Optische und akustische Signalgeber nebeneinander
Eine europäische Arbeitsgruppe von Euralarm hat Falschalarme im Zusammenhang mit automatischen Brandmeldeanlagen in ausgewählten europäischen Ländern untersucht. (Quelle: NürnbergMesse/Heiko Stahl)

Planung | Ausführung

15. August 2022 | Teilen auf:

Ergebnisse der zweiten Falschalarmstudie von Euralarm

Auslöser von Falschalarmen bei automatischen Brandmeldeanlagen und mögliche Gegenmaßnahmen

Im Mai 2022 wurde die zweite Auflage der Falschalarmstudie veröffentlicht. In dieser Studie untersucht eine europäische Arbeitsgruppe von Euralarm das Phänomen von Falschalarmen im Zusammenhang mit automatischen Brandmeldeanlagen (BMA) in ausgewählten europäischen Ländern. In der zweiten Auflage der Studie wurden die Erkenntnisse der ersten Auflage erweitert und um vertiefende Ergebnisse ergänzt.

Automatische Brandmeldeanlagen kommen vor allem in Gewerbe- und Industriebauten bei der Brandfrüherkennung zum Einsatz und sorgen für eine möglichst frühzeitige Alarmierung. Dabei kann es passieren, dass ein Sensor einen Alarm auslöst und vor Ort keine Anzeichen für einen Brand vorliegen – ein Falschalarm.

Folglich ist es eine wahre „Kunst“, bei der Identifikation von Gefahren wie einem Brand das richtige Gleichgewicht zwischen "so früh wie möglich" und "so früh wie nötig" zu finden, so Dr. Sebastian Festag, der Leiter der Studie.

Euralarm-Falschalarmstudie: Das sind die Ergebnisse der Datenanalyse

Die Feuerwehr erfasst bei ihren Einsätzen Informationen über die Ursache und den Ort von Brandalarmen. Die Euralarm-Studie konzentriert sich auf die Auswertung und Aufbereitung dieser Informationen, welche von verschiedenen Feuerwehren aus unterschiedlichen Ländern Europas zur Verfügung gestellt wurden – zum Teil über Behörden zentral gesammelt. Außerdem wird auf die Auslöser von Falschalarmen sowie die Methodik bei der Erhebung und Auswertung eingegangen.

Bei der Analyse der Daten der verschiedenen Länder, die an der Studie teilgenommen haben, ist auffällig, dass es keinen einheitlichen Ansatz zwischen den Ländern gibt. Dies erschwert Vergleiche zwischen den Erkenntnissen erheblich, die für ein besseres Verständnis der Gesamtsituation und die Entwicklung wirksamer und einfacher Gegenmaßnahmen gegen Falschalarme wichtig sind.

Cover der Falschalarmstudie von Euralarm, 2. Auflage 2022
Quelle: Euralarm

Die zweite Auflage der Falschalarmstudie liefert eine Grundlage, um die Industrie sowie ihre Interessenvertreter zu einem einheitlicheren Ansatz in ganz Europa zu führen, um eine gemeinsame technische Sprache festzulegen. Darüber hinaus enthält die Studie einen Erfahrungsschatz aus den verschiedenen Ländern und zeigt auf, dass es eine ganze Reihe von bewährten Maßnahmen zur Reduzierung von Falschalarmen in Bezug auf Produkte, Planung, Organisation und Wartung gibt.

Das Hauptproblem sind aktuell Planungs- und Anwendungsfehler im Umgang mit Brandmeldeanlagen, was durch das erhöhte Aufkommen an Täuschungsalarmen ersichtlich ist, bei denen die Technik per Definition bestimmungsgemäß funktioniert, aber brandähnliche Größen einen Brand vortäuschen, weil z. B. Brandmelder bei Bauarbeiten nicht abgedeckt und durch Staub ausgelöst werden.

"Die Entstehung von Falschalarmen beginnt in der Regel bei der Sensibilität des Gebäudemanagements in Bezug auf die mögliche Entstehung von Falschalarmen und den begünstigenden Rahmenbedingungen und reicht von der Planung bis zur Wartung von Brandmeldeanlagen. Der Rückgang der Falschalarmraten in den Ländern zeigt, dass die Experten vom Hersteller über den Planer bis zum Instandhalter grundsätzlich auf dem richtigen Weg sind, aber dass wir genau hier weiter ansetzen müssen, um Falschalarme weiter zu reduzieren", so Sebastian Festag.

Die neueste Ausgabe der Falschalarmstudie kann in gedruckter Form oder als E-Book beim Erich Schmidt Verlag bestellt werden.

Über Euralarm
Euralarm vertritt die elektronische Brand- und Sicherheitsbranche. Die Organisation verfolgt auf internationaler Ebene die Wahrung der Interessen ihrer Mitglieder. Euralarm-Mitglieder sind nationale Verbände und einzelne Unternehmen aus ganz Europa.

www.euralarm.org

zuletzt editiert am 18.08.2022