bei Planung, Errichtung und Instandhaltung, wie z.B. auch der VdTÜV-Baurechtsreport 2016 [1] belegt. Danach wiesen im Jahr 2015 18,5 % der erstmalig und 20 % der wiederholt geprüften sicherheitstechnischen Anlagen "wesentliche Mängel" auf, sodass keine Prüfbescheinigung ausgestellt werden konnte. Die positiven Einflüsse einer Norm belegt die DIN 14675, nach deren Einführung die Mängelanzeigen bei Brandmeldeanlagen im VdTÜV-Baurechtsreport deutlich gesunken waren.

Neue Norm schafft Sicherheit

Die vorhandenen Lücken schließt die europäische Norm "Dienstleistungen für Brandsicherheitsanlagen und Sicherheitsanlagen", die als DIN EN 16763 [2] im April 2017 in Deutschland sowie in zahlreichen anderen europäischen Ländern in Kraft getreten ist. Damit existieren erstmals europaweit einheitliche Mindestanforderungen für Dienstleistungsunternehmen und deren Beschäftigte bei Planung, Projektierung, Montage, Inbetriebsetzung, Überprüfung, Übergabe und Instandhaltung sicherheitstechnischer Anlagen.

Als EU-Grundnorm fasst die EN 16763 die Sichtweisen der EU-Mitgliedstaaten zusammen. Das ist insofern bemerkenswert, als die Ansichten der EU-Länder beim Thema Dienstleistungen an Sicherheitsanlagen durchaus unterschiedlich sind. Nach intensiven und konstruktiven Diskussionen im zuständigen CEN/CENELEC-Projektkomitee TC4 mit Sekretariatssitz in Deutschland wurde die EN 16763 jedoch einvernehmlich verabschiedet.

Erster Schritt

Die Norm ist als erster Schritt in Richtung eines einheitlichen europäischen Dienstleistungsmarktes für Sicherheitsanlagen zu sehen, da z.B. verbindliche Kriterien für die Zertifizierung von Dienstleistungsunternehmen fehlen. Diese sollen in einem zweiten Schritt unter Beteiligung der europäischen Verbände und Zertifizierungsstellen erarbeitet werden. Zahlreiche Zertifizierer haben jedoch bereits jetzt angekündigt, ihre Richtlinien zu überarbeiten und eine Zertifizierung von Dienstleistungsunternehmen nach DIN EN 16763 anzubieten. […]

Weiterlesen? Der vollständige Artikel ist in Ausgabe 5.2017 des FeuerTRUTZ Magazins (September 2017) erschienen.
Hier finden Sie weitere Informationen zum FeuerTRUTZ Magazin Ausgabe 5.2017

Autor

Christian Kühn: Geschäftsführer des Berliner Sicherheitsfacherrichters Schlentzek & Kühn; Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Errichter und Planer im ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.; Mitarbeit in verschiedenen europäischen und nationalen Normenausschüssen

Literatur

[1] Baurechtsreport 2016, Verband der TÜV e. V. (2016): www.vdtuev.de/themen/anlagensicherheit/baurechtsreporte/pdokliste?oid=671485

[2] DIN EN 16763:2017-04: Dienstleistungen für Brandsicherheitsanlagen und Sicherheitsanlagen

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