Wie geht die Branche tatsächlich mit KI um? Wo liegen die Grenzen der aktuellen Tools? Welche Rolle wird künstliche Intelligenz in der Brandschutzplanung und -genehmigung künftig spielen? Wir haben im Sommer 2026 eine Umfrage zu KI im Brandschutz durchgeführt. 221 Fachleute haben unsere Fragen zur Arbeit mit Künstlicher Intelligenz beantwortet.
Gegenwart gespalten – Zukunft eindeutig
Bei der Frage, ob KI schon heute eine wichtige Rolle in der Brandschutzplanung spielt, ist die Branche gespalten: 49,3 Prozent stimmen zu, 50,7 Prozent teilen diese Meinung nicht.

Ganz anders fällt der Blick in die Zukunft aus: Dass KI die Brandschutzplanung und -genehmigung grundlegend verändern wird, bejahen 81 Prozent der Befragten – und die meisten erwarten diesen Wandel nicht erst in ferner Zukunft, sondern innerhalb der nächsten ein bis fünf Jahre.
Insgesamt nur 23 Prozent sehen die KI als Bedrohung für Jobs in der Brandschutzplanung und -genehmigung an. Dafür ist die Mehrheit der Meinung, dass Effizienzsteigerungen durch KI helfen werden, den Fachkräftemangel zu beenden (10,8 Prozent stimmen voll und 50,2 Prozent teilweise zu).

Nutzung von KI ist längst Alltag
Rund zwei Drittel der Teilnehmenden setzen KI bereits regelmäßig ein, also mindestens einige Male im Monat (32,6 Prozent täglich oder mehrmals wöchentlich, weitere 33,9 Prozent einige Male im Monat). 14,5 Prozent nutzen sie weniger als einmal im Monat und nur jeder Fünfte (19 Prozent) verzichtet aktuell vollständig darauf.
Jedoch sind dabei rund 96 Prozent der Meinung, dass KI-Ergebnisse weiterhin einen Menschen braucht, der die Ergebnisse prüft (85,5 Prozent stimmen voll zu, 10,4 Prozent stimmen teilweise zu).

Die Freitextantworten zeigen dabei ein konsistentes Nutzungsmuster: An erster Stelle steht die Recherche – das Auffinden von Normen, der Vergleich von Landesbauordnungen, das Zusammenfassen komplexer Vorschriften. Zweitens die Textarbeit: das Formulieren und Überarbeiten von Stellungnahmen, Gutachten, Protokollen und Schulungsunterlagen. Etwas seltener dient KI als Sparringspartner bei anspruchsvollen Sonderfällen, um erste Gedankenansätze zu entwickeln, bevor die eigentliche fachliche Prüfung erfolgt. Eine wiederkehrende Formulierung aus den Antworten: Mehrere Teilnehmende nutzen KI, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen – und recherchieren anschließend eigenständig weiter.
Wer verzichtet – und warum?
Jeder Fünfte setzt aktuell keine KI ein – die genannten Gründe sind überwiegend fachlicher Natur. Am häufigsten wird mangelndes Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Ergebnisse genannt; einige Befragte berichten von konkreten Fehlerfällen oder Halluzinationen. Hinzu kommen praktische Hürden: Wichtige Normen stehen häufig hinter kostenpflichtigen Zugängen, die der KI nicht zur Verfügung stehen, oder der Einsatz ist durch den Arbeitgeber schlicht nicht gestattet.
Wer hat bei der Umfrage mitgemacht?
Befragt wurden Fachleute aus der gesamten Bandbreite der Branche: Die größte Gruppe ist mit gut 40 Prozent in der Brandschutzplanung und -beratung tätig, gefolgt von Brandschutzbeauftragten mit knapp 28 Prozent, Vertreterinnen und Vertretern aus Prüfung und Genehmigung mit gut 10 Prozent sowie Fachleuten aus der Errichtung (knapp 6 Prozent). Die übrigen rund 16 Prozent verteilen sich auf verschiedene Arbeitsgebiete wie Sachverständige, Produktentwicklung, Versicherung, Dozierende und Forschende. Die Umfrage lief vom 1. April bis 1. September 2026.
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