Bis zu 1,5 Mio. neue Wohnungen hat die Bundesregierung vor wenigen Tagen als Ergebnis des Wohngipfels in Aussicht gestellt. Die geplanten Reformen der Bauvorschriften könnten zulasten des vorbeugenden Brandschutzes gehen, befürchtet das Deutsche Instituts für vorbeugenden Brandschutz (DIvB).
Oktober 2018. Das 13-seitige Eckpunkte-Papier umfasst nicht nur Steuererleichterungen, eine Anhebung des Wohngelds und Fördermaßnahmen zum Bau von 100.000 Sozialwohnungen. Das DIvB begrüßt grundsätzlich die Schaffung zusätzlichen Wohnraums. Es sei jedoch ein Fehler die von der Bundesregierung angekündigten Reformen der Bauvorschriften nur unter Kostengesichtspunkten anzugehen. "Die neuen Wohnungen sollten nicht nur bezahlbar, sondern aus Sicht des baulichen Brandschutzes auch sicher sein", sagte DIvB-Geschäftsführer Jörg-Uwe Strauß.
Angesichts des Baubooms der vergangenen Jahre herrscht vor allem in Ballungsräumen ein Mangel an bebaubaren Grundstücken. Hier bietet die Nachverdichtung durch Aufstockung ein großes Potential, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Gerade in aufgestockten Gebäuden ist ein hoher baulicher, anlagentechnischer und organisatorischer Brandschutzstandard nach Meinung des DIvB unverzichtbar. Das gelte sowohl für die Verwendung nicht brennbarer Baustoffe als auch für die Planung ausreichender Fluchtwege. "Guter baulicher Brandschutz verschafft im Notfall Zeit. Diese Zeit kann Leben retten", so Strauß.
Positiv sei, dass das Eckpunktepapier die Musterbauordnung (MBO) und die darauf basierenden Landesbauordnungen weiterhin als Garanten für weitgehend einheitliche Vorschriften des Bauordnungsrechts sieht. In ihnen sind unter anderem Mindeststandards für den Brandschutz festgelegt.
Das Eckpunktepapier mit den Ergebnissen des Wohngipfels vom 21. September 2018 im Bundeskanzleramt kann auf der Webseite des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat heruntergeladen werden:
Gemeinsame Wohnraumoffensive von Bund, Ländern und Kommunen (pdf)
Deutsches Instituts für vorbeugenden Brandschutz (DIvB)
www.divb.org
