Versuchsaufbau einer Sprühwasser-Löschanlage (Quelle: Minimax)
Versuchsaufbau Sprühwasser-Löschanlage (Quelle: Minimax)

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02. September 2021 | Teilen auf:

Minimax stellt Brandschutzanlagen auf fluorfreies Schaummittel um

Im Mai 2021 führte Minimax im Brandschutz-Kompetenzzentrum MPA in Dresden eine Reihe von Tests mit fluorfreiem Schaummittel für thyssenkrupp Steel Europe durch. Anlass war der Wunsch des Anlagenbetreibers, die Löschanlagen auf einen fluorfreien Schaum umzustellen. 

Für die Versuche im Brandschutz-Kompetenzzentrum MPA in Dresden installierte Minimax sowohl eine Sprühwasser- als auch eine Feinsprüh-Löschanlage, die den realen Bedingungen der bereits bestehenden Anlage in Bezug auf Sprinkler, Betriebsdrücke und Abstände zum Brandobjekt entsprachen. Getestet wurde die Löschung dreier ausgewählter brennbarer Flüssigkeiten, jeweils mit Wasser- und Schaumlöschung. Beteiligt an den Tests waren der VdS Schadenverhütung als Prüf- und Zertifizierungsstelle, der Riskmanager, der Schaummittelhersteller Dr. Sthamer, der Betreiber und Minimax mit ihrem Kompetenzteam Stahl sowie dem Löschsystemmanagement Wasser. Das Kompetenzteam Stahl ist der Spezialist für den stationären Brandschutz im Bereich Stahlindustrie, das im Ruhrgebiet u.a. die Werke der thyssenkrupp Steel Europe AG aus einer Hand betreut.

Die Tests verliefen erfolgreich. Der VdS konnte das getestete Schaummittel für den Einsatz in den untersuchten Anlagenarten in Kombination mit den drei untersuchten brennbaren (Hydraulik-)Flüssigkeiten und den Einsatz gemäß dem Schutzkonzept nach VdS CEA 4001 (Sprinkleranlagen), VdS 2109 (Sprühwasserlöschanlagen) und VdS 2108 (Schwerschaumlöschanlagen) freigeben. Für Marcel Esper, Leiter des Minimax Kompetenzteams Stahl, und Thorsten Gieseke, Minimax Löschsystemmanager, sind die Ergebnisse noch weitreichender: "Über die Anerkennung hinaus haben wir eine Menge Zusatzerkenntnisse mitnehmen können, die wir für das weitere Vorgehen mit fluorfreien Schaummitteln berücksichtigen werden."

Hintergrund

Am 8. April 2020 wurde die EU-Richtlinie 2020/784 verabschiedet, in der die Verwendung von PFOA (Perfluoroktansäure) weiter eingeschränkt wurde. Noch immer gilt die Übergangsfrist bis zum 4. Juli 2025 für Feuerlöschschäume, die bereits in bestehenden Anlagen oder mobilen Löschgeräten eingefüllt sind. Ab diesem Datum dürfen Gemische oder Erzeugnisse höchstens 25ppb (=μg/kg) PFOA bzw. insgesamt höchstens 1000ppb11 (=1ppm=1mg/kg) aller Vorläuferstoffe enthalten.

Viele Anlagenbetreiber veranlassen daher die Umstellung auf fluorfreie Schäume. Dabei ist zu beachten, dass sich die VdS-Anerkennung für den Einsatz von Schaumlöschmitteln in Wasserlöschanlagen nach VdS CEA 4001 und VdS 2109 bezieht sich immer auf das anerkannte Schaummittel und definierte Anwendungsfälle. Wenn das angestrebte Anwendungsgebiet (Anlagenart / Brandlast) nicht bereits durch die Wirksamkeitsnachweise aus dem Anerkennungsverfahren abgedeckt ist, müssen zur Umstellung auf ein fluorfreies Schaummittel zusätzliche Wirksamkeitsnachweise erbracht werden. In diesem Fall war das Schaummittel bereits für Kunststoffrisiken zertifiziert. In Dresden erfolgte die Prüfung auf bestimmte brennbare Flüssigkeiten.

Minimax GmbH
www.minimax.com

zuletzt editiert am 02.09.2021