Das diesjährige Symposium der Aktionsgemeinschaft Entrauchung (AGE) fand erstmals in der Schweiz statt. Unter dem Motto „Internationale Neuigkeiten aus der Welt der Entrauchung“ informierten sich anhand der Vorträge laut Veranstalter fast 200 Brandschutz- und Entrauchungs-Fachleute aus Belgien, Österreich, Deutschland und der Schweiz in der Umweltarena in Spreitenbach bei Zürich. Für alle Teilnehmer war der Ausstellungsbereich der Umweltausstellung jederzeit zugänglich und bildete so den Rahmen für die Veranstaltung.
Juni 2013. Der AGE-Vorsitzende, Udo Jung, TROX TLT, eröffnete mit einem Überblick über die aktuellen Brandereignisse den Tag. Er erklärte, dass maschinelle Entrauchungsanlagen die maximalen Fluchtzeiten der im Gefahrenbereich befindlichen Personen verlängerten. Zusätzlich unterstützten maschinelle Entrauchungsanlagen die Löscharbeiten der Einsatzkräfte. Gerade in der Frühphase eines Brandes, in der noch keine hohen Temperaturen vorhanden sind, würden die sehr toxischen Rauchgase so sicher aus dem Gebäude abgeführt.
Paul Rüedi, Leiter Betrieb, Umwelt Arena Spreitenbach, stellte anschaulich die Besonderheiten des Veranstaltungsortes vor.
Im Anschluss daran erläuterte Sebastian Metzger, Gruner AG, die Brandsimulationen an der Umweltarena. Die Entrauchung wurde dort über maschinelle Rauchabzüge realisiert, die notwendige Nachströmung erfolgt sowohl natürlich als auch maschinell. Die Selbstrettung der Personen wurde bei den Ausarbeitungen mit zehn Minuten festgelegt. Insgesamt wurden neun Brandorte für CFD-Analysen frei gewählt. Durch die vielseitigen und unterschiedlichen Einzelarten und Nutzungen der Umweltarena (ähnlich einer Messehalle) sind die Anforderungen an die Entrauchung besonders hoch.
Stephan Utiger, Gebäudeversicherung Kanton Zürich, wies ausdrücklich darauf hin, dass die Qualifikation der handelnden Personen rund um die Planung und Ausführung von Entrauchungsanlagen besonders entscheidend ist und ständig verbessert werden muss. Auch die Zusammenarbeit aller Gewerke im Vorfeld einer Planung sollte gegeben sein.
David Burkhardt und Emanuel Niederhauser von der Firma Aicher De Martin Zweng AG und Dr. Alois Schälin, AFC, arbeiten an den SWKI-Richtlinien „Rauch- und Wärmeabzugsanlagen“ aktiv mit. Im Einzelnen sind dies:
- pr SWKI BT 101-01, Grundlagen und allg. Anforderungen
- pr SWKI BT 101-02, Entrauchungsanlagen
- pr SWKI BT 101-03, Überdruckbelüftungsanlagen
- VSWKI BT 101-04, Ing.-Verfahren zur Bemessung von Entrauchungsanlagen Grundlagen
- SWKI BT 101-05, Ing.-Verfahren zur Bemessung der Rauchableitung an Gebäuden
Interessant dabei sei, dass der Teil 5 fast identisch zur VDI 6019 Teil 1 und 2 ist.
Othmar Brändli, Belimo, ist seit vielen Jahren in der nationalen und internationalen Normung tätig. Er führte durch den Tag und informierte die Zuhörer in seinem Vortrag über die Rolle der Schweiz in der Normung.
Michael Steinborn, Novar, stellte Neuerungen bei dynamischen, optischen und akustischen Fluchtleitsystemen vor.
Dr. Hendrik Rust, Stöbich, zeigte in seinem Vortrag, dass textile Brandschutzsysteme seit vielen Jahren Stand der Technik sind und es weltweit bereits mehr als 100.000 Installationen gibt. Er beschrieb zahlreiche neue Entwicklungen und hob hier insbesondere kombinierte Rauch- und Feuerabschlüsse sowie passierbare Rauchschutzsysteme für z.B. Krankenhäuser hervor.
Lutz Eichelberger, Eichelberger, erläuterte die Grundlagen von Rauchschutz-Druckanlagen. Nach einem Beispiel für einen Winterfall fasste er die Vorteile einer „passiven“ selbsttätigen Regelung so zusammen: „Es ist ein einfaches System mit wenigen Ausfallquellen. Und es reagiert sehr schnell auf Veränderungen im Treppenraum.“
Johannes Trümner, TROX TLT, stellte vier Methoden der Rauchableitung vor. Im Focus stand die Darstellung der Systemvielfalt von maschinellen Entrauchungsanlagen. Wichtiger Bestandteil war die Vorstellung der neuen DIN 18232 Teil 5, die seit November 2012 gültig ist und für die Berechnung raucharmer Schichten zur Verfügung steht, sowie die Vorstellung einer ganz neuen Rauchableitung-Variante: Mit Hilfe eines kompakten Jet-Ventilators wird, in Kombination mit einer Öffnungsfläche in der Gebäudehülle, die Rauchableitung z.B. in Galeriebereichen optimiert bzw. überhaupt ermöglicht.
Peter Vogelsang, TROX, trug seine Ausführungen zur neuen CE-Kennzeichnung von Entrauchungsklappen sowie anschauliche Erläuterungen zu den umfangreichen Prüfungen zur CE-Zertifizierung des neuen Klappentyps vor.
Als Fazit des Tages galt es laut Veranstalter festzustellen, dass gerade die Location „Umweltarena Zürich“das Thema des Symposiums „Entrauchung“ sehr anschaulich unterstützte. Auf dem Dach der Arena konnten sich die Zuhörer die Entrauchungsventilatoren direkt anschauen.
Aktionsgemeinschaft Entrauchung (AGE)
www.age-info.de
