Experimente, Themeninseln und Versuche zu zahlreichen Brandschutzaspekten lockten am 1. Juni 2017 ca. 450 Besucher zu dem Event matchboxlive nach Gelnhausen. Das ungewöhnliche Konzept sorgte für viele Aha-Erlebnisse und Gesprächsstoff.
Juni 2017. Wie gut sind Rettungszeichenleuchten in einem verrauchten Flur zu erkennen? Bringen dynamische Leuchten in Bodennähe eine Verbesserung? Wie viel Platz benötigt die Feuerwehr zur Aufstellung von Drehleiter-Fahrzeugen in engen Innenstädten? Welche digitalen Tools für das Planen und Bauen sind auch für den Brandschutz einsetzbar? Man kann – und muss sogar – diesen und ähnlichen Fragen des vorbeugenden Brandschutzes mit wissenschaftlichen Methoden nachgehen, um belastbare Antworten zu finden, die in die Brandschutzplanung und die Arbeit der Feuerwehr Einzug halten können.
Bei dem Event matchboxlive 2017 auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Gelnhausen, ging der Veranstalter hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH aber ganz anders an die Sache ran: Zahlreiche clever ausgedachte Experimente und Themeninseln machten die verschiedenen Aspekte erleb- und begreifbar. Z.B. konnten die ca. 450 Besucher sich gruppenweise in einen mit Theaternebel gefüllten und abgedunkelten Gang führen lassen und dort selbst sehen, wie gut (oder schlecht) Rettungszeichenleuchten unter diesen Bedingungen zu erkennen sind. Zum Vergleich wurden auch dynamische Leuchten in Bodennähe eingeschaltet.

An anderen Stationen ging es um eines der Hauptthemen in diesem Jahr: die innerstädtische Verdichtung, bei der vor allem durch den Dachgeschossausbau in den Städten neuer Wohnraum entsteht. Zum Teil fehlt für diese Dachgeschosswohnungen dann aber der zweite Rettungsweg, da die Feuerwehr ihre Drehleiterfahrzeuge in den engen Straßen mit Baumbewuchs oder Bahn-Oberleitungen nicht mehr aufstellen kann bzw. die Dachwohnungen damit nicht erreicht. Anschaulich zeigten bei matchboxlive 2017 Gebäudemodelle und alternative, in Deutschland jedoch nicht zugelassene, Rettungsgeräte, wie man dieses Problem vielleicht künftig lösen kann.
Zu den Themeninseln kamen in diesem Jahr erstmals geführte Rundgänge, bei denen jeweils ein aktuelles Thema aus verschiedenen Blickrichtungen beleuchtet wurde.
Auf einer Arena im Freien konnten die Besucher zudem verschiedene Brandversuche und zum Abschluss der Veranstaltung eine Räumungssimulation miterleben. Mit Bauzäunen wurde dafür die Intensivstation eines Krankenhauses nachgebaut – komplett mit echten Patientenbetten, Beatmungsgeräten und weiterem medizinischen Gerät. Fünf Freiwillige spielten die bettlägerigen Patienten, die in Folge eines Feueralarms von nur zwei Pflegern in einen sicheren Bereich gebracht werden mussten.

Die Pfleger fuhren die Patientenbetten mit den zu rettenden Personen nacheinander aus dem gefährdeten Bereich, wobei sie in Abhängigkeit von den Erkrankungen darauf achten mussten, alle lebenswichtigen Maschinen oder z.B. Infusionen mitzunehmen. In nur 9 Minuten, und damit noch vor dem „geplanten“ Eintreffen weiterer Klinikangestellter und der Feuerwehr, schafften es die Pfleger, alle Patienten und eine Besucherin in Sicherheit zu bringen. Beobachtet wurde die Räumung u.a. von zwei Ärzten und dem Brandschutzbeauftragten der Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen, aus der auch die Pfleger kamen.
Das außergewöhnliche Konzept von matchboxlive, bei dem die Besucher in lockerer Atmosphäre durch eigene unmittelbare Erfahrung angeregt werden, ging auch in diesem Jahr wieder auf und führte zu zahlreichen Fachdiskussionen.
hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH
https://matchbox.hhpberlin.de