Am 19. und 20. September trafen sich in der Braunschweiger Stadthalle wieder zahlreiche Fachleute aus dem Bereich des vorbeugenden Brandschutzes. In diesem Jahr standen Vorträge zur Bauproduktenverordnung, zu Eurocodes und der neuen DIN 4102-4 sowie die aktuelle Diskussion um Entrauchung im Kern der Veranstaltung.
September 2012. Dr.-Ing. Bernhard Schneider vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erläuterte die Entstehung der BauPVO. Leider blieben Fragen der praktischen Umsetzung aus dem Plenum unbeantwortet. Auch der zweite Vortragende, Dr.-Ing. Wilfried Hinrichs von der MPA Braunschweig, beschränkte sich im Wesentlichen auf die Konsequenzen für die Prüfstellen. Die praktischen Folgen der BauPVO für die Teilnehmer aus der Baupraxis
bleiben unklar.
Den Umgang mit Eurocodes im bauaufsichtlichen Verfahren erläuterte Klaus-Dieter Wathling. Er begründete, warum die Anwendung von Naturbrandszenarien derzeit noch beantragt werden muss. Thorsten Mittmann, Christiane Hahn und Dr. Mandy Peter demonstrierten die Nachweise von Beton-, Mauerwerks- und Holzbauteilen mit den neuen ECs und der neuen DIN 4102-4. Der Weißdruck der Norm ist wohl erst im Herbst 2013 zu erwarten.
Mit Spannung wurden die Vorträge zu den Anforderungen an die Entrauchung und den bauordnungsrechtlichen Schutzzielen erwartet. Dr. Mehl machte deutlich, dass ein Rauchabzug nicht für die Evakierungsphase angesetzt werden darf, und erinnerte an andere Gefahrenlagen, wie z. B. Amok.
Für den VDMA erläuterte Prof. Detzer dessen neues Grundlagenpapier Entrauchung und kam zu einer anderen Bewertung. Die Diskussion um diese Rolle der Entrauchung setzt sich fort. Die 27. Braunschweiger Brandschutztage werden am 25./26.9.2013 durchgeführt.
Redaktion FeuerTRUTZ
