Eine starke Verrauchung kann die Flucht sowie die schnelle Hilfe verhindern oder zumindest beeinträchtigen. Rauchabzugsanlagen sorgen in diesem Fall dafür, dass eine rauchfreie Schicht entsteht und ggf. frische Luft in die betroffenen Räume nachströmen kann. Der TÜV Rheinland nutzt für die Funktionsüberprüfung einen mobilen Brandrauchsimulator.
Juni 2017. Stadien und Versammlungsstätten sind i. d. R. komplexe Bauwerke, deren Entrauchungsanlagen oft mit Computersimulationen dimensioniert werden. Gerade dann muss sichergestellt sein, dass die Technik vor Ort vollumfänglich funktioniert. Die Verfahren dafür sind mittlerweile weniger aufwendig und risikoloser.
Solche Überprüfungen werden häufig mit Poolbränden unter Verwendung brennbarer Flüssigkeiten durchgeführt. Dieses Verfahren birgt jedoch das Risiko von Gebäudeschäden. Mittlerweile sind Tests mit mobilen Brandrauchsimulatoren möglich. Der TÜV Rheinland nutzt z. B. Geräte, die mit 400 Gasflammen Hitze sowie durch mindestens vier Generatoren Theaternebel erzeugen. Auf diese Weise entsteht weißer Rauch, der einem echten Brand nachempfunden ist, gleichzeitig jedoch als völlig ungefährlich und unbedenklich eingestuft werden kann. Mit dem Brandrauchsimulator zeigt sich in der Praxis, ob im Falle eines Brandes der Rauch tatsächlich wie geplant entweicht und ob die benötigte rauchfreie Schicht entsteht. Die Intensität kann je nach Bedarf an unterschiedliche Gebäude und Situationen angepasst werden, sodass eine sehr passgenaue Simulation eines Brandes möglich ist.
Mobile Brandrauchsimulatoren haben den Vorteil, dass sie relativ leicht zu transportieren sind. Einschließlich Verladung, Auf- und Abbau können innerhalb von sechs Stunden in einem Gebäude vier bis sechs Versuche von jeweils ungefähr 20 Minuten Dauer durchgeführt werden.
Relevante Richtlinien

Der TÜV Rheinland orientiert sich bei der Konzeption und Durchführung von Brandrauchversuchen und Brandsimulationen an den Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure zur Bemessung der Rauchableitung aus Gebäuden (VDI 6019) und dem Leitfaden des Vereins für die Förderung des Deutschen Brandschutzes sowie anderen relevanten Normen und Vorschriften. Der Brandrauchsimulator wird als Ergänzung zu den gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen eingesetzt, die solche Tests mit realer Rauchentwicklung nicht obligatorisch vorsehen.
Durchzuführen sind die Überprüfungen der Rauchabzugsanlagen in Abhängigkeit des Bundeslandes in Sonderbauten, bei der Inbetriebnahme sowie in regelmäßigen Abständen in:
- Verkaufsstätten ab einer Fläche von 2.000 m 2 ,
- Versammlungsstätten ab 100 Personen,
- Krankenhäusern,
- Beherbergungsstätten ab zwölf Gastbetten,
- Hochhäusern,
- Mittel- und Großgaragen,
- Pflege- und Betreuungseinrichtungen ab einer Größe von 500 m 2 ,
- allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen,
- gewerblichen Hallenbauten ab 2.000 m 2 Fläche sowie
- Messebauten und Abfertigungsgebäuden von Flughäfen und Bahnhöfen ab einer Fläche von 2.000 m 2 .
Fazit
Gerade in Versammlungsstätten hat der Brandschutz eine große Bedeutung. Die Funktionsfähigkeit der Anlagen muss daher mithilfe sorgfältiger regelmäßiger Prüfungen sichergestellt werden. Brandrauchsimulationen können dabei ein wichtiger Baustein sein. Sie bieten Aufschlüsse über den Rauchabzug ohne das Risiko von Beschädigungen am Gebäude.
TÜV Rheinland AG
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