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Insgesamt kamen rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur bundesweiten AGE Roadshow 2012, die im Mai 2012 an sechs Veranstaltungsorten stattfand. (Fotos: AGE Aktionsgemeinschaft Entrauchung)

Branche | Markt 2014-01-17T00:00:00Z AGE-Roadshow 2012

Die erste Veranstaltung der AGE Roadshow 2012 hatte gerade begonnen, da schlug die Nachricht vom Flughafen Berlin ein wie eine Bombe: Nichteröffnung wegen nicht fertiggestellter Brandschutzanlage! Das Thema der AGE-Veranstaltungsreihe passte also mit ungeahnter Aktualität, hatte sich die AGE Aktionsgemeinschaft Entrauchung diesmal doch die ganzheitliche Betrachtung von Rauchschutzkonzepten für Sonderbauten auf die Agenda gesetzt.

Mai 2012. Am Beispiel eines Krankenhauses wurden die Besonderheiten eines Sonderbaus be leuchtet.
Und der Zuspruch zu der Roadshow war riesig: über 600 Teilnehmer konnten über die sechs Veranstaltungstage in Neukirchen-Vluyn, Frankfurt, München, Hamburg, Berlin und Leipzig verzeichnet werden. Brandschutzkonzeptersteller, Prüfingenieure, Errichter, Bauherren und Behördenvertreter fanden sich zusammen, um die zum Teil kritischen Ausführungen der AGE Referenten zu verfolgen.

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Die Mitglieder der AGE Aktionsgemeinschaft Entrauchung: v.l. Matthias Bopp (TLT-Turbo), Peter Vogelsang (TROX), Thomas Eulert (TÜV SÜD), Frank Schulze (Frakta), Rainer Will (Belimo), Michael Steinborn (Novar Esser), Johannes Trümner (TLT-Turbo), Lutz Eichelberger (Eichelberger). Nicht im Bild sind: Udo Jung (TLT-Turbo), Hendrik Rust (Stöbich) und Heinrich Stadlbauer (TÜV SÜD).

Brandschutzkonzepte bilden heute in vielen Fällen eine wesentliche baurechtliche Grundlage bei der Errichtung und dem Betrieb von Sonderbauten, äußerte sich Thomas Eulert vom TÜV Süd.
Ihre Qualität hat wesentlichen Einfluss auf den Schutz von Leib und Leben sowie von Sachwerten. Insbesondere jedoch beim Neubau sind die planerischen und konzeptionellen Grundlagen oftmals Änderungen unterworfen, welche sich auch in geänderten Brandschutzkonzepten widerspiegeln müssen.
Nutzungsänderungen während der Errichtung, Tekturen, unscharfe Aussagen zu technischen Anlagen, Einsprüche der Behörden oder Wünsche des späteren Betreibers zwingen immer wieder zur Überarbeitung auch fertiggestellter Brandschutzkonzepte. Hierbei ist es vor allem wichtig, die im Brandschutzkonzept formulierten Schutzziele nie aus den Augen zu verlieren, die Wege zu ihrer Erreichung immer wieder zu überprüfen und stets auch ein schlüssiges Gesamtkonzept des vorbeugenden, abwehrenden und organisatorischen Brandschutzes zu erreichen.
 
Heinrich Stadlbauer, beim TÜV SÜD Leiter des Geschäftsfeldes Gebäudetechnik erläuterte die Besonderheiten des Sonderbaus und beschrieb das Prinzip der Kompensation innerhalb des Brandschutzes: „Wenn der Standardbrandschutz an einer Stelle geschwächt wird - zum Beispiel verlängerte Fluchtwege - dann kann dies gestattet werden, wenn eine geeignete Kompensation nachgewiesen werden kann - zum Beispiel durch eine Entrauchungsanlage.“
 
Wie wichtig eine auf das Schutzziel angepasste Konzeption der Sicherheitstechnik ist, machten die verschiedenen Referenten für ihre Gewerke deutlich.
Jürgen Walter von der Feuerwehr Frankfurt beschrieb die Sicht der Feuerwehr bei der Evakuierung von Menschen durch die Feuerwehr.
Besonders eindrucksvoll war sein Auftritt in Frankfurt, den er in kompletter Feuerwehr-Schutzausrüstung bestritt, um darzustellen, wie wichtig Hilfseinrichtungen wie z.B. rauchfreie Feuerwehraufzüge in Sonderbauten sind.
 
