Lithium-Ionen-Akkus sind aus dem betrieblichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Neben großen Energiespeichersystemen prägen vor allem kleine Akkus in Elektrowerkzeugen, mobilen Geräten oder Kommunikationsmitteln den täglichen Einsatz in vielen Branchen. Während stationäre Batteriesysteme inzwischen häufig Bestandteil von Brandschutzkonzepten sind, wird der Umgang mit einer Vielzahl dezentral genutzter Kleingeräte in der Planung oft nur am Rande betrachtet. In der Praxis zeigt sich, dass diese Nutzungsszenarien in vielen Projekten nicht explizit berücksichtigt werden.
Gerade in der Praxis entsteht jedoch eine typische Lücke: Ladesituationen entwickeln sich im Betrieb häufig schrittweise und ohne klare Struktur. Mehrere Akkus werden parallel geladen, oft in unmittelbarer Nähe zueinander und ohne festgelegte Bereiche. Diese gewachsenen Strukturen sind aus brandschutztechnischer Sicht relevant, werden jedoch in der Planungsphase nicht immer systematisch berücksichtigt.
Typische Nutzungsszenarien im Betrieb
Ein Blick in die Praxis zeigt ein wiederkehrendes Bild, das vor allem in Werkstätten, Servicebereichen oder Instandhaltungszonen sichtbar wird. In diesen Bereichen werden häufig zahlreiche Akkus gleichzeitig genutzt, zwischengelagert und geladen, was zu bestimmten typischen Situationen führt. So finden sich oft improvisierte Ladeplätze auf Werkbänken oder Regalen, die nicht speziell für das Laden von Akkus vorgesehen sind. Zudem werden häufig unterschiedliche Akkutypen parallel geladen, was die Übersichtlichkeit und Bewertung der Ladesituation erschweren kann. Ein häufiges Problem ist auch die fehlende Trennung zwischen geladenen und ungeladenen Akkus, was zu Verwirrung und ineffizienten Arbeitsabläufen führen kann. Außerdem existieren häufig dezentrale Ladepunkte, die ohne einheitliches Konzept betrieben werden und eine klare Struktur vermissen lassen.
Solche Strukturen sind nachvollziehbar aus dem Betriebsablauf heraus entstanden – sie funktionieren im Alltag, sind aus planerischer Sicht jedoch nicht unkritisch. Denn Nutzung und Ladeprozesse werden selten im Vorfeld definiert, sondern ergeben sich häufig im laufenden Betrieb.
Brandrisiko: mehr als die Summe einzelner Akkus
Das Gefährdungspotenzial von Lithium-Ionen-Akkus ist im Wesentlichen mit dem sogenannten Thermal Runaway verbunden. Im Störfall kann es zu einer schnellen Temperaturerhöhung, zur Freisetzung brennbarer Gase und in der Folge zu einem Brandereignis kommen.
Entscheidend ist dabei weniger der einzelne Akku als vielmehr die Gesamtsituation: Werden mehrere Akkus gleichzeitig gelagert oder geladen, kann ein Ereignis auf benachbarte Einheiten übergreifen. Die räumliche Nähe begünstigt dabei eine Kettenreaktion, die sich dynamisch ausbreiten kann.
Gerade kleine Akkus werden in diesem Zusammenhang häufig unterschätzt. Ihre Einzelenergie erscheint gering – in der Summe und in ungünstiger Anordnung kann sich jedoch ein relevantes Gefährdungspotenzial ergeben.
Planerische Herausforderung im vorbeugenden Brandschutz
Im Gegensatz zu großen Batteriespeichern gibt es für kleinere Lithium-Ionen-Akkus im betrieblichen Umfeld oft keine klar definierten planerischen Anforderungen. In der Folge werden Lade- und Lagerbereiche häufig nicht gezielt vorgesehen, sondern ergeben sich aus den betrieblichen Abläufen.
Für Fachplaner bedeutet das: Die Nutzung solcher Akkus muss aktiv hinterfragt und in die brandschutztechnische Bewertung integriert werden. Dazu gehört insbesondere, typische Nutzungsszenarien frühzeitig zu identifizieren und hinsichtlich Brandlast, Anordnung und möglicher Brandausbreitung zu bewerten. Grundlegende brandschutztechnische Prinzipien, wie sie auch in einschlägigen Richtlinien – etwa aus dem Umfeld der VdS – berücksichtigt werden, können dabei als Orientierung dienen.
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Der Beitrag ist in Ausgabe 3.2026 des FeuerTrutz Magazins erschienen. Die ausführliche Fassung des Artikels zu den planerischen Herausforderungen im vorbeugenden Brandschutz mit einer Checkliste der wichtigsten Punkte ist kostenlos als Download verfügbar.
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