„Deutschlandweit wird es schwer sein, eine Behinderteneinrichtung mit einem ähnlich hohen Brandschutzstandard zu finden.“ Mit diesen Worten übergab Dr. Wolfram Krause, bvfa-Geschäftsführer, am 11. September 2013 die Auszeichnung „Sprinkler Protected“ an die Ruperti Werkstätten in Altötting.
September 2013. Sie sind vollflächig mit einer Sprinkleranlage ausgestattet. Rechtsträger der Werkstatt für behinderte Menschen ist der Caritasverband für die Diö zese Passau e.V.
Rund 250 Menschen, mit und ohne Behinderung, arbeiten täglich im Hauptwerk der Ruperti Werkstätten in Altötting. Ob in Gängen, der Cafeteria oder in den Werkstatthallen: Der Sprinkler ist als unscheinbarer Lebensretter überall zu finden. Insgesamt 1.900 Sprinkler, verbunden über knapp 6.000 Meter Rohrleitungen, bieten Schutz für Mensch und Gebäude. Errichtet als Klasse 1 Sprinkleranlage nach VdS bietet die Löschanlage einen vollflächigen Schutz, der weit über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht. Das lässt den Caritas-Direktor der Diözese Passau e.V., Dr. Wolfgang Kues, beruhigt schlafen: „Katastrophen wie der verheerende Brand im November 2012 in einer Behindertenwerkstatt in Titisee Neustadt machen deutlich, wie wichtig es ist, beim Brandschutz immer noch eine Schippe obendrauf zu legen.“
Besonders in sozialen Einrichtungen, in denen eine Selbstrettung bedingt durch körperliche und/oder geistige Beeinträchtigung oftmals nicht möglich ist, ist ein effektiver Brandschutz unerlässlich. Mit dem Sprinkler Protected-Award des bvfa – Bundesverband Technischer Brandschutz e.V. setzen die Ruperti Werkstätten für den Brandschutz in Behinderteneinrichtungen ein wichtiges Zeichen nach Außen. Denn die Verantwortung, die Träger und Geschäftsleitung solcher Betriebe für ihre Schützlinge haben, ist sehr groß. Darum sei er sehr stolz, so Dr. Kues, dass er nun diesen Preis für den hohen Brandschutzstandard seines Hauses entgegen nehmen dürfe.
Namhafte Unternehmen wie BMW oder Wacker Chemie arbeiten mit den Ruperti Werkstätten zusammen. So werden u.a. in der Kunststoffverwertung Ausschussteile aus der Automobilindustrie zu Kunststoffgranulat verarbeitet: Allein im vergangenen Jahr wurden beeindruckende 2.000 Tonnen des Granulates hergestellt. Aber auch Kleinaufträge werden von den Werkstätten umgesetzt. Besonders hier zahlt sich die Sprinkleranlage aus: „Für die in der Anschaffung zunächst teurere Löschanlage haben wir uns deshalb entschieden, da dank der vollflächigen Brandschutzabdeckung eine individuelle Raumgestaltung, angepasst auf den jeweiligen Auftrag, ermöglicht wird“, so Ludwig Haunolder, Technischer Leiter der Werkstätten. Denn oftmals ist es für die Umsetzung eines Auftrages erforderlich, Maschinen neu anzuordnen oder den Arbeitsbereich zu vergrößern. Dazu können die Trennwände in den Werkstatthallen individuell versetzt werden. Dank der installierten Sprinkleranlage kein Problem: Diese sorgt unabhängig vom Standort der Trennwände für idealen Brandschutz. „Ohne die Sprinkleranlage müssten wir jede Trennwandumsetzung mit dem Landratsamt abstimmen, da durch den räumlichen Eingriff auch die Anforde-rungen an den Brandschutz geändert werden“, betont Haunolder. So kann Verwaltungsaufwand verhindert und vor allem Zeit eingespart werden – unter Einhaltung des Sicherheitsstandards.
Trotz hervorragender technischer Ausstattung ist es unabdingbar, dass der Brandschutz in der Einrichtung gelebt wird, wie Christian Fröhlich, Leiter der Ruperti Werkstätten in seiner Dankesrede betonte. Für Frank Jakubus, den Brandschutzbeauftragten der Werkstätten, gehört deshalb der tägliche Kontrollgang zur Routine: Das Freihalten von Rettungswegen oder die Beseitigung von herumliegenden Brandlasten, wie beispielsweise Verpackungsmaterial, ermöglicht im Ernstfall eine schnelle und sichere Evakuierung. Als Sprinklerbeauftragter zählt auch die zweiwöchige Funktionskontrolle der Sprinkleranlage zu seinen Aufgaben. „Nur durch die regelmäßigen Kontrollgänge und die damit verbundene Sicherstellung der Funktionstüchtigkeit der Anlage kann im Brandfall auch ein Löscherfolg erzielt werden“, macht Jakubus deutlich. Besonders in Behinderteneinrichtungen kommt es darauf an, Entstehungsbrände frühzeitig zu bekämpfen bzw. einzudämmen. Denn nur dadurch kann auch für beeinträchtigte Menschen im Ernstfall eine Rettung realisiert werden.
bvfa – Bundesverband Technischer Brandschutz e.V.
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