Wie diese mit Hilfe von Rauchschutz-Druckanlagen rauchfrei zu halten sind, stellte Lutz Eichelberger von Alfred Eichelberger GmbH & Co.KG in Berlin dar und zeigte auch, dass gerade in Krankenhausfluren intelligente Rauchkontrolle notwendig ist, eine maschinelle Entrauchung mit Unterdruck im Flur dagegen die Verrauchung eines Flures sogar verstärken kann.
 
Johannes Trümner von TLT-Turbo machte den Unterschied zwischen den verschiedenen Entrauchungsprinzipien deutlich und stellte die vor wenigen Tagen neu im Weißdruck veröffentlichte 18232-5 für die Bemessung von maschinellen Entrauchungsanlagen vor.
Johannes Trümner wies in seinem Vortrag darauf hin, dass niedrige Nachströmgeschwindigkeiten erforderlich sind, wobei es auf die Geschwindigkeit beim Eintritt in den Rauchabschnitt ankommt, nicht unbedingt auf die Größe der Wandöffnungen.
 
Welche Bauprodukte für die Nachströmung in Frage kommen, das wertete Peter Vogelsang von der TROX GmbH aus: „Wenn die Nachströmung aus einem benachbarten Brandabschnitt kommt, dann ist eine Zustimmung im Einzelfall erforderlich. Es gibt derzeit kein grundsätzlich verwendbares Bauprodukt; Sonderlösungen können realisiert werden.“
 
Über Detektion und Alarmierung durch die Brandmeldetechnik berichtete Michael Steinborn von der Novar GmbH. Krankenhäuser und ähnliche Objekte wie Pflegeheime und Behinderteneinrichtungen benötigen, auf die unter- schied­lichen Räumlichkeiten abgestimmte Brandmelder als auch eine auf den Betriebsablauf passende Alarmorganisation. Moderne Brandmelde- als auch Lichtrufsysteme sind in der Lage differenzierte und lokal begrenzte Information in die betroffenen Bereiche zu leiten und parallel hierzu gezielte Brandfallsteuerungen vorzunehmen.

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Die AGE Referenten in der abschließenden Fragerunde.

Textile Rauchschürzen und Rauchschutzabschlüsse stellen eine gute Ergänzung zu Entrauchungs- und Rauchfreihaltungsanlagen dar. Dr. Hendrik Rust, Geschäftsführer der Stöbich Brandschutz GmbH zeigte auf, dass textile Feuer- und Rauchschutzsysteme weltweit zum Stand der Technik gehören und zahlreiche Vorteile bieten. Dazu zählt ihr geringes Gewicht und ihre kompakte Bauweise sowie die dadurch gegebene gute Integrationsmöglichkeit in Gebäudestrukturen.
Trends bei textilen Rauchschutzsystemen sind insbesondere Rauchschürzen mit Fluchtmöglichkeit (passierbare Systeme) zur Rettung größer Personenströme und Rauchschürzen mit nahezu beliebiger Geometrie für die Schaffung von Rauchabschnitten in architektonisch anspruchsvollen Gebäuden.
 
Frank Schulze von der Frakta Vertriebs GmbH und Rainer Will von Belimo beschäftigten sich in ihren Beiträgen mit der Ansteuerung der Brandschutz- und Entrauchungsanlagen.
Hier gibt es zur Zeit kein allgemein gültiges Regelwerk. Für sicherheitsgerichtete Steuerungen existiert mit der VDMA 24200 ein Einheitsblatt, welches über einen Risikographen zulässige Ausfallwahrscheinlichkeiten (SIL-Klassen) für unterschiedliche Anwendungen fordert. Rainer Will stellte hierzu kritische Überlegungen an und erläuterte Ergänzungs- und Verbesserungsvorschläge.

AGE Aktionsgemeinschaft Entrauchung
www.age-info.de

zuletzt editiert am 27. April 2021
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