Am 11. September 2014 veranstaltete die BELFOR Prevention (Deutschland) GmbH den 9. BELFOR-Brandschutztag in den Räumlichkeiten des Schloßhotels Erwitte und des Brandprüfzentrums des MPA NRW. Die Seminarveranstaltung zeigte im Rahmen eines Groß-Brandversuches das Verhalten von mangelhaft und abweichend ausgeführten Bauprodukten.
Unter der Leitung von Thomas Krause-Czeranka startete der Brandschutztag mit Fachvorträgen im Rittersaal des Schlosshotels. „Der Einbau von Brandschutzklappen ist ein Schwerpunkt des diesjährigen Brandversuches. Die nach fachgerecht eingebaute Stahltür T30-RS wird wohl ebenso wie die leichte Trennwand mit den falschen GKB-Platten vor Ablauf der 90 Minuten versagen. Die BELFOR Prevention nutzt diesen Brandschutztag nicht nur zur Kontaktpflege, sondern gewinnt auch wichtige Erkenntnisse für die Sanierung mangelhaft ausgeführte Bauteile", erklärte Thomas Krause Czeranka.
Bei den Vorträgen stand in diesem Jahr der Umgang mit Brandschutzklappen (BSK) in Laborabzügen sowie die Änderungen der neuen DIN 4102-4 im Mittelpunkt:
- MR Dipl.-Ing. Knut Czepuck vom Ministerium für Bauen und Verkehr NRW referierte vor dem Hintergrund des Übergangs von nationalen auf europäische Verwendbarkeitsnachweise über die Problemstellung von BSK in Digestorien.
- Andreas Kiesow, Leiter des Service Center für bauaufsichtliche Angelegenheiten im Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen, ergänzte die praktischen Folgen für die Hochschulgebäude des Landes.
- Jürgen F. Pennings (Leiter des Dezernates Brandverhalten von Bauteilen der MPA NRW) informierte anschließend über die Durchführung der Brandversuche zur Beurteilung dieser BSK.
- Zum Abschluss fasst der bekannte Fachexperte Manfred Lippe die Ergebnisse zusammen und gab den Zuhörern Handlungsempfehlungen zum Umgang mit BSK in Laborabzügen.
Nach den Fachvorträgen erläutere Thomas Krause-Czeranka den Teilnehmern den Aufbau der 5 x 4 m großen Versuchswand mit mangelhaft ausgeführten Abschottungen von Kabeln, brennbaren und nicht brennbaren Rohrleitungen, Brandschutzklappen, Feuerschutzabschlüssen und weiteren Einbauten. Die Wand wurde in Teilen als Massivwand aus Porenbeton (d = 175 mm) und als GK-Trennwand (2 x 12,5 mm GK-B auf beiden Seiten mit Glaswolledämmung) errichtet. 13 verschiedene Einbauten mit 81 Temperaturmessstellen wurden dem 90-minütigen Brandversuch unterzogen.
Von vorneherein war klar, dass die leichte Trennwand vor Ablauf der 90 Minuten versagen würde. Für Spannung sorgte dazu ein Tippspiel über die Zeitdauer, bis die Wand den Raumabschluss oder die zulässige Temperaturerhöhung nicht mehr gewährleisten würde. Nach 72 Minuten versagte die Wand großflächig (s. Abbildung), so dass erstmals in den vergangenen 9 Jahren der Brandversuch vorzeitig abgebrochen werden musste.
Die Ergebnisse des Brandversuchs werden in einem ausführlichen Artikel in Ausgabe 1.2015 des FeuerTRUTZ Magazins behandelt. Hier erhalten Sie weitere Informationen zum FeuerTRUTZ Magazin .
