Im Projekt „Brandschadenstatistik“, organisiert vom Referat 14 der vfdb, werden Einsatzdaten verschiedener Feuerwehren in Deutschland gesammelt. Dies soll statistische Aussagen über Brandeinsätze ermöglichen – erste Ergebnisse sind nun online abrufbar.
Juli 2016. Das vom Referat 14 der vfdb (Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V.) organisierte Projekt "Brandschadenstatistik" zielt darauf ab, künftig bessere allgemeine statistische Aussagen über Brandeinsätze (von der Alarmierung der Feuerwehr bis hin zu den entstandenen Brandschäden) zur Verfügung zu stellen. Über die von verschiedenen Feuerwehren in Deutschland gesammelten und zentral erfassten Einsatzdaten können Vergleiche zwischen den verschiedenen Brandabläufen, den eingeleiteten Maßnahmen und den Schäden ermittelt werden, z. B. Schäden von Bränden in Gebäuden ähnlicher Art und Nutzung mit und ohne anlagentechnische Brandschutzmaßnahmen.
18 bisher teilgenommene Feuerwehren haben über einen Zeitraum von einem oder mehreren Monaten mit einem speziellen Fragebogen ihre Einsätze bei „Brandmeldung in Gebäuden“ erfasst und gemeldet. Bis heute liegen von 2.773 Einsätzen diese Daten vor, darunter von 681 echten Brandereignissen.
Auch in 2016 und 2017 wird die Erfassung fortgesetzt. Da die Datenerfassung bei den Feuerwehren mit nur etwa 3 Minuten Zeitbedarf pro Einsatz gering ist, hofft Thomas Hegger (Leiter des Referates 14 in der vfdb), dass sich noch viele weitere Feuerwehren an der Erfassung beteiligen werden. Denn nur bei ausreichend großen Fallzahlen könnten auch statistisch abgesicherte Aussagen getroffen werden.
Im Fragenkomplex "Brandmeldung, Brandmeldeanlage und Schadenshöhe" wurden erste Aussagen veröffentlicht:
- Der Anteil der echten Brände an den Alarmierungen beträgt insgesamt 21 %. (Bei den Werkfeuerwehren 11 %, bei den Berufsfeuerwehren 27 % und beiden Freiwilligen Feuerwehren 39 %).
- Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte hauptsächlich über automatische Brandmeldeanlagen (68 %), über das Mobilfunktelefon (13 %) und über das Festnetztelefon (13 %).
- Bei der Betrachtung der echten Brände, zeigt sich, dass der Anteil an Falschalarmen bei telefonischen Alarmierungen im Verhältnis zu Alarmierungen über Brandmeldeanlagen niedriger ist.
- Bei den Sachschäden durch Brände bestätigt sich die Erkenntnis, dass die meisten Brände mit kleinen Sachschäden verbunden sind. Die Sachschäden fallen dabei bei den Werkfeuerwehren am geringsten aus.
- Werden die Sachschäden in Abhängigkeit vom Alarmierungsweg aufgeschlüsselt, zeigt sich zunächst, dass insgesamt in etwa 10 % der Fälle keine Schätzungen zur Schadenshöhe abgegeben wurden und, dass der Sachschaden bei Alarmierungen über automatische Brandmeldeanlagen geringer war.
- Bei der Gebäudenutzung dominieren Wohnungen (25 %), Krankenhaus, Alten- und Pflegeheime (13 %) und Verwaltungen bzw. Büros (13 %). Bei den Freiwilligen Feuerwehren spielen aber auch industrielle Nutzungen, z. B. Produktionen mit rund 15 % eine größere Rolle.
- Über alle Alarmierungswege werden Falschalarme vor allem durch unbekannte Ursachen (19 %), durch Wasserdampf (14 %), durch technische Störungen von Anlagen (13 %), durch Aerosole, wie Öle, Fettdämpfe oder Nebel (12 %) sowie durch blinde Alarmierungen bzw. im guten Glauben (12 %) ausgelöst. Bei den unbekannten Ursachen ist der Anteil bei den Berufsfeuerwehren mit etwa 21 % fast doppelt so hoch wie bei den Freiwilligen Feuerwehren mit 12 %.
Die Auswertung der Fragebögen läuft kontinuierlich, so dass bei weiteren Fallzahlen und ausreichender Anzahl von Einzelmeldungen pro Fragenkomplex ständig weitere Ergebnisse veröffentlicht werden können.
Unter www.ref14.vfdb.de/brandstatistik/brandschadenstatistik können Informationen zum Projekt abgerufen werden.
Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e. V. (vfdb)
www.vfdb.de
