2015-01 FeuerTRUTZ Konjunkturbarometer Wird 2015 wieder ein Spitzenjahr für die Brandschutzbranche
FeuerTrutz befragte Brandschutzplaner und -verarbeiter in Deutschland nach ihrer Konjunktureinschätzung. (Quelle: FeuerTrutz)

Branche | Markt 2015-01-12T00:00:00Z Konjunkturbarometer: Wird 2015 wieder ein Spitzenjahr für die Brandschutzbranche?

Wie ist die aktuelle Situation in der Brandschutzbranche? In einer Umfrage wurden die Leser des FeuerTrutz Magazins befragt, wie sie ihre berufliche Situation im Brandschutz einschätzen. Das FeuerTrutz Konjunkturbarometer 2014/2015 gibt Auskunft über die Ergebnisse.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat in seinem Wochenbericht Nr. 48 vom November 2014 die konjunkturelle Entwicklung der Baubranche analysiert und stellte eine Prognose für 2015 auf: „Der neuesten Bauvolumensrechnung des DIW Berlin zufolge dürfte der Wert der erbrachten Bauleistungen im laufenden und auch im kommenden Jahr weitaus schneller steigen als die Wirtschaftsleistung insgesamt: 2014 um preisbereinigt 3,3 % und 2015 um 2,1 %. Wesentlicher Wachstumsmotor ist derzeit der Wohnungsneubau. Das Bauvolumen dieses Bereichs wird 2014 nominal um fast zwölf Prozent steigen. Aber auch die Baumaßnahmen an vorhandenen Gebäuden legen in diesem Jahr deutlich zu. Neben dem Wohnungsbau entwickeln sich derweil, nach Rückschlägen in den vergangenen Jahren, auch der Wirtschaftsbau und der öffentliche Bau wieder positiver.“ Diese positiven Aussagen des DIW betreffen die Baubranche generell. Doch wie sieht es im vorbeugenden Brandschutz aus?

Öffentlicher Bau bleibt robust

Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen bei öffentlichen Bauten sind für den vorbeugenden Brandschutz wichtige Aufträge. Dazu bemerkt das DIW in seinem Bericht: „Im öffentlichen Bau wird der Wert des Bauvolumens in diesem Jahr real um über vier Prozent steigen. (…) Das Volumen des öffentlichen Baus wird 2015 voraussichtlich
dennoch sichtbar steigen: Die Prognose liegt bei einem realen Zuwachs um gut 4,6 Prozent.“

Trübe Aussichten im Wirtschaftsbau

Industrieunternehmen sind die wichtigsten Auftraggeber für den vorbeugenden Brandschutz. Das DIW erwartet in diesem Bereich eine schwierige Entwicklung: „Im Wirtschaftsbau dürfte der wertmäßige Umfang der Bestandsmaßnahmen in diesem Jahr ebenfalls deutlich steigen. Nach einem starken Jahresbeginn haben die eingetrübten Konjunkturerwartungen die Investitionsneigung der Unternehmen im weiteren Jahresverlauf jedoch gedämpft.

Dies verdeutlichen sowohl die Berichte von Branchenverbänden als auch verschiedene Stimmungsindizes. Der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts beispielsweise gibt seit dem Frühjahr deutlich nach und hat zuletzt ein Zweijahrestief erreicht. Zum Ausdruck kommen die eingetrübten Geschäftsaussichten auch in der Entwicklung der Auftragseingänge, die seit dem Frühjahr sowohl im gewerblichen Hochbau als auch im gewerblichen Tiefbau abwärtsgerichtet ist.“

ZVEI sieht elektronische Sicherheitstechnik weiterhin auf robustem Wachstumskurs

Bereits im Sommer 2014 veröffentlichte der Fachverband Sicherheit im ZVEI seine Konjunkturprognose. Demzufolge stieg der Umsatz im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr um 4,2 % auf knapp 3,1 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren dabei der Industrie- und der öffentliche Hochbau sowie der Modernisierungsbedarf vorhandener Sicherheitstechnik. Für das Jahr 2014 rechnen die Experten erneut mit einem Zuwachs von rund 3 %.

Brandmeldesysteme sind mit einem Anteil von über 40 % weiterhin der größte Teilmarkt in der Sicherheitstechnik. Sie legten 2013 um 4,6 % zu. Die Sprachalarmanlagen steigerten ihren Umsatz um über 6 %. Hier wirkten sich der generell höhere Stellenwert der Sprachalarmierung aus sowie die inzwischen etablierten verbindlichen Regelwerke. Das Segment „Sonstiges“ – dazu zählen unter anderem Rauch- und Wärmeabzugsanlagen – legte 2013 um 4,2 % auf knapp 250 Millionen Euro zu.

Ergebnisse der Online-Umfrage

2015-01 FeuerTRUTZ Konjunkturbarometer Wird 2015 wieder ein Spitzenjahr für die Brandschutzbranche Abb.1
Abb. 1: Die Bewertung des abgelaufenen Jahres 2014 fällt ausgesprochen positiv aus.

Wie bereits in den vergangenen Jahren führte das FeuerTrutz Magazin eine Umfrage unter mehr als 6.000 Lesern durch. Zusammen mit dem Marktforschungsinstitut B+L Marktdaten wurde mit einem umfangreichen Fragenkatalog ein Stimmungsbild der Branche ermittelt und in der Studie Brandschutz
Insights 2015“ zusammengefasst.

Daraus einige ausgewählte Ergebnisse:

  • Insgesamt beurteilen die befragten Betriebe das Jahr 2014 rückblickend positiv. Dies gilt sowohl für private, gewerbliche als auch öffentliche Kunden (s. Abbildung 1).
  • Besonders gut wird das Jahr im gewerblichen Bereich beurteilt, hier geben 58,3 % der Befragten an, dass sich das Geschäft besser oder sogar viel besser entwickelt hat als in 2013.
  • Deutlich verhaltener äußern sich die Befragten bei öffentlichen Auftraggebern.
  • Bei dem Ausblick auf 2015 ist hingegen eine spürbare Vorsicht zu erkennen: Auch 2015 wird nach Meinung der Befragten ein gutes Jahr.
  • Allerdings ist die Stimmung etwas verhaltener. Offenbar gehen die Befragten nicht davon aus, dass das hohe Niveau von 2014 in vollem Umfang gehalten werden kann.
  • Tendenziell sind die befragten Betreiber eher etwas optimistischer gestimmt als die Planer. Dies zieht sich durch alle Kundensegmente.
  • Regionale Differenzen im Ausblick auf 2015 gibt es kaum. Einzig für den Bereich öffentliche Auftraggeber geben die Befragten aus den nördlichen Bundesländern etwas pessimistischere Einschätzungen ab.

Fazit

Wie im Vorjahr startet die Branche des vorbeugenden Brandschutzes weniger optimistisch in das neue Jahr als bei den Befragungen der vorangehenden Jahre. Im Laufe des Jahres hat dann jedoch die sehr gute Geschäftslage das Stimmungsbild aufgehellt. Alle Zeichen sprechen dafür, dass dies auch 2015 der Fall sein wird.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 1.2015 des FeuerTrutz Magazins. Hier erhalten Sie weitere Informationen zum FeuerTrutz Magazin .

zuletzt editiert am 13. Januar 2022
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